Im Rahmen ihrer „Steinfeld“-Tour waren Drescher letzten Freitag zu Gast im Posthof brachten in gewohnter Manier Volksmusik und Metal zusammen auf die Bühne. Musikalische Unterstützung erhielten sie dabei von den Linzern Kaligula, welche sich ebenfalls durch Lyrics in Mundart und härteren Klängen auszeichneten. 

Als Kaligula um 20:00 Uhr zu spielen begann, herrschte im mittleren Posthofsaal noch gähnende Leere. Zirka ein Dutzend der geschätzt 80 Konzertbesucher haben sich vor die Bühne getraut und lauschten bis auf wenige Ausnahmen bewegungslos der Band, der Rest der wenigen Konzertbesucher hielt sich mit Bier am Rand sowie im hinteren Bereich des Konzertsaales auf. Als „Stoihstodt Rapcore“ definiert Kaligula ihre Mischung aus Punk-Rock und Mundart-Rap, welche sie hier trotz mangelnder Besucher motiviert präsentierte. Trotz Heimspiel schien das Publikum bis auf einige treue Fans in der ersten Reihe eher skeptisch, da halfen auch kleine Schmähs der Band und der stolz präsentierte tätowierte Bierbauch des Sängers nichts.

Hörenswert, leider vor schütterem Publikum: Kaligula!

Als Drescher gegen 21:00 Uhr die Bühne betraten wurden schlagartig härtere Töne angeschlagen. Mit Lederhosen und Akkordeon, Mundarttexten und Thrash Metal hatten sie in den letzten Jahren bereits auf zahlreichen Festivals in Österreich und Deutschland gespielt und sich dort unter dem breiten Publikum einige Fans gemacht. Hier im Posthof waren zwar bei weitem nicht so viele Leute vertreten, der Stimmung tat dies aber nichts zu Leide. Spätestens als „Dresch Quetschen“ und das Falco-Cover „Rock me Amadeus“ gespielt wurde, wurde lauthals mitgesungen und in traditioneller Metal-Manier der Kopf geschüttelt. Obwohl wie bereits bei der Vorband dank Tontechnik die Stimme des Sängers leider etwas unter dem Instrumentalpart unterging, lieferten Drescher eine solide Show und spielten sich quer durch ihre beiden Alben „Erntezeit“ und „Steinfeld“. Abgerundet wurde die Performance durch den niederösterreichischen Schmäh der Band und die erfolglose Aufforderung ans Publikum, auch zusammen mit den „Dreschmädels“ richtig abzugehen. Das aktuelle Album „Steinfeld“ hat sich bereits gut in den Köpfen der Besucher manifestiert, Songs wie „Unten“, „Adrenalin“ und „I will di ausbliatn segn“ kamen genauso gut an wie die alten Songs sowie ihre Covers, von denen sie noch „Ass im Pik“ – Motörhead in Mundart – im Gepäck hatten.

Metal mit Lederhosen: Drescher!

Volksmusik und Thrash Metal als Kombination sind zusammen mit der Lederhose das schillernde Markenzeichen der Band und wirkt auch als Solo-Konzert ganz gut, auch wenn die Performance nach einer gewissen Zeit relativ eintönig wird. Alles in allem bleibt Drescher jedoch eine Band, die auf Festivals besser aufgehoben ist. Lederhosen und Volksmusik in harten Tönen passt zu sommerlicher Mittagshitze und motivierten und alkoholisierten Festivalbesuchern einfach um einiges besser als in einen spärlich gefüllten Konzertsaal.

Fotos : © Christoph Thorwartl

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