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Declan Welsh and The Decadent West & Yokohomo: sie haben noch Einiges vor

Am 19. September gastierten mit Yokohomo und Declan Welsh and The Decadent West zwei wahnsinnig interessante Newcomer im B72 in Wien, die ganz bestimmt noch einiges vorhaben, und man daher auf jeden Fall im Auge behalten sollte.

Die Wiener Band Yokohomo eröffnete den Abend mit punklastigem Rock‘n‘Roll auf Deutsch. Nach bereits wenigen Takten zeigte sich: die Burschen haben Potential, und offensichtlichst großen Spaß auf der Bühne. Wahrscheinlich lag es an der frühen Stunde und am geringen Alkoholspiegel, doch leider zeigte sich das Publikum bei Yokohomo noch nicht so tanzfreudig, hätte ich mir doch zumindest einen kleinen Moshpit erwünscht. Nichtsdestotrotz legte die Band einen unglaublich gelungenen Auftritt hin, der auf jeden Fall Lust auf mehr macht. Wir sind durchaus gespannt, was die Band als Nächstes vorhat, denn es gibt leider noch viel zu wenig ihrer Musik auf YouTube, Spotify & Co zu finden. Übrigens: am 25.10. bespielen Yokohomo im Rahmen der Gürtel Connection das Loft, nur so ein kleiner Tipp am Rande für alle in Wien Lebenden und nach Wien Reisenden!

Der Hauptact des Abends war die schottische Singer-Songwriterformation Declan Welsh and The Decadent West, die mit ihren Texten Probleme und Kontroversen der heutigen Welt gekonnt provokant ansprechen, wie man es von einer guten Punkband eben erwartet. Inhaltlich geht es bei Declan Welsh and The Decadent West um katholische Homophobie, um schicke Nazis, los fascistas, no pasarán. Ein großer Bonus für alle Britannophilen ist sowieso der Glasgower Akzent des Sängers und die lyrische Poesie, es ist nicht schwer zu erkennen, dass Declan Welsh vor der Gründung seiner Band Gedichte schrieb.

Mittlerweile war auch das B72 schon gut gefüllt, und das Publikum viel lockerer (man brachte den Spritzwein?!), besonders für einen Mittwochabend. Kurzum lässt sich sagen, dass Declan Welsh and The Decadent West eine laute junge Band mit einer starken Meinung sind, die ein wahnsinnig gutes Konzert gespielt haben, und leider noch viel zu wenig bekannt sind, vor allem in unseren Breitengraden. Diese Band gehört für mich persönlich zu den spannendsten Künstlern, die ich 2018 musikalisch kennenlernen durfte. Im Übrigen kann ich die EP „All My Dreams Are Dull“ durchaus sehr empfehlen, außerdem verkürzt sie vielleicht ein wenig die Wartezeit, bis Declan Welsh and The Decadent West wieder einmal unser schönes Schnitzelland bespielen.

Foto: © Neelam Khanvela

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Musikwissenschaftsstudentin in Wien.

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