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Eröffnung: „Wir brauchen viele IFFIs!“

Das 27. Internationale Filmfestival in Innsbruck öffnete am Dienstag seine Pforten und lud Kinobegeisterte sowie Größen der Tiroler sowie Innsbrucker Politik ein, in die Projektionswelt einzutauchen. Neben der kubanischen Tragikomödie „Últimos Días en la Habana“ standen vor allem die zahlreichen liebevollen Worte im Vordergrund des ersten Kinotages.

Die Eröffnungsrede durfte der frischgebackene Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi halten, welcher sich gleich zu Beginn für diese Ehre bedankte. Es sei ein „Programm für alle“ betonte der Neo-Bürgermeister, der es als außerordentlich wichtig erachtet, Filmstätten wie das Leokino zu erhalten. Sein Blick schweifte dabei nicht nur einmal zu Landesrätin und LH-Stellvertreterin Ingrid Felipe. Auch Landesrätin Beate Palfrader hielt eine Lobesrede auf die Veranstaltung. Abseits der Politik war auch Jeanine Meerapfel, Präsidentin der Akademie der Künste in Berlin und Filmregisseurin, geladen, die auch schon seit Jahren ein wichtiger Teil des Filmfestivals in Innsbruck ist. „Wir brauchen viele IFFIs“ betonte sie während ihrer Ansprache über den Kampf gegen Hetze sowie rechten Populismus. Helmut Groschup, Initiator und Festivalgründer war so gerührt von den vielen Worten, dass er auf die Bühne eilte und zahlreiche Umarmungen und Küsschen verteilte.

Neben den Politikgrößen standen auch zwei für das IFFI prägende Regisseure im Vordergrund. Allen voran Pierre Yaméogo, dem der IFFI-Ehrenpreis verliehen wurde. Gestaltet wurde der silbergrau-metallische Blumenstrauß vom Tiroler Künstler Alois Schild, der auch für den „Willkürlichen Container“ vor dem Leokino verantwortlich ist. Ein weiterer Themenschwerpunkt der Eröffnung war der Ende Dezember letzten Jahres verstorbene Fernando Birris, liebevoll „Großvater des IFFIs“ genannt. Ihm zu Ehren wurde ein Kurzfilm zu seiner Person von Melanie Hollaus und Daniel Dlouhy präsentiert.

Nach gut eineinhalb Stunden Eröffnungszeremoniell wurde der Opener gezeigt: Últimos Días en la Habana von Fernando Pérez. Ins Deutsche übersetzt lautet der Titel „Die letzten Tage in Havanna“, was auch die Handlung gut zusammenfasst. Im Mittelpunkt stehen die zwei Freunde Miguel und Diego, deren Wünsche und Einstellungen nicht divergenter sein könnten: Miguel ist nicht zufrieden mit seinem Leben in Havanna. Er arbeitet als Geschirrspüler und träumt davon in die USA auszuwandern. Sein Mitbewohner und Pflegekind Diego ist an Aids erkrankt, scheint aber seine Lebensfreunde keineswegs zu verlieren. Er ist viel mehr der einzige der Charaktere, der überhaupt positiv dem Leben gegenübersteht. Zu seinen Besuchern zählen auch der Strichjunge Pedro und seine minderjährige, schwangere Großnichte. Fernando Pérez erzählt eine tragikomische Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft mit Blick auf ein im Umbruch stehendes Kuba.

Últimos Días en la Habana
Regisseur: Fernando Pérez
Drehbuch: Fernando Pérez, Abel Rodríguez
Land: Kuba
Dauer: 93 Min.
Sprache: Spanisch

Internationales Filmfestival Innsbruck

 

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Musik- und Festivalliebhaberin aus Tirol, studiert gerade an der Uni Innsbruck

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