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Ryan Adams: Prisoner

Ryan Adams: Prisoner

Mit Lieder von Ryan Adams kann man sich verlieben. Andere wiederum sind perfekt dafür, wenn die Liebe weg ist. Sein neues Album beinhaltet eher Lieder der zweiten Art, aber die sind so großartig, dass man sich sofort in sie verliebt.

Ryan Adams ist vieles: Nicht nur Fast-Namensvetter mit einem anderen Musiker (mit dem er sich übrigens den Geburtstag teilt), sondern auch ein Workaholic. Seit seinem Debüt Heartbreaker im Jahr 2000 kam man in den Genuss in den Genuss von 13 weiteren Platten – „Prisoner“ ist somit das fünfzehnte Album in siebzehn Jahren. Wobei es leicht wäre, rasch viele CDs auf den Markt zu bringen – bei Adams sind sie aber allesamt auf hohem Niveau, jedes Album mit mindestens vier Versprechen, einen Ohrwurm davon zu tragen. Wenn man den Singer/Songwriter aber auch etwas in den Medien verfolgte, erfuhr man von der Trennung und Scheidung von Mandy Moore (Musikerin und Schauspielerin, u.a. bei der NBC-Erfolgsserie „This is us“). Gerade deshalb ist der großartige Opener-Song „Do You Still Love Me?“ so spannend. Im Pressetext erklärt Adams selbst, worum es ihm geht: „Klar handelt dieses neue Album von Liebeskummer, aber es geht um weitaus mehr als das. Diese Songs handeln davon, das wahre Wesen des Verlangens zu verstehen – und zu verstehen, wie einem das mehr noch als jedes andere Erlebnis im Leben das Herz brechen kann“. Brutal, aber wunderbar anzuhören:

„Prisoner“ ist ganz eindeutig Adams‘ persönlichste Platte. Aber zudem ist sie ein perfekter Mix aus den Alben „Gold“, „Ashes & Fire“ und „29“, drei von Adams besten Platten. Neben dem bereits genannten Opener ist auch „Shiver And Shake“, „To Be Without You“ und „Anyhting I Say To You Now“ zu den vielen Highlights des Albums. Wer sich in diese drei Songs einhört, bemerkt recht schnell, dass es nicht „das eine Adams Lied“ gibt. Aber weil es alles in allem wieder ein melancholisches Album ist, ohne viel Gebrüll, aber mit wunderbarer Gitarre, Stimme und Gefühl ist „Prisoner“ wohl jenes Album, an das sich Neulinge zuallererst herantrauen sollten.

Das Albumcover ist übrigens ein von Adams selbst gemaltes Gemälde. Jetzt muss man nur noch drauf hoffen, dass der 42 Jahre alte Ryan Adams weiterhin ein musikalischer Workaholic bleibt. Dann könnten wir nämlich sogar 2018 das nächste Album erwarten.

Tracklist

1. Do You Still Love Me?
2. Prisoner
3. Doomsday
4. Haunted House
5. Shiver And Shake
6. To Be Without You
7. Anything I Say To You Now
8. Breakdown
9. Outbound Train
10. Broken Anyway
11. Tightrope
12. We Disappear

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29 Jahre alt - Literarischer Blogger (Neon|Wilderness), Autor ("Volle Distanz. Näher zu dir"), Medienblogger (dominikleitner.com), Printschreiber (MFG Magazin), freier Journalist (u.a. BZ), CD-Kritiker (subtext.at) und Detektiv (365guteDinge)

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