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Holy Pinto: an evening with the T-Shirt salesman

Einer der Acts, den international gesehen wohl nur eine Handvoll Leute kennen, der aber dafür live wohl mit die meisten Kilometer weltweit zurücklegt, ist Holy Pinto. Eigentlich stammt Aymen, der Frontmann der Indie-Rock-Band, ursprünglich aus dem britischen Canterbury. Mit neuem Werk im Gepäck, „Tales from the Travelling T-Shirt Salesman“, war er am Montagabend zu seinem jährlichen Linz-Gastspiel anwesend. Die Pleite&Planlos-Crew schaffte es aber auch mit zwei weiteren Acts, den Montagabend zu einem erträglichen zu machen. 

Wir kennen das ja. Montag, Sommer, Tristesse. Nicht so am vergangenen Wochenanfang: die Crew von Pleite&Planlos lud in ein schönes Gemäuer der Stadt zu einem lauten Konzertabend, der stilistisch unterschiedlicher nicht sein könnte. Zum Einen wären da mal OAT gewesen. Der Dreier stammt aus Leipzig, und ist vor allem eines: laut. Im Positiven natürlich gemeint. „Stonerpunk“ nennt das Trio ihr musikalisches Schaffen, das nach einem gut 25minütigen Set ein angenehmnes Pfeifen im Ohr hinterlässt. Übrigens auch auf Platte empfehlenswert: die aktuelle EP „Hardy“, die allein schon durch das Cover ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.

Keine Unbekannten, zumindest geographisch, sind YOUTH. Die mittlerweile in Wien beheimatete Band verleugnet ihre oberösterreichische Herkunft nicht. Vor der Sommerpause legten sie noch einen Zwischenstopp in der Stahlstadt ein, um ihren Emo-Grunge-Punk-Mix zu präsentieren. Was sie als „Friends playing sad songs“ beschreiben, entpuppt sich live zwar textlich, aber musikalisch nicht unbedingt traurig. „The Differente in Us“ heißt die Debut-EP, die heuer im Februar offiziell präsentiert wurde. Uns bleibt nur zu sagen: Jungs, ab ins Studio, da wär ein Album fällig!

Was sollen wir zu Holy Pinto eigentlich noch sagen? Mittlerweile jährlich ist Aymen Sals alias Holy Pinto in diversen Formationen zu Gast in Linz. Gesehen haben wir sie schon solo, als Duett – und vergangenen Montag dann auch als Full Band. Der musikalische Weltenbummler ließ es sich auch nicht nehmen, in Linz mit Seemansmütze (danke, Flo!) aufzutreten, und wirklich jeden Besucher seines Gigs einzeln zu besuchen, um mit ihm zumindest einige Worte zu wechseln. Als Full-Band-Show wirkt das musikalische Programm rund um das neue „Tales from the travelling T-Shirt salesman“ dann doch drückender, allerdings dann auch nicht weniger sarkastisch als gewohnt. Es hat fast das Feeling eines Homecomings, wenn Holy Pinto in Linz zu Gast sind. Gepaart mit sichtlich Spaß on stage ergibt sich ein Konzert, das man an einem Montagabend mehr als gerne mitnimmt. Nachdem dieses Gefühl des Homecomings nicht allzuviele Bands zu vermitteln vermögen: Aymen, wir sehen uns 2019!

 

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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