Freitagabends gastierten Django 3000 zum ersten Mal im Linzer Posthof vor einem gut besuchten mittleren Saal. Mit ihrem neuen Album „Im Sturm“ überzeugte die Band durch ein buntes Bühnenprogramm, das von Kontrabass bis Discobeat alle Register ziehen konnte. Denn wer die 4 Herren aus dem Chiemgau nur auf ihre beschwingt-amüsante Single „Heidi“ reduziert, verkennt den Facettenreichtum ihres breiten Repertoires.

Als Auftakt luden Skolka aus Niederösterreich das Publikum zum Singen, Tanzen, und Feiern ein. Mit dem erklärten Ziel, den Leuten „ordentlich des Feia unter die Fias einzhazn“, versprachen die Weinviertler einen mitreißenden Abend. Die Rechnung ging auf – die Funken, die Sängerin Judy und ihre sieben Bandkollegen durch ihre Freude am Spiel versprühten, sprangen schon bald auf das Publikum über. Der enge Kontakt, den die Band zu der Menge pflegte, animierte so selbst bis hin in die allerletzten Reihen. Den Höhepunkt des Konzertes bildeten somit auch die vier Bläser, als sie gemeinsam musizierend durch den ganzen Saal zogen und damit Vorfreude auf das Kommende verbreiteten. Skolka zeigten sich jedoch nicht nur als würdiger und auch thematisch passender Support für Django 3000, sondern konnten als eigenständige Gruppe aus dem Status einer gewöhnlichen Vorband hervortreten. Die Arbeiten am neuen Album sind im Gange, man darf also gespannt bleiben.

Ein Blick in die Besuchermenge eröffnete Einsicht in eine bunt durchmischte Ansammlung an Menschen jedes Alters und Personenschlages. Dennoch gelang es sowohl der Vorband als auch dem Main Act, durch ihre Genregrenzen-überschreitende Musikvielfalt, das unterschiedliche Publikum einen Abend lang in der gemeinsamen Leidenschaft zur Musik zu vereinen.

Django 3000 konnten mit ihrer energischen Mischung aus pulsierenden Balkanrythmen und bayrischem Mundart-Folk eine entfesselnde Stimmung beschwören, durch die der „Daunz ums Feia“ geschlossen wurde. Die Band, die vor allem durch ihren Spaß-Hit „Heidi“ bekannt wurde, ist für viele im Dunstkreis von LaBrassBanda und ähnlichen anzusiedeln. Mit ihrem fünften Studioalbum „Im Sturm“ präsentieren sich die Bayern jedoch durchaus von einer ernsteren Seite. Der zuweilen erdige Sound der Band wird seit der neuen Platte zudem durch ein Electro-Keyboard bereichert, weshalb Django 3000 für ihre aktuellen Liveshows zu fünft auftreten. Durch eine mehr als 1 1/2-stündige Show führte ein dramaturgisch abwechslungsreiches Programm mit Höhen und Tiefen. So entdeckte man neben Einflüssen aus Swing, Discogroove oder Gypsy-Sound und treibenden Ska-Elementen mitunter auch eine langsame Folkballade.
Für Stimmung sorgten vorwiegend Bassist Michael Fenzl, der auf seinem eindrucksvollen schwarzen Kontrabass nahezu artistische Kunststücke vollzog, und Violinist Florian Straflinger, dessen Geigenmelodien den Liedern ihren Schwung verliehen. Dass man bei Sänger Kamil Müller im Gegensatz dazu leider die Euphorie ein wenig vermisste, konnte zum Glück durch den Gesamteindruck der Gruppe und die ausgelassene Feierlaune des Publikums wettgemacht werden. Zusammenfassend lässt sich der Abend als gelungenes Potpourri der Stile und Genres beschreiben, bei dem kein Bein still stehen blieb. Die Bands verstanden es, Hitze am Tanzboden zu erzeugen – selbst wenn dabei nicht die Ausmaße eines ganzen Feuerwerks erreicht werden konnten, zu einem Freudenfeuer entwickelte sich der Abend allemal.

Foto: © Marjan Milic

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