Elf Jahre nach dem Vorgänger kommt am 7.Dezember endlich Spellforce 3. Auf der Gamescom zeigten uns die Entwickler weit fortgeschrittenes Beta-Material. So können wir bereits nach dieser halben Stunde sagen: der Titel steht ganz in der Tradition seiner Vorgänger und könnte der nächste große Strategie-Hit aus Deutschland werden.

Spellforce 3 hatte wahrlich keine einfache Vergangenheit. Während der Entwicklung geht der damalige Publisher THQ Pleite. Die Marke wird dann aus der Konkursmasse von THQ gekauft und ein neu gegründetes Studio macht sich dann an die Arbeit. Auf der Gamescom 2017 zeigten uns die Entwickler einen ersten Eindruck in die Rollenspielelemente, in den Basisbau und gaben uns einige Interessante Informationen mit auf den Weg. Vorweg: nur Menschen ohne Herz können sich nicht in diesen zeitlosen Grafikstil verlieben.
Spellforce 3
Publisher: Koch Media / Deep Silver
Entwickler: THQ Nordic
Plattformen: PC, PS4, Xbox One
Releasedatum: 7.12.2017

Spellforce 3 liefert auch detailliert gestaltete Dungeons

 

Ein klassisches Spellforce

Nostalgiker dürfen aufatmen, am grundlegenden Spielprinzip hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht sehr viel geändert. Wieder bietet Spellforce einen guten Mix aus Rollenspiel und klassischem Strategiespiel. Im Laufe des Spiels leveln wir unsere bis zu vierköpfige Heldentruppe auf und streifen mit ihr über die Welt. Zwölf Fähigkeiten aus zig Talentbäumen, wobei jeder Charakter einen einzigartigen Talentbaum erhält,  lassen sich erlernen, drei pro Held gleichzeitig ausrüsten. Diese sollen sich dann auch kombinieren lassen. Welche Möglichkeiten hier genau bestehen, können wir noch nicht sagen.

In den Missionen kommt dann Basisbau hinzu, also der Strategiepart. Wir ziehen wieder Basen der Orcs, Menschen oder Elfen hoch, um unsere Heldentruppe mit gewöhnlichen Truppen zu mischen. Wobei auch dieser Teil wieder mit Rollenspielanleihen gespickt ist. Denn wir werten im Laufe der Spielstunden nicht nur unsere Helden auf, sondern auch die Völker. Schalten also neue Gebäude und Einheiten frei. Wie der Spieler hier seinen Fokus legt, ist diesem frei überlassen. Lieber ein Volk schnell hochleveln oder alle drei gleichermaßen, dafür aber langsamer? Beides möglich, mit genug Ausdauer lassen sich aber sowohl Orcs als auch Menschen und Elfen auf die Maximalstufe bringen.

Eine starke Veränderung im Gegensatz zum Vorgänger gibt es. Die Karten sind jetzt in Sektoren eingeteilt. Diese liefern unterschiedliche Rohstoffvorkommen in verschiedenen Mengen. Wir sind also gezwungen stets vorzurücken und neue Gebiete zu erobern, um an gewisse Ressourcen heranzukommen. Vor allem um Sektoren mit Materialien für höherwertige Einheiten werden also speziell in den Multiplayer Partien starke Kämpfe ausbrechen. Eine gute Entscheidung, um mehr Tempo und Spannung in das Spiel zu bringen.

Wie kommen wir nur über den See?

 

Spielerische Freiheit

Der dritte Teil ist ein Prequel und spielt 500 Jahre vor den zerstörerischen Ereignissen von Teil eins. Auf der durchaus großen Weltkarte können wir uns frei bewegen. Zwar soll die Hauptstory als roter Faden dienen, dem Spieler ist es jedoch selbst überlassen, wohin er zuerst reist, welche Quests er wann bzw. überhaupt absolviert. Maximale Freiheit steht im Vordergrund. Diese soll einen dann auch lange beschäftigen. Auf Nachfrage spricht THQ Nordic von alleine 30 Stunden für die Hauptstory. Wer alles von der Welt sehen will und auch sämtliche Nebenaufgaben absolviert, kann bis zu 90 Stunden rechnen. Wobei sicher der Spieler etwa 3/4 dieser Zeit in den Missionen und das restliche Viertel auf der Weltkarte aufhalten wird. Wäre das nicht bereits genug Superlative, wird Spellforce 3 übrigens komplett vertont sein. Insgesamt 27 Stunden gesprochener und vertonter Dialog und 250.000 Seiten Text stecken in diesem gewaltig umfangreichen Rollenspiel.

Die Missionen selbst sollen sich dann dynamisch entwickeln. Also nicht vorgeschriebenen Scripts folgen, sondern individuell auf das Verhalten und die Entscheidungen des Spielers reagieren. Ob das im finalen Spiel wirklich der Fall ist, können wir noch nicht garantieren. Dafür reichen die eineinhalb Missionen die wir gesehen bzw. gespielt haben nicht für eine exakte Einschätzung aus.

 

Charaktere mit Charakter

Wer erinnert sich hier noch an Baldurs Gate? An diese Helden mit Charakter, an die Diskussionen, wer wen hasst und liebt? An solche Unikate wie Minsc und seinen Hamster? Genau das soll auch Spellforce 3 bieten. Individuelle Charaktere, die sich unterscheiden und manchmal kollidierende Wesenszüge haben. Diese kommunizieren mit der Spielwelt und untereinander, es kann also auch einmal zu Konflikten in der Party kommen. Aber keine Sorge, im Gegensatz zum oben genannten Rollenspiel von Bioware wirkt es sicht nicht auf deren Kampfkraft aus, wenn sich unsere hochnäsige Elfe wiedermal mit dem Menschen-Krieger in die Haare kriegt. Hier haben die Entwickler einen unserer Meinung nach guten Mittelweg gefunden. Wie gut diese am Ende des Tages wirklich sind, können wir jetzt noch nicht sagen. Zwar konnten wir während unserer Präsentation bereits einen guten Einblick in das Spiel gewinnen, dieser reicht aber nicht aus, um hier eine finale Aussage zu tätigen. Das aber, was wir gesehen und gehört haben sieht und klingt danach aus, dass THQ Nordic dieses Versprechen einlöst.

Egal ob von Menschen bevölkerte Burgen…

…oder elfische Waldsiedlungen, beides sieht umwerfend aus

 

Zeitlose Grafik

Wir haben uns etwas in Spellforce 3 verliebt. In Zeiten von zwar extrem detaillierten, aber sehr ähnlichen High End Grafikengines ist dieser Titel einfach nur zum Dahinschmelzen. Mit viel Liebe gestaltete oldschool 3D/2D Landschaften aus der isometrischen Ansicht. Die Landschaften und Städte, die wir sehen konnten, sehen natürlich aus, lassen Details und mittelalterliches Flair nicht vermissen, ohne in Kitsch zu verfallen. Es braucht einfach keine Frostbyte Engine, um wunderschöne und glaubwürdige Umgebungen zu erschaffen. Danke hier an THQ Nordic, diesen Stil wieder zurückzubringen. Derartiges hat man in den letzten Jahren nur in ein paar vereinzelten Indie-Titeln wie Path of Exile bewundern können.

Auch bei den Gegenständen kommt diese Liebe zum Detail durch. Entwickler THQ Nordic bestätigte uns auf Nachfrage, dass jeder Gegenstand in diesem Spiel individuell designt wurde. Jedes Schwert, jede Rüstung und jedes Amulett stammt nicht aus dem Zufallsgenerator, sondern wurde händisch gefertigt, inklusive eigener Lore. Keine Sorge, diese Entscheidung soll nicht dazu führen, dass es nur noch eine Handvoll Gegenstände gibt. Auch in Spellforce 3 werden mehrere hunderte Ausrüstungsteile enthalten sein. Auch sehr angenehm: welcher Gegner welchen Gegenstand droppt,soll realistisch sein. Ein Wolf, der eine Plattenrüstung dropt? Nicht in ihrem Spiel betonten die Entwickler.

 

Fazit

Was sollen wir sagen, außer: danke THQ Nordic. Spellforce 3 gehört mit Sicherheit zu unseren Highlights der Gamescom 2017. Der Umfang ist gewaltig, die Sektoren sind eine spannende Erweiterung des bereits im Vorgänger großartigen Spielprinzips und in den Grafikstil und die Detailverliebtheit der Entwickler haben wir uns verliebt. Man merkte während der Präsentation dem Team die Leidenschaft für ihr Spiel an. THQ Nordic könnte uns endlich wieder ein großartiges Strategiespiel liefern, ein Genre, das kaum mehr vorhanden ist. Einzig bei der Steuerung muss das Team noch nachbessern, bei größeren Truppenverbänden ist es schwer, noch gezielt Befehle zu geben. Auch wirken die Helden aktuell noch zu stark, die Missionen ließen sich auch ohne rekrutierte Truppen recht einfach bewältigen. Wenn hier nachgebessert wird und die Story überzeugen kann, erwartet uns hier ein Highlight. Wir sind sehr optimistisch.

Ein kommentiertes Preview Video mit exklusivem In-Game Material folgt in den nächsten Tagen!

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