Letzten Mittwoch gastierte im Zuge der FM4 Indiekiste die Indie-Rakete The Districts im Wiener Flex und zeigte eindrücklich, dass das in die Jahre gekommene Indie-Ding nur etwas aufgemotzt gehört, um wieder richtig funktionieren zu können. Support gab es dabei von den atemberaubenden BRNS aus Belgien. 

Gerade noch rechtzeitig vor 20 Uhr angekommen, waren wir doch etwas erstaunt über die gähnende Leere im Saal. Ein paar Menschen tummeln sich am Donaukanal vor dem Flex und irgendwie schien es so, also würden es auch nicht mehr werden. Mit gut 20 Minuten Verspätung war Stille im Saal eingekehrt und das Licht wurde gedimmt, was offenbar anziehende Wirkung auf all die Menschen hatte, die sich in den Hallen des Flex versteckten.

BRNS aus Belgien starteten bei angenehm gefülltem Saal und lieferten ein Set, das sich gewaschen hatte. „This is a new Song. I know you guys don´t know us, but this is definitely a new song!“ – zwischen Alternative Indierock, Postpunk gepaart mit verspielten Elektroelementen bauten sich Postrockwellen auf und endeten in nicht mehr enden wollenden Fuzzorgien. Zwischendurch gab es ausgefeilte Pophymnen des neuen Werkes, die ganz große Ohrwurmgefahr mit sich brachten. Wie die gelungene Schwester des frankensteinschen Monsters präsentierten BRNS ihr ausgefeiltes Songwriting, das von abwechslungsreichen instrumentalen Elementen, Rhythmuswechsel und der energiegeladener Show vor allem von Sänger und Drummer Tim Philippe gezeichnet war. Wenn eine Band dermaßen abliefert, dass die Vorfreude auf das eigentliche Highlight des Abends etwas getrübt wird, hat sie wohl alles richtig gemacht. Absoluter Anspieltip: BRNS – My Head Is Into You!

Das Flex war inzwischen gut gefüllt und das vorwiegend junge Publikum gut eingeheizt. Mit dem Opener „4th and Roebling“ leitete das Quartett aus Philadelphia einen Tanzabend ein, der nie hätte aufhören können. Zugegeben, das neue Album der Districts, „Popular Manipulations“ kann nicht ganz am Vorgänger anknüpfen. Der Sound, das Songwriting, all das, was am Vorgänger noch so schön roh und bodenständig klang, klingt hier etwas durchproduzierter und radiotauglicher, was zwangsläufig nicht schlecht sein muss, jedoch etwas an seiner Charmantheit verloren hat. Die Show tröstete darüber hinweg und so präsentierte sich das Vierergespann während ihres eineinhalbstündigen Sets in Höchstform und spielte sich quer durch alle Alben. Vom ersten Takt an packen die Districts ganz viel Emotion und Power auf die Bühne und zeigten, wie rotzig Indie gepaart mit Garage-Rock sein kann und vor allem sein darf.

Das Publikum danke es ihnen lautstark und kaum ein Song hielt davon ab sich zu bewegen. Dass sich die Districts trotz ihres jungen Alters eine gewisse Routine erspielt bzw. ertourt haben, merkt man. Da ist alles auf dem Punkt. Die Show perfekt ohne große Worte, ohne aufgesetzter Coolness. Eine Band, die hoffentlich noch lange an ihrer Nonkonformität festhält und sich nicht der radiotauglichen Masse verschreibt.

Fotos: Florian Lichtenberger

 

 

 

 

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