Sonntagabend, das Wochenende liegt hinter uns, eine hochsommerliche Woche steht bevor. Was also tun, um die letzten freien Stunden sinnvoll zu nutzen? Nunja, die Mountain Cock Quality Rock und SBÄM-Truppe veranstaltete im Kulturgasthaus Auerhahn ein Konzert, das ideal dazu geeignet gewesen wäre. Dazu angereist: Tante Gerti aus der Steiermark und Big D And The Kids Table aus Massachusetts. Ein Konzert, zudem leider nur die enthusiastischsten Linzer Konzertgeher erschienen waren. Schade eigentlich – denn musikalisch konnte sich das durchaus sehen lassen.

Eine komische Stimmung herrschte am Sonntagabend im Linzer Auerhahn vor, als ich gegen halb neun dort aufkreuze. Das Gasthaus selbst geschlossen, weil Ruhetag, im Gastgarten einige eindeutig dem punkaffinen Publikum zuordenbare Individuen, bewaffnet mit Bier. Schön, ich war also doch richtig. Immerhin hatte sich mit Big D And The Kids Table eine Band angesagt, die sehr gut hörbar ist, wenn man ein bisserl was mit Ska anfangen kann. Auch ein Support hatte sich den Trip nach Linz angetan – Tante Gerti. Wer jetzt glaubt, dass die liebe Tante Gerti irgendwelche Humtata-Musik macht, der irrt. Denn Tante Gerti ist eine „vierköpfige Band aus Bruck/Mur, die einfachen Punkrock spielt“ – so die Selbstcharakterisierung der hier nur als Trio aufspielenden Band. Was das heißt? Laut, dreckig, links, mit einer ob der nunja, ein wenig überschaubaren Besucherzahl erfrischenden Prise Selbstironie. Ein bisschen erinnerte das etwa halbstündige Set an einen Proberaum-Gig – was ja auch schon ein Qualitätsmerkmal ist. Tante Gerti erfindet das Genre mit Sicherheit nicht neu, ist aber für Fans sicher einen Nachmittags/Abendumtrunk wert!

In eine musikalisch komplett andere Kerbe wiederum schlug danach Big D und sein Kindertisch. David McWane, wie der liebe Herr Big D mit echtem Namen heißt, und seine Truppe verstehen es, in bester Tradition von Ska-Punk-Bands ihre Liedchen zu trällern. Wobei: live sind die Herren ein echtes Brett, das die (ja, ich habs gezählt) 22 Leute (inklusive Technik, Bar) gehörig in Bewegung brachte. Dass die Herren keine Newcomer mehr sind, merkt man ihnen dann an. Da sitzt jeder Übergang, One-Drops werden genauso gekonnt eingebaut wie klassische Ska-Punk-Elemente, und das Motto der Band „If you want to relax, head to the back!“ charaktarisiert die Live-Show haargenau. Tanzbar, musikalisch mehr als solide, gut.  “We want to wake up the masses with this record, remind them that they’re more than just alive; and make their Mondays into Saturday nights.“ – so steht es auf der Facebook-Page von Big D geschrieben. Zumindest den „Sunday Evening“ haben sie zu einer musikalischen „Saturday Night“ gemacht, die halt wie so oft in Linz mit einem haderte: dem Publikumszuspruch. Liebe Leute, die ihr nicht dort wart: ihr habt was verpasst!

Kommentare

Kommentare werden geladen...