Nachdem bereits Tag eins des diesjährigen Ahoi! Pop Festivals von Vielfalt im musikalischen Programm strotzte, wurde auch am Freitag und somit zweiten Tag des Festivals gleich nachgelegt: Mit vier Interpreten, die unterschiedlicher kaum sein konnten, hatte auch dieser Abend vielerlei Kontraste zu bieten. Mit von der Partie waren hierbei Black Lips, Voodoo Jürgens, Childhood und Impala Ray. 

Die Münchner Band Impala Ray setzte diesen Abend den Startschuss mit ruhigem, aber tanzbarem Indie. Gesanglich aufs erste Hinhören Mumford and Sons ähnelnd, überzeugte die Band aber dennoch, nicht zuletzt auch wegen der ungewöhnlichen Instrumentauswahl von Tuba und Hackbrett, mit individuellen Gänsehautsongs, viel Liebe zur Musik und bayrischem Schmäh. Wie auch von der Band selbst angesprochen waren Auftritte auf so großen Bühnen bisher eher eine Seltenheit für sie gewesen, entsprechend wirkte es auch stellenweise, als wäre das Soundsystem für die ruhigen Klänge von Impala Ray eine Spur zu laut, was aber dennoch ihrer Performance nichts abtat.

Ähnlich ruhig, aber diesmal um einiges poppiger präsentierte sich Childhood, welche mit ihrer Musik auf Spuren des Funk und Soul wanderte und einem gedanklich in die Vergangenheit zurückversetzte. Der verträumte Sound der Band aus Nottingham sowie die souveräne Bühnenpräsenz der Band nahm gefühlt den gesamten Raum ein und zog das Publikum gekonnt in seinen Bann. So wurden Childhood nach ihrer dreiviertel Stunde Spielzeit wohl die Überraschung des Abends.

Deutlich lauter im Posthof wurde es mit dem Auftritt von Black Lips. Die US-Band zeigte sich von ihrer punkigen Seite, und das nicht nur musikalisch, sondern auch mit allerhand lustiger Features wie einem selbstbespraytem Bühnenbanner und Klopapierrollen, welche immer wieder im Laufe des Konzerts ins Publikum geworfen wurden. Ihre Performance brachte jede Menge Spaß und ermunterte die Menge sogar beim ein oder anderen Song zum Pogen. Auch soundtechnisch zeigte die Band, dass sie so einiges am Kasten hatte, auch wenn leider ihr größter Hit „Bad Kids“ trotz Zugabe nicht gespielt wurde. Dem Auftritt tat dies aber trotzdem nichts zu Leide, Black Lips ist eine Band, die man definitv einmal live erleben muss.

Zum Abschluss stellte Voodoo Jürgens den wohl schrägsten Kontrast zum vorherigen Festivalprogramm dar. So bizarr schon allein der Künstlername von David Öllerer klingt, so bizarr wirkt auch seine Darstellung auf der Bühne. Der Tullner wirkt optisch wie ein klassischer  Drangla und singt und bespielt im übertriebensten Dialekt skurrile Geschichten aus dem Alltag, meist sehr düster und überspitzt.  Man mag von ihm halten was man will, sein Konzept wirkt wie es wirken soll,  wird auch instrumental von seiner Band passend unterstrichen. Auch beim Publikum kommt Voodoo Jürgens verdammt gut an und schafft somit einen gelungenen Abschluss für einen vielfältigen Konzertabend.

 

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