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Gamescom Preview: The Crew 2 – Mehr vom Gleichen

The Crew bekommt mit Teil zwei eine Fortsetzung. Auf der Gamescom konnten wir zum ersten Mal den Titel antesten und neue Modi spielen. The Crew 2 wird um einiges umfangreicher sein als der Vorgänger. Mehr Fahrzeugklassen, mehr Modi, mehr Funktionen. Das Fahrverhalten hingegen ist selbst für einen Action-Raser eindeutig noch in einem zu schlechten Zustand.

The Crew war vor drei Jahren durchaus ein beeindruckendes Spiel. Wer wollte nicht schon immer einmal ohne Unterbrechungen quer durch die ganzen USA fahren? Auf der Gamescom zeigte Ubisoft Spielszenen aus dem Nachfolger und wir durften zum ersten Mal unsere Hand an den Controller legen. Entwickler Ivory Tower erweitert den Titel um neue Fahrzeugklassen, scheint jedoch einen der größten Kritikpunkte am Vorgänger nicht ausgemerzt zu haben: das schwammige Fahrverhalten.

 

The Crew 2
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Ivory Tower
Plattformen: PC, PS4, XBOX One
Release-Termin: 16. März 2018

 

Die USA lassen sich sowohl mit dem Bike…

 

Groß, Größer, The Crew 2

Superlatismus waren ja schon eine Paradedisziplien des Vorgängers. Auch in The Crew 2 können wir wieder die kompletten und händisch nachgebauten USA frei befahren und neuerdings auch befliegen. Denn neben den bekannten Autos lassen sich nun auch Flugzeuge, Boote, Bikes und futuristische Formelboliden steuern. Der Übergang hier ist fließend. Wir fliegen über den Hudson River und wollen jetzt mit dem Boot weiterfahren? Kein Thema, einfach mittels des Analogsticks umschalten und schon sitzen wir in dem Wassergefährt. Das macht wirklich Spaß und läuft ruckelfrei und ohne Ladezeiten. Für Entdecker und Menschen, die einfach gerne die USA auf eigene Faust bereisen wollen auf jeden Fall ein Highlight. Denn in den Städten und Landschaften herrscht wieder Leben. Passanten laufen herum, andere Autos oder Flugzeuge kommen uns entgegen. Das erzeugt durchaus ein Gefühl, hier echte Städte und Landschaften zu bereisen.

Diese unglaubliche Größe ohne Ladezeiten erkauft sich The Crew 2 aber mit geringen Grafikdetails. So merkt man bei genauerem Hinsehen, dass speziell Gebäude wenig detailliert sind.

Die neuen Fahrzeuge werden dann auch in die Events integriert. So konnten wir sowohl ein Offroad.Rennen mit einem Bike, als auch ein Driftrennen und ein GP-Rennen selbst anspielen. Der Übergang verläuft hier flüssig innerhalb der Spielwelt. Einfach eine Einladung an einen anderen Spieler schicken und dieser wird zum Event teleportiert. Insgesamt acht Varianten von diesen Challenges sind bisher bekannt, weitere sollen laut Entwickler Ivory Tower noch folgen. Die spielen sich dann durchaus auch kurzweilig, wie Abwechslungsreich diese aber sein werden, können wir noch nicht beurteilen. Die KI hingegen durchaus: diese wirkte in unserer Anspielsession noch sehr passiv und wenig herausfordernd – richtige Gegner sehen anders aus.

… als auch mit Flugzeugen oder…

 

Autos wie Gummibälle

Das Fahrverhalten, eines der großen Probleme des Vorgängers hat sich leider nicht verbessert. Alle drei Fahrzeugklassen – Motorrad, Straßenauto und Formelauto – die wir in den Evens spielen konnten, steuerten sich schwammig. Klar, The Crew 2 ist ein Action-Rennspiel und soll unkompliziert sein, aber wie man diesen Kompromiss aus Action und Realismus besser löst, zeigte zum Beispiel Need for Speed Payback. Speziell die Autos und Bikes steuerten sich in unserer Demo alles andere als sicher. Selten hatten wir das Gefühl, die vollständige Kontrolle über unser Fahrzeug zu haben. Action schön und gut, aber wenn ich zwischen Gummiball und futuristischem Formelauto keinen Unterschied merke, ist das ein Problem. Wenn ich kein Feedback meines Bikes auf den Untergrund merke, ist das ein Problem. Selbst Action-Rennspiele müssen hier mehr Glaubwürdigkeit bieten, als es The Crew 2 macht. Hier muss Ivory Tower dringend noch bis zum finalen Spiel nachbessern und mehr Realismus und Feedback einbauen.

 

Ich mach mir mein Urlaubsvideo

Eine neue und durchaus spannende Funktion ist der neue Video und Fotomodus. Ein GPS zeichnet unsere gesamte zurückgelekte Strecke auf und wir können jederzeit an eine dieser Stelle springen. Leider nicht dort wieder einsteigen, wie man es aus der Dirt-Reihe kennt. Die frei bewegbare Kamera und Record-Funktion sollte aber das Erstellen von interessanten Videos ermöglichen. Youtube wird es freuen.

Von diesem neuen Modus, den neuen Fahrzeugen und Challenges abgesehen konnten wir noch weitere Information bekommen. Die Fahrzeuge werden sich sowohl optisch als auch technisch tunen lassen und eine konstante Online-Verbindung ist wieder Grundvorraussetzung. Bezüglich der Story lässt sich noch nichts Genaues sagen. Die Entwickler versprechen ein für jeden Spieler individuelle Geschichte über den Aufstieg zum Motorsport-Champion. Ob diese weniger lächerlich und platt ist als jene des Vorgängers, lässt sich nach der Gamescom aber noch nicht sagen. Hier ist wohl noch große Skepsis und Vorsicht geboten.

… futuristischen Formelautos unsicher machen

 

Fazit

Wir haben einen gemischten Eindruck vom Spiel. Die neuen Fahrzeugklassen, Challenges und der neue Foto- und Videomodus sind sinnvolle Erweiterungen. Die Grafik ist durchaus ansehnlich, aber wenig detailiert, dafür wird es aber auch keine Ladezeiten geben. Es macht schlichtweg Spaß, durch Städte frei durch die Landschaft zu cruisen, und der Wechsel zwischen den Fahrzeugklassen geht flüssig und leicht von der Hand. Größtes Problem ist und bleibt das Fahrverhalten. Wenn sich in diesem Bereich bis zur finalen Version nichts ändert, wird es schwer selbst Action-Rasern-Fanatikern den Titel zu empfehlen. Auch ob die Story dieses Mal nicht vor Peinlichkeiten strotzt, können wir nach der Gamescom noch nicht sagen.

Wenn aber Ivory Tower diese Probleme, speziell das Fahrverhalten, behebt könnte The Crew 2 eine Evolution in die richtige Richtung werden.

Ein kommentiertes Video mit exklusivem In-Game Material folgt in den nächsten Tagen

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Musikliebhaber, Festivalreisender, Konzertsüchtig, Vinylnerd, Photograph, Konzertveranstalter, Linz-Liebhaber

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