Schamfu, Ant Antic und Claire reichten sich auf dem alternativen Tanzboden der Freistädter „Sunnseitn“ die Hände. Aber auch auf dem restlichen Gelände der Brauerei Freistadt wurden am vergangenen Samstag die Hände zum Tanzen gereicht. Nicht ohne Grund gibt es auf der Sunnseitn ganze sechs Tanzböden.

Auf sechs Tanzböden spielte sich letzen Samstag in der Brauerei in Freistadt so Einiges ab. Insgesamt 16 Bands verführten einen in fremde Kulturen – manche weiter, andere nur bis zur eigenen Landeshauptstadt Bekannt ist das „Sunnseitn“ ja nicht nur für sein gutes Bier und seine gute Auswahl an Musik, sondern vermehrt auch dafür, dass sich hier sprichwörtlich Jung und Alt zum Tanzen treffen. Quasi eine Veranstaltung, wo man nicht auffällt, wenn man mit seinen Eltern unterwegs ist. Wo man aber auch als früher Ansäßige damit rechnen muss, die eigene Verwandtschaft unerwartet wieder zu treffen. Sunnseitn ist für die Region Freistadt eine der wichtigsten kulturellen Veranstaltungen – wenn sogar nicht die wichtigste. Und in den 25 Jahren hat sich die Sunnseitn auch außerhalb der Region einen sehr guten Namen gemacht.

Am Interessantesten war für uns natürlich Tanzboden Nummer Fünf – der alternative Tanzboden. Den Start machten Schmafu. Die fünfköpfige Band aus Wien bringt den Funk in einer ungewohnten Form zurück. Es ist, als ob der Funk mit dem HipHop ein kleines Baby gemacht hätte – und das vor einem grindigen Wiener- Würstlstand, mit dem 16er-Blech in der Hand. Bekannt sind sie vor allem mit dem Song „Kodawurscht“. Am Sunnseitn lieferten sie wie gewohnt sehr „geschmeidig“ ab und brachten so manche Mutigen auch zur frühen Stunde zum Tanzen.

Zwischen den Umbaupausen gab es auf Tanzboden 5 eine Einlage vom allseits bekannten Kinetical, bis es dann mit Ant Antic weiterging. Schon seit längerem ist aus dem Duo ein Trio geworden, zumindest bei Live-Auftritten.  Ungewöhnlich bunt präsentieren sich die drei Herren in T-Shirt mit Regenbogenaufdrucken. Musikalisch war es bis auf die Tatsache, dass der Ton teilweise in den hinteren Reihen ziemlich bescheiden klang, wie immer einwandfrei. Erst vor einem Monat haben sie ihre aktuelle Platte „Wealth“ releast, mit der sie momentan fleißig unterwegs sind – auch auf den großen Bühnen dieser Welt, wie etwa dem Reeperbahnfestival.

Headliner des Abends war die Band Claire. Meine größte Hochachtung möchte ich der Sängerin zollen – wer es schaffte, wie Josie-Claire Bürkle ein gesamtes Set durchzutanzen und beim Singen sich keine Spur von Atemlosigkeit anmerken zu lassen, kann schon mal bewundert werden. Spannend war es auch zu beobachten, dass anders wie auf vorhergegangen Claire-Konzerten das Publikum eigentlich jeden Song ziemlich abfeierte. Und nicht nur, wie wir es gewohnt sind, bei „Games“ komplett abzudrehen. Nicht nur den Besucher*innen gefiel das Konzert – sondern auch die Band war besonders angeta. Ob das an der meterhohen Wand aufgetürmt aus Bierkisten lag, kann nur vermutet werden. Wer also bei einer Show mal wieder so richtig ausgelassen tanzen will, der kauft sich am besten ein Ticket für das nächste Konzert der wundervollen Band aus München.

Während es sich auch bei den anderen Tanzböden schön langsam dem Ende zuneigte, ging es bei Nummer 6 erst so richtig los. Weit oben im zweiten Stock des Brauhauses gab es dann für alle Freunde der Elektronik noch eine gelungene Aftershow-Party mit Schallvergiftung. Ein schönes Jubiläum bei wunderbarem Wetter und noch schönerer Musik ging letzten Samstag über die Bühne.  In den letzten fünf Jahren, wo ich nun die Veranstaltung besuchte, wurde ich noch nie enttäuscht. Deswegen ist die Sunnseitn auch für 2018 definitv wieder ein Fixtermin.

 

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