Rakede nennt sich die vierköpfige Formation aus Berlin, die genremäßig irgendwo zwischen Hip-Hop, Electro, Pop und Reggae pendelt und seit ihrer Single „Jetzt gehst du weg“ ein bekannter Name in der alternativen Musikszene ist. Mit ihrem neuen Album „Es geht mir gut*“ tourt sie im Rahmen der „Mein schönster Tag in deinem Leben Tour“ durch den deutschsprachigen Raum und legt auch in Linz eine Zwischenlandung ein, die ihren Zuschauern so noch lange in Erinnerung bleiben wird. 

Zugegebenermaßen war es durchaus ungewöhnlich, bei einem Konzert an einem Freitagabend keinen Supportact vorzufinden, und gleich kurz nach 20:00 Uhr mit dem Hauptact zu starten. Wie sich aber bald herausstellte, war eine Vorband beim Auftritt von Rakede auch gar nicht nötig gewesen. Die vier Berliner „Triebwerke“ betraten ganz protzig samt Fellmantel die Bühne und gingen mit einigen Ablegern ihren aktuellen Albums „Es geht mir gut*“  gleich in die Vollen. Das Publikum brauchte im Gegensatz dazu etwas Anlaufzeit, war aber auch bald aufgewärmt und begann mit dem Flow der Musik mitzugehen und spätestens nach „Sonne“ und „Bruce Lee“ verwandelte sich der Posthof in einen Club und die Halle in einen riesigen Dancefloor.

Wie keine andere Band schafft es Rakede, den Spagat zwischen Party und Schnulzen so smooth rüberzubringen. Nach einem sehr tanzbaren Einstieg folgte Ballade über Ballade, was der Stimmung im Saal jedoch nichts abtat und für Romantik zwischendurch sorgte. Gerade bei der aktuellen Single „Nimmst du mich mit?“ erhoben sich die Stimmen der Fangirls sowie die Feuerzeuge, und der ganze Saal schunkelte zu dem sehr melodischen aber durchaus traurigen Liebeslied.  Nach dieser kurzen Verschnaufpause von etwa drei Songs hob die Rakede aber wieder vollends ab und heizte diesmal umso mehr ein.

Von einer „Wall of Love“, welche ihrem Pendant aus härteren Musikgenres in Nichts nachstand, über das klassische Niederknien und Aufspringen hatte das Konzert auch einiges an typischer Festivalaction zu bieten und ließ dem Publikum zu Recht kaum Zeit zum Stillstehen.  Wer nach der rund eineinhalbstündigen Show aber immer noch nicht genug hatte, der wurde zusätzlich mit gleich zwei Zugaben beglückt, welche natürlich unter anderem die Klassiker „Komm unter meinen Schirm“ und „Jetzt gehst du weg“ beinhalteten, und gegen Ende dann wirklich kaum ein Lied der Banddiskographie ungespielt ließen.

Nach diesen zwei durchtanzten Stunden stellt sich mir letztendlich nur noch folgende Frage: „Wie kommt so ein dicker Bass durch so ein dünnes Kabel?“.

Fotos: © Lisa Leeb

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