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Ezra Furman: der Bua hats drauf

Mit seinem neuen Album „Transangelic Exodus“ im Gepäck machte Ezra Furman im Zuge seiner Europatour auch in der Arena Wien Halt. Mit an Bord war natürlich auch seine Band, die neuerdings allerdings nicht mehr Ezra Furman and the Boy-Friends, sondern Ezra Furman and the Visions heißt.

Als ich um 20 Uhr ankam, war die Arena bereits gut gefüllt, Bier floss in Strömen, das Konzert war auf 20:30 angesetzt. Allerdings lies Herr Furman eine knappe halbe Stunde auf sich warten, doch diese Wartezeit war es allemal wert. Als er schließlich, von hinten beleuchtet, engelsgleich die Bühne betrat (ein Motiv, das sich nicht nur durch das neue Album, sondern auch durch die gesamte Show spannte), war die Stimmung bereits gut aufgeheizt, das Publikum in bester Laune und Ezra Furman hatte die perfekten Bedingungen für ein erfolgreiches Konzert geschaffen.

Und salopp ausgedrückt: der Bua hats drauf. Ezra Furman ist gesanglich mindestens so vielseitig wie seine Garderobe, von den hohen sanften Tönen wie zum Beispiel in „Psalm 151“ bis zu den rauen, geschrienen Teilen in „Suck The Blood From My Wound“, gesanglich war dieses Konzert ganz großes Kino. Auch musikalisch hat sich Ezra Furman seit seinem letzten Album („Perpetual Motion People“, 2015) deutlich weiterentwickelt. Er distanziert sich vom Feelgood-Indie und wirkt nun deutlich düsterer und aggressiver als früher. „Transangelic Exodus“ ist jedenfalls ein unglaublich spannendes und vielschichtiges Album, das genau den Zahn der Zeit trifft. Er präsentierte natürlich nicht nur sein neues Album, sondern gab auch alte Klassiker wie „My Zero“ oder „Take Off Your Sunglasses“ zum Besten. Den Tränen nahe, brachte er nur ein gehauchtes „Dankeschön, sorry, I don‘t speak German“ über die Lippen, und erzählte, dass sich Wien ein wenig wie seine Heimat anfühlt, da er hier einen großen Schritt in seiner Karriere sieht.

Kurzum gesagt war der Abend mit Ezra Furman and the Visions ein ganz Besonderer, in einem unglaublich emotionalen Konzert zeigte er, dass er nicht nur Gute-Laune-Musik, sondern auch Songs mit gesellschaftspolitischen Themen meistern kann. Ich bin begeistert.

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Musikwissenschaftsstudentin in Wien.

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