Der Berliner Rapper Kontra K machte im Rahmen seiner „Gute Nacht Tour“ am Mittwoch auch Halt im sehr gut gefüllten Posthof Linz. Gemeinsam mit Support und Crewmitglied Rico Depeka lieferte er eine opulente und fehlerlose Show ab, die den Posthof zum Beben brachte und Fans in berechtigte Extase versetzte. Ein Abend, der auch nicht Hardcore Fans durch eine großartige Produktion und Live-Performance mehr als zufrieden stellte.

Das dieser Abend intensiv und sehr gut vorbereitet sein wird, merkte man bereits beim Eintritt in den Saal. Während Support Rico Depeka sein 20 minütiges Set absolvierte und Lines über Instagram-Filter, #subtextnofilter, und Kopfnicken- den Ohrwurm kriege ich nie mehr weg – droppte, versperrte ein weißer Vorhang die Sicht auf die Bühne. Surprise incoming. Back to the topic. Musikalisch war Rico Depeka meiner Meinung nach jetzt kein Überhit, da geht textlich mehr, aber gute Standardkost, die dem Publikum sichtlich gefiel und dieses richtig aufwärmte. Hand aufs Herz: das ist am Ende des Tages noch immer fast alles was zählt. Das Publikum sah das ähnlich und leistete zwar keinen überschwänglichen Applaus wie später bei Kontra K, aber klar: das zu toppen ist für jeden Künstler schwer.

Wärmte das Publikum gut auf Kontra K ein – Support Rico Depeka

Nach kurzer Umbaupause dann der Moment. Die Lichter gehen aus, die Spannung erreicht ihren Höhepunkt. Eine Silhouette erscheint auf dem Vorhang und stimmt ein melodisches Intro ein, bevor dann mit Karacho „Ratten“ das Publikum endgültig zum Auszucken bewegte und der Vorhang fiel. Für Staunen sorgte dann sogleich auch das sehr opulente Bühnenbild, welches einer Stadt nachempfunden wurde. Es folgte dann für gut 1,5 Stunden eine fulminante, abwechslungsreiche und kreative Show durch so ziemlich die ganze Bandgeschichte. Von unter anderem „Guter Nacht“ und „2 Seelen“ aus dem aktuellen Album „Gute Nacht“, über den 2014er Hit „Adrenalin“ bis hin zum 2015er Album „Aus dem Schatten ins Licht“. Alles vorgetragen in einer unglaublichen Energie und Intensität, dass wohl noch im Winterhafen Fensterscheiben Risse bekamen. Das Publikum textsicher, die Damen mehr als die Herren, und absolut übermotiviert – hier brauchte es wenig Ansagen von der Bühne. Man spürte, wie die Energie von Kontra K hier überschwappte. Selten habe ich so eine Begeisterung bei einem Hip Hop Konzert im Posthof erlebt. Der Berliner und seine Crew gaben sich auch merklich Mühe, das Set immer wieder aufzulockern und mit dem Publikum zu interagieren, und es ins Konzert zu integrieren. Da wurde dann auch mal der Gummibären-Song mit dem Publikum angestimmt, ein Handy aus der ersten Reihe genommen, um dem sichtlich begeisterten Herren ein Foto von der Bühne aufs Handy zu jagen, Hände geschüttelt, Cro und die Böhsen Onkelz gedisst und vieles mehr. Nur die Haltungsnoten der ersten Reihe beim Sprung ins Publikum könnten besser sein, da wäre nicht einmal der Norwegische Richter motiviert, die 20.0 rauszuholen. Das geht noch besser, Linz!

Kommen wir endlich zum Fazit. Man muss kein Kontra K, kein Hip Hop Fan sein, um an dieser Performance Gefallen zu finden. Das war wohl die beste Hip Hop Produktion, welche der Posthof seit Langem gesehen hat. Ein traumhafter Abend für Fans und auch ein spannender Abend für Nicht-Fans. Zum Hip-Hop Fan werde ich zwar nicht mehr, aber bei diesem Konzert gibt es wenig bis nichts auszusetzen.

Fotos: Andreas Wörister (Facebook Page / Homepage )

 

 

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