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VIECH: Releaseshow in der Sargfabrik

Freitag der 13. soll ja bekanntlich zu Unglück führen. Davon hat man am 13.4. aber nichts gemerkt, ganz im Gegenteil: für VIECH und ihr Publikum brachte der Tag eine fulminante Releaseshow in der Sargfabrik in Wien.

VIECH haben Anlass zum Feiern: am 6. April hat die steirisch-oberösterreichische Truppe mit dem grobschlächtigen Namen ihr drittes Album auf den Musikmarkt gebracht. „Heute Nacht nach Budapest“ fällt mit der Tür ins Haus und sahnt damit durchwegs gute Kritiken ab. Die Sargfabrik im 14. Wiener Gemeindebezirk bietet hierbei die perfekte Location. Familiäre Atmosphäre, gutes Bier und eine kleine, aber geräumige Bühne zeichnen das Kulturhaus aus.

„Ich hab viele Fehler gemacht“ heißt die zweite Singleauskopplung vom neuen Album, jedoch dürften die drei auch einiges richtig gemacht haben, sonst würden VIECH sich auf besagter Bühnenicht so glorreich die Seele aus dem Leib spielen. Natürlich gilt es, das neue Album vorzustellen, jedoch ist das Programm außerdem gespickt mit alten Stücken, die auf keinen Fall in Vergessenheit geraten sollten. Hier wurde geschickt für die derzeitige Besetzung umdirigiert und so verschmelzen alte mit neuen Liedern. „Wie glaubst du ist der Sound/Wenn ich einen Stein vom Mond/Durchs Fenster deiner Bude schmeiße“ Wegen Textzeilen wie diesen bleiben neue Lieder wie das bissig-politische „Im Dreck“ im Gedächtnis.

VIECH gab es schon in verschiedenen Besetzungen, einzig Frontmann Paul Plut ist als Konstante seit dem Anfang dabei. Wahrscheinlich ist das auch der Grund dafür, dass es mit der Band nie langweilig geworden ist. Kein Album gleicht dem anderen und doch haben sie alle einen gewissen Sprachwitz gemeinsam. Neuestes Mitglied ist Bassistin Martina Stranger, ihr Hintergrundgesang stellt einen starken Kontrast zu Pluts verrauchter Stimme dar, die wie ein Schotterwerk über die Lieder hinwegrattert. Früher sehr auf Tasteninstrumente gestützt, wird der Sound der Band jetzt stattdessen von einer Gitarre vorangetrieben, der Übergang dorthin scheint ganz natürlich.

Auch am Konzert kommen VIECH ohne große Posen aus und schmettern einem die Songs nur so entgegen, das alles aber mit einem Lächeln auf den Lippen. Als Zugabe gibt es eine minimalistisch-schöne Version von „Heute nichts und morgen davon mehr“, den Abschluss machen sie mit „Ich kanns nicht mehr hören“ vom neuen Album. Abgerundet wird der Abend mit einer Überraschung: alle Zuhörenden bekommen das selbstbetitelte Erstlingswerk der Band geschenkt.

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Soziologiestudentin / Wien - Oberösterreich / Mag: Musik, Bücher / Hasst: Kiwis, die Zeitumstellung

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