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Sauna finnischer Art: Leyya im Posthof Linz

Spätestens nach ihrer Single „Superego“ zählt das Elektropop-Duo Leyya zu den großen Hoffnungen der österreichischen Musiklandschaft. Zur Veröffentlichung ihres neuen Albums „Sauna“ baten die Wahlwiener am 31.Jänner in einen vollen Linzer Posthof und bewiesen, dass die Platte auch live mehr als überzeugen kann.

19:30. Großer Saal? Na bumm. Nicht, dass man es Leyya nicht vergönnen würde, derartige Größen zu bespielen, hätte ich es ihnen um ehrlich zu sein nicht zugetraut diese auch füllen zu können. Ich wurde jedoch bald eines Besseren belehrt. Pünktlich um 20:00 starteten Mickey. (Für alle die diese Band in den Weiten des World Wide Web zu finden versuchen empfehle ich: (Hashtag)mickeymickeyyeah). Warum muss an dieser Stelle wohl nicht erläutert werden. Mickey, die irgendwie so klangen, als würde man sie kennen. Die Songs jedoch vollkommen fremd. Ein „Aha-Effekt“ stellte sich erst nach kurzer Recherge ein. Sänger Alex Konrad, ebenfalls bekannt als Frontmann der im Moment ruhenden Gin Ga, war also dieser in Jogginghose gekleidete Mann mit unverkennbarer Stimme. Das Duo zaubert sphärisch minimalistischen Electropop, der unter Verwendung verschiedenster Stilmittel und instrumentaler Arrangements zu überzeugen wusste und von Anfang an Spaß macht. Eine Schublade für Mickeys Musik zu öffnen, ist schwierig, und auch nicht von Nöten. Was bleibt ist eine ziemlich coole Formation, die durch ihre Minimalsästhetik visueller als auch auditiver Natur Eindruck hinterließ.

Nach kurzer Umbaupause war der Saal gefüllt. Leyya und Band betraten die Bühne und spielten sich durch alle vorangegangenen Releases, welche einem vor Augen hielten, welch unglaublichen Output an Hits diese Band in der kurzen Bandgeschichte bereits hatte. Leyya, das Electropop-Duo rund um Marco Kleebauer und Sophie Lindinger, das erst die oberösterreichische Gurkerlmetropole Eferding hinter sich lassen musste, um von Wien aus internationale Erfolge zu feiern, scheint auf dem richtigen Weg zu sein. Das zeichnete sich bereits durch ihr Debut „Spanish Disco“ ab – und das bewiesen Leyya auch an diesem Abend auf der Bühne. Der Sound, den Leyya produzieren, ist keinesfalls einzigartig, jedoch mit dem gewissen Etwas ausgestattet, das diese Band hervorhebt und zu einem der spannendsten Formationen in Österreich und auf ihrem Gebiet werden lässt. Mit der Performance ihrer Songs und bereits erwähnten Hits verstehen es Leyya auf einer Gefühlswelle zu reiten, die das Publikum Song für Song mitträgt. Heute waren es lediglich die für Sophie Lindinger ungewöhnlich häufigen Wortmeldungen zwischen den Songs, die aus diesem Rausch rissen. Der Wunsch nach einer Leyya-Show im intimen Rahmen mit 30 Gästen wie vor 3 Jahren wird mir wohl verwehrt bleiben. Zurecht, denn diese Band zeigte im Posthof wieder einmal eindrucksvoll, dass sie auf die ganz große Bühne gehören.

Fotos: Andreas Wörister/Slihs Photography (Homepage), Florian Lichtenberger

 

 

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