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5K HD: Gänsehaut und Trance in der STWST

5K HD: Gänsehaut und Trance in der STWST

Auf ihrer Tour, um ihr neues Album zu präsentieren, machten 5K HD (englisch ausgesprochen) am Donnerstag in der STWST Linz halt. Dabei wurde das Publikum in die verzaubernde Soundsphäre der Band hineingezogen und es entstand eine ungewöhnliche Mischung aus Begeisterung und Bewegungsdrang.

Den Support legte das mehrköpfige GIS Orchestra, welches nach dem Prinzip der dirigierten Improvisation arbeitet, hin. Bei Beginn des Konzertes war man gespannt, viele Musiker betraten nacheinander die Bühne und setzten in den ersten Song des Auftritts ein. Bei den darauffolgenden musikalischen Einlagen wechselten sich Musiker beim Dirigieren ab. Ein Song wurde der Rettung des Kulturlandes OÖ gewidmet – was guten Anklang und Zustimmung in der STWST fand. Das Konzept und die Idee hinter dem Projekt, aus der Situation etwas zu Neues zu erschaffen, ist zwar originell und interessant, jedoch tauchten während des Auftritts viele rhythmische Ungereimtheiten auf. Nicht aber beim Schlagzeuger, mit guten Umsetzungen und an die Situation angepassten Beats brachte er sich gut in das Setting ein. Das Gitarrenduo war exzellent darin, Zerstörung und Wildheit auszudrücken, mehrere konsonante Töne hätten dem gesamten Konzert aber auch geschmeichelt. Im Vergleich dazu spielte die Geigerin sehr schön, wurde aber sehr oft von der dirigierenden Person bevorzugt, somit Stand die Geige mit ihrer Klangfarbe dominierend im Vordergrund. Die teilweise hohe Lautstärke in Kombination mit wirren Sounds und das Chaos veranlasste viele Zuhörer, das Konzert für eine Rauch/Klo/Drink/Frischluftpause zu verlassen. In der Umbauphase füllte sich der Konzertsaal randvoll und es wurde erwartungsvoll 5K HD entgegengefiebert.

Ein Konzert, das alle Besucher in seinen Bann zog: 5K HD in der Stadtwerkstatt

Die noch frische Formation von 5K HD bestehend aus Trompete, Gesang, E-Bass, Schlagzeug und Keyboard ist schwierig zu beschreiben. Vordergründig steht der Pop und dahinter verstecken sich viele kleine Anspielungen auf andere Genres, dabei werden oft Referenzen aus dem Jazz herangezogen. Dieses Zusammenfließen aus unterschiedlichen Bereichen der Musik wird gut verpackt und tight in die Songs verarbeitet. Die Songs von 5K HD kommen live noch besser als auf dem eh schon gut produzierten Album zur Geltung. Jener Donnerstagabend bildete den Abschluss der Releasetour von 5K HD, weshalb die Band noch selbstsicherer und gekonnt ihr Programm herausknallte. Der Gesang glänzte in vielen Situationen, beispielsweise bei dem Song „What If I“ wurde man in einen Bann der Sängerin gezogen, welcher einem nicht mehr aus purem Staunen herausließ. Der Keyboarder holte alles aus dem von vielen Künstlern verwendeten NORD Stagepiano heraus und erzeugte vielseitige Sounds von wellenförmigen Elektromelodien bis zu geradlinigen Flächen. Oftmals musste man auch dem Trompeter bei seinem Werk folgen und feststellen, dass eine Trompete anders klingen kann, sodass man sein Spiel mit anderen Instrumenten wie Gesang verwechseln könnte.  Auch der Bassist verwendete sein Instrument ungewöhnlich aber einzigartig, manchmal verzichtete er auf simple Basslines und erzeugte Flächen oder er ließ sein Instrument eher gitarrenähnlich klingen. Der Schlagzeuger ließ auch keine Patzer zu und brillierte mehrfach, so auch beim Übergang zum vorletzten Song „Anthem“. Alles in allem ergänzten sich die MusikerInnen, hörten einander zu und brachten sich zum richtigen Zeitpunkt musikalisch in das Geschehen ein. Es kann von einem gelungene Tourende gesprochen werden, dass in unterschiedliche schöne Gefühlszustände einlud und das Verlangen nach mehr Konzerten und Alben zurückließ.

Fotos: Michael Wachta

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Gitarrist/Konzertliebhaber/Naturmensch/Visionär/kreativer Haudegen/Vagabund

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