Das Konzert in einem Wort zu beschreiben? Geht nicht. Es sind mehr oder minder überschlagende Wörter, die nach dem Konzert noch immer in meinem Kopf schwirren, wie: es war bombastisch, fantastisch, freundschaftlich, liebevoll und ebenso philosophisch wie poetisch.

Doch erstmal zum Anfang. Im WUK angekommen, gönne ich mir etwas zu trinken, bei der „Statt-Beisl-Bar“ und lasse die Atmosphäre auf mich wirken. Leute trudelen ein, sprechen miteinander. Im Hintergrund laufen Lieder von Manu Chao. Also ein richtig chilliges Sommerfeeling kommt auf. Genau richtig für die Einstimmung auf Käptn Peng, der sich genauso unter die Leute mischt wie seine Bandkollegen.

Foto: Joseph Hofmarcher

One-man-support Lemur heizt das Publikum an.

Um circa 20 Uhr geht es los mit der „One-Man-Show“ von Lemur, der gekonnt das Publikum mit ein paar Tracks aus seinem neuen Album „Die Rache der Tiere“ unterhält. Auch wenn diese etwas düster klingen. Zwischendurch fordet er, um sich etwas Pause zu gönnen, die Menschen auf, ein paar Tiere nachzumachen. Was etwas banal klingt, passt zum Album, macht Spaß und unterhält. Handkuss und Verbeugungen fürs Publikum dürfen dabei auch nicht fehlen. Nach einer Stunde verlässt er die Bühne, um Käptn Peng und seinen Tentakeln diese zu überlassen. Doch es soll  trotzdem nicht sein letzter Auftritt an diesem Abend sein.

Das Publikum wartet geduldig auf die Band, doch diese zierte sich, bis die Fans nach circa 20 Minuten Wartezeit schon ungeduldig wurden und die ersten auffordernden Schreie erklangen, um sie auf die Bühne zu holen.

Foto: Joseph Hofmarcher

Zuerst werden Gesichter erleuchtet, und Käptn Pengs Stimme erklingt.

Dann wird es stockfinster. Gestalten regen sich auf der Stage und die ersten Gesichter werden erleuchtet. Käptns Stimme erklingt. Danach folgt die Begrüßung und er fordert uns auf, dass wir heute alle Freunde sein sollen. Passend spielen Sie danach einen von vielen Tracks auf dem „Nullten Kapitel“, „Neue Freunde“. Wo mir die Liedzeile in Erinnerung bleibt: „Wir sind ab heute eure neuen besten Freunde“. Und es stimmt. Man hat das Gefühl, dass man sich ein Wohnzimmer-Konzert anhört, wo man jederzeit mit der Band Sinniges oder Unsinniges bereden kann. Richtige Freunde eben! Man muss aber bedenken, meine lieben Leser: das WUK war ausverkauft und jeder, der noch ein paar Tage zuvor keine Karten hatte versuchte noch eine zu bekommen! Was ich damit sagen will: man hat nicht das Gefühl, dass man in einem ausverkauften Raum ist, denn es ist eine sehr ruhige und ausgelassene Stimmung.

Foto: Joseph Hofmarcher

Die Brüder Shaban und Käptn Peng singen den Dialog bei „Sie mögen sich“.

Und Käptn Peng und seine Freunde auf der Bühne sprühen vor Energie, welche auf uns überströmt. Sie unterhalten uns mit einer Mischung aus Freestyle, Anekdoten und schauspielerischem Handwerk. Dazwischen holt Käptn Peng seinen Bruder Shaban nach vor, und sie rappen einige ihrer Klassiker, wie zum Beispiel das heiß geliebte „Sie mögen sich“. Mein persönliches Highlight ist das Lied „Tango im Treibsand“. So schön gefühlvoll – ich kann nicht anders als mitsingen und mich diesem Track hingeben.

Die Band selbst will gar nicht mehr aufhören zu spielen und so kommt es, dass sie eine Zugabe nach der anderen geben. Das Konzert dauert fast 2,5 Stunden und man merkt, dass keiner so richtig gehen will. Aber irgendwann muss auch der beste Auftritt beendet werden. Es war das letzte Konzert ihrer offiziellen Tournee. Ihr braucht trotzdem nicht verzagen, wenn ihr nicht zu diesem wundervollen Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi-Gig gehen konntet. Es gibt ja noch andere Termine, wo ihr sie in Österreich  sehen könnt. Diese habe ich für euch im Upcoming festgehalten.

Was soll ich sagen: Sie haben sich endgültig in mein „Musikliebhaber-Herz“ hineingeschlichen und kommen da nicht mehr so schnell heraus! Einer der besten HipHop-Acts ever! Für jeden Fan ein Muss! Da hat sich das Warten auf jeden Fall gelohnt, denn wie heißt es so schön? Das Beste kommt zum Schluss!

Foto: Joseph Hofmarcher

Käptn Peng und Die Tentakel von Delphi im WUK Wien.

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