Am Mittwoch gastierte die amerikanische Pianistin und Sängerin Tori Amos im Rahmen ihrer „Native Invader“- Tour zum gleichnamigen Album im Linzer Brucknerhaus. Als Support war die irische Indie Pop Band BellX1 mit von der Partie. Beide Künstler konnten zweifellos überzeugen, auch wenn im Falle von Tori Amos das Konzert ab und zu Längen hatte. Wieso der Saal dann doch etwas leer war, lag wohl am horrenden Preis.

Das Brucknerhaus ist ein selten genutztes Konzerthaus in Linz, zumindest abseits klassischer Musik. Gut gewählt war die Location aber trotzdem, war Tori Amos doch auch bei ihrem letzten Linz-Besuch im Brucknerhaus. Damals aber ausverkauft. Es war wohl der hohe Eintrittspreis von bis zu 104 €, welcher viele potenzielle Besucher abschreckte. Etwa 30 € mehr als damals. Um das Geld bekommt man halt auch schon drei Tage Festival oder 2-4 Einzelkonzerte im Posthof.

Nun zum musikalischen. Angefangen hat dieser Abend mit den Iren BellX1. Ruhiger, aber sehr berührender Indie-Pop, welcher ein perfekter Auftakt in den Abend war. Mit Fingerspitzengefühl und bedächtiger Stimme konnte Sänger Paul Noonan die Besucher in seinen Bann ziehen. Persönliche Texte gemischt mit stimmiger musikalischer Untermalung. Einfach sehr gut, Punkt.

Gelungener Auftakt – BellX1

Danach füllte sich der Saal durchaus akzeptabel. Ging es doch gleich mit Tori Amos los. Die Amerikanerin hat sich vor allem durch ihre starke Stimme einen weltweiten Ruf erarbeitet und ist zu einem Star geworden. Auch in den schicken Hallen des Brucknerhauses ist genau dies am Beeindruckendsten. Mit ihrer unglaublich kräftigen, durchdringenden und großartigen Stimme dringt sie bis ins letzte Eck des großen Saals vor und lässt niemanden entkommen. Beeindruckend und auf positive Art erdrückend. Das ganze gepaart mit Klavier und Keyboard verbindet sich zu einer traumhaften Kulisse. Manchmal hell, manchmal dunkel. Bei der Setlist gab es eine große Vielfalt. Fast durch ihre ganze Diskographie spielte sich die Amerikanerin. Sowohl alte Publikumslieblinge wie „Daniel“ oder „Beauty of Speed“, als auch „Breakaway“ und „Reindeer King“. Als nicht Hardcore-Fan muss ich aber sagen: ein paar Lieder sind sich am Ende des Tages dann doch sehr ähnlich, was zu kleinen Längen im Set führt. So stimmig dann auch die Klavier- und Keyboardklänge sind, das ist spielerisch jetzt keine außergewöhnliche Leistung. Passend, gut, aber im Vergleich zum Beispiel mit einem Martin Kohlstedt dann doch nicht wirklich atemberaubend. Diese Musikerin lebt von ihrer unglaublichen Stimme.

Nach ca. 75 Minuten war dieser Abend dann auch vorbei. Ein gelungener Abend, der nicht nur Fans, sondern auch Neueinsteiger wie mich durchaus begeistert hat. Sowohl Support BellX1 als auch Tori Amos leisteten sich so gut wie keine Fehler, eine sehr solide und großartige Performance. Ob der starke Eintrittspreis gerechtfertigt ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich finde das ganze dann doch überteuert für das Gebotene.

Fotos: Andreas Wörister (Facebook Page / Homepage )

 

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