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Acoustic Lakeside: das Glück, das ist ein Vogal

Alle Jahre wieder, das dritte Juliwochenende, ruft das wohl gemütlichste Festival des Landes seine Jünger zu sich: das Acoustic Lakeside im Kärtner Sittersdorf. Auch heuer standen neben der bekannten Atmosphäre wieder großartige Acts am Start: Seasick Steve, Viech, Mynth, Ankathie Koi sind nur einige davon. Am meisten vom Hocker gehauen hat uns dann aber Son Lux – alles weitere könnt ihr in unserem großen Festivalrückblick nachlesen. 

Donnerstag

Jedes Jahr pendelt das (fast) gesamte subtext-Team nach Sittersdorf in Kärnten, der Grund für diese Reise könnte kaum schöner sein – das Acosutic Lakeside. Das großartige Booking, der See und die lieben Leute lockten nun schon zum 13. Mal zum Sonnerggersee. Ein gesamtes Jahr freuen wir uns auf den Moment, wo die Schlepperrei vorbei ist, das Zelt steht und kurz vor der ersten Band genügend Zeit bleibt um kurz in den See einzutauchen. Warum wir uns die gesamte Anreise nicht sparen und einfach zu einem See in Linz gehen? Na, ganz einfach: da müssten wir auf die wundervolle Musik verzichten, und so viele liebe Menschen wie hier haben wir in Linz glaub ich gar nicht.

Das Festival eröffnen durften heuer die Jungs von Gospel Dating Service. Direkt am Seeufer baute die Band ihr Lager auf und präsentierte uns Songs vom aktuellen Album „Champagne“. Beinahe unverstärkt präsentierte die Band Songs wie „Amazing“, „Red“ oder „Champagne“. Bereits beim zweiten oder dritten Song wurden die Tanzaufforderungen des Sängers erhört und das gesamte Publikum erhob sich von den gemütlichen Decken und bewies bereits am späten Nachmittag, dass das Lakesidepublikum tanzen kann.

Apropos Tanzen: das konnte man dann auch bei den in diesem Festivalsommer bereits bekannten Lex Audrey tun, die im Party-Zelt, das den Namen wie so oft mehr als verdient hatte, den Opener geben durften. „GodGiven“ heißt die EP, mit der sie diesen Sommer touren. Angesichts der perfekten Arrangements und der Hingabe, die diese Band in ihre Musik steckt – wovon wir uns auch schon am Rock im Dorf-Festival überzeugen konnten – können wir nur auf das baldige Erscheinen eines Albums hoffen. Bis dahin kann jeder Freund elektronischer Indie-Musik auch zu „GodGiven“ abshaken – das dürften auch die Lakeside-Besucher so gesehen haben.

So gar nicht ins Programm auf den ersten Blick passten danach The Loranes. Das Trio aus der deutschen Hauptstadt Berlin würde man nämlich so gar nicht auf einem Acoustic Lakeside vermuten. Denn mit akustischer Musik haben The Loranes ungefähr genausoviel zu tun wie das Acoustic Lakeside mit einem Festivalreinfall: nämlich garnix. Rock ’n‘ Roll ist die Devise, die aber an diesem Abend mehr als gut angekommen ist. Kein Wunder, war die Lakeside-Meute wie jedes Jahr doch schon im Modus „Party bis zum Untergang“. Da passt dann auch eine Rock-Band wie die Faust aufs Auge, die den Bass in die Magengrube drückt. Experiment gelungen, würden wir sagen.

Das Motto „Tanzen bis zum Untergang“ dürfte danach auch die gute Ankathie Koi wörtlich genommen haben. Stagedives, Disco-Ekstase, kompletter Abriss – so in etwa könnte man das Spektakel möglichst kurz zusammenfassen. Auch das Bad in der Menge genoss sie sichtlich, wie auch die Party danach – zumindest dem Facebook-Entry am nächsten Tag auf ihrer Page nach zu urteilen. Dass Ankathie Koi weiß, wie man ein anständiges Livekonzert zelebriert, wissen wir bereits von vorangegangenen Auftritten. Der Gig am Acoustic Lakeside war dann aber doch noch mal eine ganz neue Definition von „Abriss“, dem die Hausherren der Vogal-DJs danach noch einen draufsetzten. Tanzen auf der Bühne, Bier, Bier, noch ein bisschen tanzen auf der Bühne, bis man frühmorgens dann aus dem Zelt wankt: können wir!

Fotos: Lisa Leeb

 

Freitag

Freitag, der Wettergott war den Vogaln am Sonnegger See treu. Zumindest vormittags. Da wurde nämlich bei Hitze und Sonnenschein das zweite Alleinstellungsmerkmal des wohl schönsten Festivals des Landes einer Belastungsprobe unterzogen: der direkt am Gelände liegende Freizeitsee. Natürlich nur, um pünktlich um zwölf Uhr mittags nach einem zünftigen Frühschoppen mit dem sich verdoppelt habenden Gösselsdorfer Trio sich wieder in der Location einzufinden, die man einige Stunden zuvor mit bruchstückhaften Erinnerungen verlassen hatte: das Partyzelt. „Herzalblatt“ stand am Programm, eine Hommage an die wohl berühmteste Kuppelshow nach „Liebesgschichtn und Heiratssachen“. Dass es dann auch wirklich einen (erfolgreichen) Antrag gab – das Tüpfelchen auf dem sprichwörtlichen I. Kitsch pur – der angenehmen Sorte, wie wir betonen möchten. Irgendwann zwischen dem Antrag und der ersten Band startet dann auch unsere subtext on Tour-Crew durch und bot am Campingplatz einen Platz zum Jammen, Schminken und zum Erholen vom alljährlichen Lakeside-Kater. Aber ja, der Hauptgrund auf einem Festival ist dann zumindest für uns doch noch das Lineup.

Und das startete am Freitag mit der Stimme von Napaea. Normalerweise besteht die Band aus fünf Personen, aber am Lakeside präsentierte die Sängerin Katharina alleine ihre Songs. Mit ihrer kräftigen Stimme und den leichten irischen Touch stimmte sie uns ausgezeichnet auf den musikalisch Festivaltag ein, der von der  Grazer Indie/Rock-Band Saint Chameleon dann auch auf der Hauptbühne eröffnet wurde. Die Jungs hatten sichtlich Spaß auf der Bühne, und auch davor sah man schon vereinzelte glückliche Gesichter.

Besonders haben wir uns schon auf Lilly Among Clouds gefreut – nachdem sie uns am Noppen Air heuer schon so begeistert hatte. Leider dauerte das Vergnügen nicht lange, nach den ersten Songs öffneten sich die Schleusen und das prophezeite Gewitter  machte auch am Sonnegger See halt. Kurzerhand musste das Konzert abgebrochen  und die Bühne geräumt werden. Durch den herannahenden Wolkenbruch konnten wir uns leider auch nicht auf die Musik fokussieren – obwohl wir gerne zu Liedern wie „Your Hands are like home“ oder „Blood and History“ mitgesummt hätten.

So simpel der Name der Band auch klingt, so großartig war sie auch – „Clap Your Hands Say Yeah“. Leiser und reduzierter performte die Band aus Philadelphia ihre Songs wie zum Beispiel „The Skin Of My Yellow Country Teeth“. Und es wäre nicht das Acoustic Lakeside Festival, wenn den Menschen der (mittlerweile nur noch leichte) Regen egal ist und sie lieber den Klängen von „CYHSY“, lauschen als sicher im Trockenen zu bleiben. Auch wenn der Regen mittlerweile bereits nachgelassen hatte, musste die Österreichische Band LILI trotzdem im Zelt spielen, da die PA bei der Campfire-Stage noch nicht zu gebrauchen war. Die Grazer hatten sich für den Auftritt am Lakeside so einiges überlegt und so begleitete die fünf Jungs eine Bratschenspielerin.  Natürlich durfte bei so einem Set das Lied „First Contact“ nicht fehlen. Besonderen Respekt haben wir vor dem Schlagzeuger Julian Pieber welcher am heurigen Lakeside vier mal hinter den Drums/Perkussions zu finden war (LILI, Paul Plut, Viech und teilweise bei Mynth) – Chapeau!

Zum ersten Mal das prädikat „magisch“ konnte man dann getrost dem Gast aus der Schweiz auf der Hauptbühne geben. Die Rede ist von Faber, dessen Reibeisenstimme sich im Laufe des letzten Jahres in die Gehörgänge eingebrannt hat. „Wem du’s heute kannst besorgen“ heißt die wohl bekannteste Single-Auskopplung: und Faber besorgte es dem Publikum musikalisch ordentlich. Denn das spezielle Lakeside-Arrangement gepaart mit gestopptem Regen und dem langsam einsetzenden Gefühl eines lauen Sommerabends erzeugt genau diese Gänsehaut, die das Acoustic Lakeside in den letzten Jahren ausgezeichnet hat. Sicher das beste Konzert an diesem Festivaltag. Ein bisserl Pech hattte danach Axel Flovent. Der aus dem fernen Island angereiste Folk-Barde sollte eigentlich die Campfire-Stage mit seinen Balladen erwärmen. Die musste man während der vorangegangenen Sintflut leider kurzfristig abbauen, um PA & Co vor dem Ertrinken zu bewahren. Was zur Folge hatte, dass Axel im Zelt spielen musste – ein Ambiente, das seinem Schaffen wohl nicht unbedingt gerecht wird. Trotzdem machte der sympathische Isländer das Beste draus – aufmunternder Applaus der Sittersdorfer Festivalgemeinde war ihm damit gewiss.

Skandinavisch ging es dann im Rahmen des ersten Headliner-Slots weiter. Die Shout out Louds hatten sich angesagt, um die Party am See anzuheizen. Die Stimmung war ausgelassen – auch das Konzert war für ein, naja, sagen wir mal „Acoustic-Set“ dazu, „very loud“. Die Reaktionen? Von Enttäuschung auf einer kleinen Seite der Besucher bis hin zu Ekstase vor der Bühne war alles vertreten, wie wir in einigen Gesprächen nach dem Konzert mitbekommen haben. Definitiv anders als von Clubshows gewohnt konnte man die Schweden hier neu kennenlernen. Ein Kennenlernen, das bei Vielen auf den ersten, bei manchen wohl erst auf den zweiten Blick funktionieren könnte. Wir schließen uns mal der ersten Gruppe an!

Den Abschluss auf der Camping-Stage durfte Nick Mulvey machen. Der Singer/Songwriter aus London hatte „sad songs“ am Start, die er der gespannten Meute vor der Bühne präsentierte. „Dancing for the Answers“ heißt die aktuellste EP, die nach dem letztjährigen (großartigen!) Album „Wake Up Now“ erschienen ist. Nunja, Nick Mulvey tanz sehr ruhig für seine Antworten – aber Tracks wie das großartige „Myela“ sind dann doch dazu geeignet, Gänsehaut beim Zuhörer auszulösen. Vielleicht nicht in der Kategorie wie Augustines-Barde William Mc Carthy im Vorjahr, aber dann doch in der Premier League der Campfire-Konzerte auf diesem Festival angesiedelt.

Ein Act, den man dann wahrlich nicht auf dem Acoustic Lakeside erwarten durfte, war der Headliner des Freitags: Seasick Steve. Der gute Steven Wold, wie Seasick Steve mit bürgerlichem Namen heißt, hat die 75 Lebensjahre mittlerweile auch schon überschritten – ist allerdings kein bisschen leise geworden. Mit „Don’t know why“ und „Last Po Man“ läutet er ein Konzert ein, das nicht nur den Besuchern sichtlich Spaß machen durfte. Dabei vermischt Blues und Country mit Rock-Elementen, wie es nur er vermag. Seine mittlerweile beachtliche Sammlung an selbstgebastelten Instrumenten hatte er natürlich auch für seinen neuesten Europa-Trip mit eingepackt. Zu hören gibts dann auch Vorboten zum neuen Werk („Can u Cook?“), Klassiker wie „Walkin Man“, und das Schmunzeln hervorrufende „Sun on My Face“. Gepaart mit einer aufrichtigen Entschuldigung für den aktuellen Präsidenten hat Seasick Steve hier einen Auftritt hingelegt, der wohl nicht nur Blues-Rock-Fans gefallen haben dürfte.

Apropos „Gefallen“: das tun ja bekanntlich die Parties auch. Eingeläutet wurde die freitägliche Sause von der Hamburger Meute, die leider das Partyzelt und nicht die Camping-Stage bespielten. Nicht falsch verstehen: klar wissen die Norddeutschen, wie man einen Abriss veranstaltet. Klar taten sie es auch am Acoustic Lakeside. Dummerweise passen halt nicht alle Festivalgäste, die nach dem Headliner noch Bock hatten, ins Zelt. So konnte leider nicht jeder an dieser Performance, für die der Titel „schweißtreibend“ eine bodenlose Frechheit, weil untertrieben, wäre, teilhaben. Schade drum! Dafür wurde es danach wieder etwas später, als die Jungs vom leider nicht mehr existenten Innsbrucker Weeekender die Nacht wiederum zum Tage machten.

Foto: Christoph Thorwartl

Fotos: Lisa Leeb

Samstag

Normal freut man sich ja nicht, wenn der Himmel komplett bedeckt ist und man jederzeit mit Regentropfen rechen kann – außer die Nacht im Partyzelt wurde etwas länger und man genießt die „kühlen“ Temperaturen im Zelt und mützt noch eine Runde, während sich das Wetter entscheidet, doch noch die Sonne scheinen zu lassen. Am Weg zum morgendlichen Badespaß passierte etwas fürs Lakeside Unübliches: noch nie musste man sich am Vormittag anstellen um aufs Gelände zu kommen, Vielleicht hat uns unsere subjektive Wahrnehmung doch nicht getäuscht und es waren heuer mehr Festivalbesucher*innen am Acoustic Lakeside als die Jahre davor. Zur Lesung von Doris Knecht schafften wir es dann aber leider doch nicht mehr rechtzeitig. Dafür aber zur ersten Band, Banfi. Bekannt wurde die Londoner Band durch Songs wie „She Comes Home“ oder „Caroline“, die natürlich auch am Lakeside nicht fehlen durften.  Am Tag zuvor war die Band in unsere Heimatstadt Linz am Salonschiff Fräulein Florentine zu Gast – wo wir jetzt noch traurig sind, dass wir das versäumt haben.

Auf der Campingstage ging es mit Bališ weiter. Die Band ist die erste Band, seit dem wir aufs Lakeside fahren, die neben dem Gösselsdorfer Trio direkt aus der Gegend kommt. Eine weitere ist uns leider entfallen. Was uns besonders gefallen hat war die Vielfältigkeit bei den Liedtexten – beide Muttersprachen, Österreichisch und Slowenisch, wurden in die Lyrics eingebaut. Bekannt ist die Band unter anderem für ihr zweisprachiges Georg Danzer Cover „Daham  bleibt daham /  Ljubo doma, kdor ga ima“.  Unser Herz schmolz allerdings beim jüngsten Bandmiglied dahin – der Sohn von Sänger Norbert Bališ spielte mit seine Kindergitarre sämtliche Werke auf der Bühne mit und unterstützte seinen Vater tatkräftig bei den Vocals. Die Band kam nicht nur bei der Familie, den Freunden und Bekannten in der ersten Reihe an sondern schafften es mit ihren Songs auch das restliche Publikum mitzureißen – da wünscht man sich in Zukunft mehr solch regionale Leckerbissen.

Apropos musikalischer Leckerbissen. Einen besonderen Fang hat das Lakeside heuer mit Paul Plut gemacht. Sein Album „Lieder vom Tanzen und Sterben“ wurde ja von sämtlichen Medien als Meisterwerk bzw. als Album des Jahres betitelt. Unserer Meinung nach zurecht – andächtig lauschten wir der rauchigen Stimme und verloren uns in eine ganz spezielle Welt, erbaut aus schwarzem Humor und brutaler Offenheit.

Fenne Lily lernte die Festivalcommunity vom Lakeside auf eine ganz besondere Art und Weise genauer kennen. Zu Beginn des Konzertes erklärt sie dem Publikum, dass die Anreise sehr anstrengend war und sie deswegen die Sonnenbrille oben lassen werde, außer es würde jemand nackt vor der Bühne vorbeiflitzen. Naja: so ein „Traust du dich nie“ ließen zwei Jungs nicht auf sich sitzen, der erste flitzte nackt auf die Bühne, stahl sich einen Wangenkuss und nahm der Sängerin die Brille ab – der zweite flitzte kurz zur Bar und voll beladen mit Bier wieder retour. Nach der kurzen (no pun intended!) Ablenkung lag der Fokus wieder komplett bei der aus Bristol stammenden Sängerin. Zwischen den total traurigen Songs schaffte sie es immer wieder das Publikum zum Lachen zu bringen. Wir kennen niemanden der sich am Samstag nicht komplett in die Musik von Fenne Lily  verliebt hat – und in ihre Geschichten zu den Songs.

„From Nowhere“ – wer kennt ihn nicht, den einen Song der einem schon seit 2014  jeden Sommer begleitet. Am heurigen Lakeside hatte man endlich die Möglichkeit, sich diesen live anzuhören. Auch wenn der Song knappe 30 Millionen Mal auf spotify abgespielt wurde, fehlte einem oft der Name zu dem Hit. Dan Croll steckt als Mastermind hinter diesem Werk. Am Festival begeisterte er jedoch die Massen eben mit Songs wie „From Nowhere“ und „Bad Boy“.

Kommen wir zum ersten absoluten Highlight des Tages – Viech. Ja, wir lieben die Band schon seit ihrem Auftritt 2013 bei uns am Acoustic Qlash in der Stadtwerkstatt und ja, sie hätten auch ein nicht-acoustisches Set spielen können und wir hätten sie immer noch gefeiert. Haben sie aber nicht, ganz im Gegenteil – neben den herkömmlichen Setup haben sie sich noch zusätzlich Unterstützung vom einem  Perkussionist mit ans Boot geholt. Ganz klar ist auch, das bei Songs wie „Steuermann“ keiner mehr still sitzen kann und fleißig mitgesungen wird. „Oh Elise“ hat uns dann aber schon ein wenig gefehlt.

Bevor es auf der Hauptbühne mit Farewell Dear Ghost und Son Lux ans Eingemachte ging eroberten die Neuseeländer von The Naked and Famous die Herzen der eingefleischten Fans. Leider waren neben dem akustisch performten Song „Young Blood“ kaum Parts im Set, die uns weggeblasen hätten – schade darum, wir hätten uns schon besonders auf die fürs Festival maßgeschneiderte Versionen von „Punching In A Dream“ oder „Higher“ gefreut. Den Abschluss bildete dann das Cover von Whitney Houston „I Wanna Dance With Somebody“ – zum Mitsingen perfekt, aber dann auch schon ein bisschen besser gehört.

Eine weitere Band die uns komplett mit ihrem Arrangement überraschte war Mynth – gleich vorweg wir sind stark dafür, dass sie ein akustisches Album aufnehmen. Die Band hat es geschafft innerhalb von vier Jahren sich einen Rang zu erspielen, wovon viele andere gleich alte Bands nur träumen können. Gründ für dieses Mirakel ist wohl das Geschwisterpaar, welches sich hinter Mynth versteckt. Giovanna und Mario Fartacek werden in der österreichischen Musiklandschaft als Masterminds gefeiert. Während dem Konzert bewunderten wir die Offenheit der Sängerin, die von ihren (traurigen) Erfahrungen in Norwegen berichtet und uns ihre Gefühle in Form eines Songs direkt in unsere Herzen projektierte. In die aktuelle Single „Elevator“ haben wir uns auch ein wenige verliebt. Das die Musiklandschaft in Österreich klein ist merkte man spätestens bei Mynth – so waren auch hier durchs Festival bekannte Gesichter zu sehen Sänger von LILI Günther Paulitsch konnte man an den Drums erleben und später bei der Zugabe seinen anderen Bandkollegen Julian Pieber. Auf der Hauptbühne ging es mit eine ebenfalls aus Österreich stammenden Band weiter – Farewell Dear Ghost. Die Band probte schon Wochen vor dem Auftritt mit einem Ensemble (The Shadowplay Ensemble) und anrangierte ein perfekt für das Acosutic Lakeside zugeschnittenes Set.  Zugegeben: die Band ist nicht zum ersten Mal am Lakeside und kennt deswegen auch den Hausbrauch schon – aber umso schöner ist es, als Besucher*in mit Mynth und Farewell dear Ghost gleich zwei Bands hintereinander zu sehen, die das „acoustic“ noch wörtlich nehmen. Gesangliche Unterstützung bekamen die Jungs von der Linzer Band Bye Maxene. Neben den Covers von Elvis (Can´t Help Falling In Love) und Toto (Africa) performte die Band noch einen weiteren Song, der nicht in der regulären Setlist vorhanden ist. Eigens für das Festival geschrieben und gemeinsam mit Ian Fisher und dem Ensemble präsentierte die Band den Lakeside-Song – und offenbarte somit ihre uneingeschränkte Liebe zu diesem großartigen Festival.

Der Singer/Songwriter Luke Sital-Singh aus UK war der Headliner auf der Campfire Bühne. Er versuchte gar nicht, das Konzert von Farewell Dear Ghost zu toppen sondern begeisterte auf seine Art und Weise das Publikum. Anstatt Party stand bei ihm aufmerksam Zuhören am Timetable. Mit ruhigen Songs wie „Killing Me“ schaffte er es innerhalb von Sekunden, das noch aufgekratzte Publikum zum aktiven Lauschen zu bringen. Die romantische Stimmung am Seeufer gleich neben dem Lagerfeuer war quasi greifbar. Hier und da wurden auch eifrig verliebte Küsse ausgetauscht – Lakesidefeeling wie im Bilderbuch.

Der Headliner des Abends übertraf so ca. alles, was wir heuer schon live an Musik erleben durften. Son Lux schaffte es gemeinsam mit dem Acoustic Lakeside Ensemble, dass sich die Welt rund ums Festival zu drehen aufhörte.  Mit offenen Mündern, geschlossenen Augen und im Takt mitwippenden Füßen verblieben wir beinahe das gesamte Konzert in der ersten Reihe. Dabei hätte alles anders kommen können, der Flug nach Österreich wurde am morgen vom Konzert gecancelt. Die einzige Möglichkeit,es noch rechtzeitig zum Gig zu schaffen, waren rumänische Taxis, die die Musiker quer durch Europa transportierten. Das Konzert nur annähernd objektiv zu beschreiben fällt uns besonders schwer – was da oben auf der Bühne passiert ist, kann nur, um die Worte von FM4 Journalistin Alexandra Augustin zu wiederholen, als „Magic“ bezeichnet werden. Wer es verpasst hat und trotzdem wissen möchte von was wir sprechen, kann sich HIER die FM4 Radiosession anschauen.  Man achte besonders auf den Schlagzeuger, der sich unserer Meinung einen Platz in der weltweiten Top 10 der Schlagzeuger verdient hat. Bei einem gelungen Son Lux Konzert darf natürlich das Meisterwerk „Easy“ nicht fehlen. Als beinahe letzes Lied wurde gemeinsam mit den Fesivalbesucher*innen der Song „Dream State“ aus der aktuellen Platte “ Brighter Wounds“ gesungen – Gänsehautmoment hoch zehn.  Son Lux ist eine Band, die es schaffte, dass  wir noch lange nach dem Konzert wie verliebte Teenager mit einem Dauergrinser durch die Nacht wankten. Viele von uns gingen nach dem Konzert direkt ins Zelt – um sich den wunderbaren Moment für später zu konservieren – aber ein paar vereinzelte subtext on Tour Crew Mitglieder konnte man wie auch jede andere Nacht ganz vorne beim Partymachen erleben.

Liebes Acoustic Lakeside: wir sagen wiedermal Danke für das wunderschöne Wochenende, die schöne Musik und die liebevolle Betreuung. Wir warten gespannt bis Oktober, wo wir gemeinsam mit euren Vogal-DJs ein bisschen Lakeside-Stimmung nach Linz auf unser eigenes Geburtstagsfest bringen.

Foto: Christoph Thorwartl

Foto: Lisa Leeb

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