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Crossing Europe 2018: A Woman Captured

Wir schreiben das Jahr 2018 – und wohl jedem sind die Geschichten der Mägde und Knechte der Bauernhöfe noch bekannt. Mittlerweile denkt man, diese Form der Sklaverei sei vorüber. „A Woman Captured“ von Bernadett Tuza-Ritter zeigt das Leben einer ungarischen Frau, die noch heute unter eigentlich nicht vorstellbaren Bedingungen einer Familie diente. Der Preis für die beste Dokumentation am Crossing Europe2018  ging verdient an dieses hart zu verdauende Schicksal.

 

Marisha arbeitete elf Jahre für eine Frau Namens Eta, der sie ihr geringes Gehalt, welches sie in einer Fabrik, in der sie täglich zwölf Stunden in der Nacht arbeitete, überwies. Dafür bekam Marisha nur Zigaretten und die Reste des Essens, welches sie für Etas Familie täglich zubereitete. Ebenso musste sie täglich das Haus putzen und durfte dieses nur nach Erlaubnis von Eta verlassen. Machte sie einen Fehler, oder wurde ihr ein Fehlverhalten vorgeworfen, kam es nicht selten vor, dass Marisha von Eta verprügelt wurde. Kein Wunder also, dass Marisha ihre Flucht plant. Regisseurin Bernadett Tuza-Ritter hilft ihr bei dieser und es entsteht eine herzerwärmende Bindung mit Happy End.

Marisha bei einer ihrer seltenen Zigarettenpausen

„A Woman Captured“ zeigt in einer aufregenden Dokumentation auf, dass Sklaverei noch immer kein lang vergangenes dunkles Zeitalter ist, sondern auch heutzutage ein gesellschaftliches Problem darstellt. Auch wenn es Marisha, im bürgerlichen Namen übrigens Edith, gelungen ist, sich zu befreien, leben noch immer geschätzt 45 Millionen Menschen in moderner Sklaverei.

A Woman Captured
Bernadett Tuza-Ritter
Ungarn 2017
DCP / color
89 Minuten
Ungarisch
OmeU
Weitere Vorstellung: PREISTÄGER_INNENFILM Dienstag 01.05.18 ab 18.30 Uhr CityKino
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