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Chixdiggit: Abschluss einer Punkrock-Woche

Chixdiggit: Abschluss einer Punkrock-Woche

Fast schon das Who is Who hatte sich in der vergangenen Woche im Linzer Punk-Gasthaus Auerhahn eingefunden. Face to Face, Good Riddance, 88 Fingers Louie, Useless ID und viele mehr sorgten dafür, dass auch abseits des wie immer ausverkauften Punk Rock Holidays auch die Daheimgebliebenen auf ihre Kosten kamen. Am Samstag hatten sich zum Abschluss Gäste eingefunden, die schon im vergangenen Jahr verdammt viel Spaß gemacht hatten: Chixdiggit. Weiters am Start waren drei Bands, denen man gerne ein Ohr (oder auch zwei) leihen durfte: Not On Tour, Bitter Grounds und Three on Speed. 

Den Anfang an diesem Samstagabend machten Three on Speed. Den Award für den abgefahrensten Bandnamen können die Drei getrost mal für sich verbuchen – auch musikalisch muss sich das Trio aus Salzburg nicht verstecken. Auch wenn die Witze zwischen den Songs (zumindest gewollt, sollte an dieser Stelle zur Verteidigung angeführt werden) eher dem Motto „Ba-Dum-Tss!“ folgen, macht die Liveshow trotzdem Spaß. „They don’t wanna be famous, they just wanna break shit and have fun.“ – so steht es in ihrer Selbstbeschreibung geschrieben. Und mehr muss man eigentlich auch nicht hinzufügen – Herzblut, laute Gitarren, Pop-Punk wie er sein soll. Und: T-Shirts um 5 Euro sowie verschenktes Audiomaterial ist bei Fans immer gerne gesehen!

Danach am Start: Bitter Grounds. Das Quartett aus dem niederländischen Utrecht knüpft dort an, wo Three on Speed begonnen hatten. Auch wenn das ganze Spektakel dann doch merkliche Ska-Elemente ins Set einbringt, tut das der Stimmung keinen Abbruch. Ein bisschen mehr Motivation im Publikum hätten sich die vier Holländer dann aber schon verdient gehabt. In Holland schon eher fixer Bestandteil der Szene, hatten sie hier dann doch etwas zu kämpfen. Schade eigentlich.

Eine musikalische Urgewalt für sich waren allerdings Not on Tour. Die aktuelle Tour steht unter dem Motto „Rad Habits“ – und der Name ist Programm. Aus Tel Aviv kommt die Truppe ursprünglich, und tourt unermüdlich auf den Punkrock-Bühnen dieser Welt. Wie sich das anhört? Mit einem Wort: geil! Klar hört man da Einflüsse wie von Useless ID, aber hallo, geben die vier live Gas! Dass sie beinahe zehn Jahre lang bereits unterwegs sind, merkt man ihnen, wenn überhaupt, nur im positiven Sinne an. Gerne wieder – eines der intensivsten Konzerterlebnisse der letzten Monate.

Chixdiggit sind für den geneigten Linzer Auerhahn-Punkrock-Konzertbesucher keine Unbekannten mehr. Auch wenn sie im Bowling anscheinend, wie wir uns sagen haben lassen, nicht unbedingt Headlinerpotenzial haben. „Niemand hat diesen Saal gestern ohne einen Grinser im Gesicht verlassen.“ – das hatte mein Kollege Patrick über die Show im letzten Sommer als Resumee geschrieben. Auch heuer könnte man dieses Fazit Eins zu Eins übernehmen: Chixdiggit nehmen sich auf der Bühne nicht immer ernst. Und das ist gut so! Da werden Anekdoten erzählt, Klassiker wie „Miso Ramen“ zurückgehalten, „damit die Leute ja nicht gleich abhauen“, und da wird mit echter, nicht gekünstelter Freude die Bandgeschichte rauf und runter gespielt. Ein Konzert zwischen Punkrock und Kabarett – bei beidem würde man den Saal zufrieden verlassen. Und wer danach noch nicht genug hatte, der durfte bei DJ Laessig den letzten Abend einer intensiven Punkrock-Woche ausklingen lassen.

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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