LP war in der Stahlstadt – gemeinsam mit Please Madame verzauberte sie den Posthof am letzten Donnerstag. Die Sängerin, die unter anderem für Rihanna, Christina Aguilera oder auch für die Backstreet Boys Texte verfasste, konnte in Linz einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Durchaus überzeugend: Please Madame im Posthof

Der Support an diesem Abend kam von Please Madame. Die Musik der Salzburger Band verfolge ich schon seit mehreren Jahren – und ich wurde bis jetzt noch kein einziges Mal enttäuscht. Mit dem Debütalbum „Escape the Nest“ haben sie auch österreichweit so einiges an Aufmerksamkeit bekommen. Jetzt ist eine weitere EP geplant – viele der neuen Lieder konnte man letztens im Posthof schon probehören, wie etwa „XTC“ und „Back to the start“. Kürzlich erschien das Video zur Single „Stalemate“ – da darf das Lied in der Setlist natürlich auch nicht fehlen. Klassiker wie „Be my ending“ oder „Ship a Dollar to Europe“ waren ebenso vertreten. Im Großen und Ganzen muss ich sagen, dass die Jungs in den letzten Jahren viel an Bühnenerfahrung bekommen haben. Gerade der Sänger Dominik Wendl scheint sich sichtlich wohl auf den großen Bühnen dieser Welt zu fühlen. Groß sind sie geworden, die ehemaligen Anwärter des Newcomer Award – und die zwei Kostproben von der neuen EP sind sehr vielversprechend.

LP alias Laura Pergolizzi war dann aber doch der Grund, warum der Saal am Donnerstag ausverkauft war. Für mich ist es immer wieder spannend zu sehen, wie vielfältig das Publikum im Posthof sein kann. LP scheint Menschen anzusprechen, die sich ansonsten eher wenig in der Linzer Konzertlocation blicken lassen. Was für mich auch noch etwas seltsam war, waren die Geschenke, die diese Menschen für LP mitbrachten – von einem Strauß Rosen angefangen bis hin zu einem riesigen Teddybären.
Die erste Hälfte den Konzertes war leider kaum eine Verbindung zwischen Mainact und dem Publikum zu sehen, die Songs wie „Muddy Waters“ oder „Strange“ wurden gerade raus ohne viel Kommentar herunter gespielt. Die melancholische Stimme, die sanft und zugleich stark war, ließ einen komplett in die Musik der Singer/Songwriterin eintauchen. Dass die Frau neben einer außergewöhnlichen Stimme auch sehr viel Humor besitzt, wurde einem erst später bewusst. Etwa, als zum Beispiel ein BH auf der Bühne landete – und sie ihn nur mit einem Kommentar „I don’t need that shit“ würdigte. Oder aber auch die Geschichte über ihren Hund, der besonders in gleichgroße Stofftiere verliebt ist – uns sich im wahrsten Sinne des Wortes besonders über den riesigen Teddy freuen wird.

Stimmlich gewaltig: LP im Posthof

Ein LP Konzert ist erst dann gelungen –  so hat man mir erzählt – wenn sie „Lost on You“, „Other People“ und „Tokyo Sunrise“ spielt – somit kann der Donnerstagabend durch aus als Erfolg verbucht werden. Zum Schluss gab es für „Judith“ noch ein Highlight, das diese wohl nicht so schnell vergessen wird. Das Geburtstagskind bekam ein Stänzchen von der lieben LP gesungen und hatte die Ehre gemeinsam auf der Bühne mir ihr zu tanzen. Aber der Abend war nicht nur für Judith ein unvergessliches Erlebnis –  sondern auch für die restlichen 800 Menschen.

Foto: © Christoph Thorwartl

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