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Crossing Europe 2018: The Heart

Fanni Metelius nimmt mit ihrem ersten Film das Publikum am Crossing Europe Filmfestival auf eine emotionale Reise. Zwischen dem Finden der Großen Liebe und der eigenen Identität liegt die Geschichte der jungen Fotografin Mia. 

Fannis Metelius Debütfilm handelt von der Geschichte einer jungen Fotografin in Schweden. Der Film beginnt, dort wo viele Liebesfilme aufhören. Mia die Schwedin zieht nach Stockholm zu ihren Freund Fesfay. Die Fotografin wird von der Filmemacherin selbst gespielt – was ein gutes Zeitmanagement, laut Aussagen von Fannie Metelius, benötigt, gleichzeitig den Film zu produzieren und die Hauptrolle zu spielen. Ihr Freund Fesfay ist Musikstudent und produziert selbst auch Musik. Gespielt wird der junge Herr von Ahmed Berhan – der eigentlich kein Schauspieler ist, sondern durch Stand-up-Comedy bekannt wurde.

Die junge Liebe zwischen Mia und Fesfay musste bald dem Alltag weichen. Normalität wirkt vernichtend auf das junge Paar. The Heart arbeitet nicht mit einem ausgefallenen Storyboard, sondern beschrä nkt sich auf einen Plot, der jedem Paar bekannt ist. Wie geht man mit Langeweile und Antriebslosigkeit vom Partner um? Was ist der Grund, warum die sexuelle Anziehungskraft nachlässt und statt täglich Sex nur noch alle heilige Zeit die gemeinsame Aktivität stattfindet? Besonders Mia leidet unter diesen Umständen – sie wird vor der Beziehung als lebhaftes Mädchen gezeigt, welches immer unterwegs ist und gerne Partys bis in die frühen Morgenstunden feiert. Nach und nach erkennt man die Einflüsse der Beziehung: anstatt viel unterwegs zu sein, zockt sie mit ihrem Freund auf der Couch. Immer wieder versucht sie die Beziehung lebendiger zu gestalten – scheitert aber immer wieder an der Passivität ihres Partners. Im Film selbst meint Fesfay, dass alles, was er liebt in die Brüche geht, so wie die Beziehung – er hätte keine Motivation und Kraft mehr aktiver zu sein. So kommt es, dass Mia mit ihm Schluss macht.

Ihre Freundinnen schleppen sie nach der Trennung auf eine Reise, zu einem südlich gelegenen Strand – wo Mia nicht nur sich selbst wieder findet, sondern auch ihre eigene Sexualität. Fannie Metelius schließt hier den Kreis – zu Beginn des Filmes war Masturbation ein Thema, mit dem die Hauptdarstellerin kaum was anfangen konnte. Für Mia war Sex vor der Beziehung mit Fesfay etwas Unverbindliches und deswegen Masturbation etwas völlig Überflüssiges. Nach einer 2-Jährigen Beziehung denkt sie anders.  Selbstbefriedigung wird hier als letzter fehlender Schlüssel zur Selbstfindung und zur Findung des eigenen Genders dargestellt. Diese Szenen waren für Fannie Metelius der Grund, warum sie auch die Rolle der Hauptdarstellerin übernahm – mit den doch sehr intimen Szenen wollte sie keine Schauspielerin überfordern.

The Heart ist für mich ein Film, der mich persönlich am heurigen Crossing am meisten berührt hatte. Fannie Metelius lässt einen mit ihrem Werk in ein zartes Konstrukt von Liebe und Unsicherheit eintauchen und appelliert gleichzeitig an den eigenen (feministischen) Reifeprozess.

HJÄRTAT / The Heart

Fanni Metelius
Sweden 2018
DCP / color
99 minutes
Swedish
OmeU
www.crossingeurope.at

 

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Konzerte - Filme - Bücher - Musik - Kunst // Sozialarbeiterin - Veranstalterin - Redakteurin - Fotografin

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