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THE HOWLING MUFFS: Genuine

Seit 4 Jahren machen sich The Howling Muffs mit ihrem Mix aus Funk, Psychedelic- und Stoner Rock österreichweit einen Namen. Am 28. September erschien mit «Genuine» ihr lange erwartetes Debütalbum – Crowdfunding sei Dank! Wir haben für euch genau reingehört…

Ursprünglich im ländlichen Oberösterreich (straight outta Grolzham) angesiedelt, haben sich The Howling Muffs 2014 aufgemacht die weite Rockwelt zu erobern. Die Band wildert im Sound und der Ästhetik der 70er Jahre. Fuzzpedale, bunte Hemden und eine Flasche Whiskey griffbereit hinterm Verstärker – dorthin geht die Reise. Die „Muffs“ sehnen sich nach der guten, alten Zeit – wollen „back to the roots“. Sie verehren den Funk, peppen ihn aber mit etwas Stoner Rock Härte auf flirten stark mit dem Psychedelic Rock. Black Sabbath trifft Led Zeppelin trifft die frühen Red Hot Chili Peppers, oder so ähnlich.

Eines Vorweg: Man merkt wie viel Vorlaufzeit und harte Arbeit in diesem Album steckt. Auf einigen Songs sitzt die Band schon seit Jahren, hat diese zwischendurch als Demos veröffentlicht und nun neu arrangiert und neu aufgenommen. Bestes Bespiel: „Find Me“, oder auch „April“. Das Songwriting der Band ist wie geschaffen für einen Longplayer. The Howling Muffs verzichten großteils auf konventionelle Strukturen und verleihen dem Album so einen fantastischen Fluss. So etwas muss man einfach in einem durchhören, denn oft weiß man gar nicht mehr so recht wo ein Stück aufhört und das nächste beginnt. Ein starkes Beispiel dafür findet sich etwa im Übergang von „Sitting In The Fire“ zu „The King“. So viel Detailarbeit verdient Anerkennung.

Wenn man auf „Genuine“ nach Schwächen suchen möchte, finden sich diese wenn dann im manchmal sprunghaften Wechsel zwischen den einzelnen Genres. Hier und da wünscht man sich etwas mehr Fokussierung, vielleicht etwas mehr Mut zur Eingängigkeit. Denn wie „Cheated“ beweist haben The Howling Muffs auch ein Händchen für Popsongs im psychedelischen Gewand. Davon wünscht man sich glatt etwas mehr.

Bei dem vielen handwerklichem Geschick mit dem das Trio an seinen Instrumenten zu Werke geht, muss natürlich auch der Gesang dementsprechend liefern – und das tut er auch! Die Texte kommen zwar etwas flach daher, aber weil die Stimmgewalt und der musikalische Variantenreichtum viel mehr im Vordergrund stehen, stört die fehlende Substanz in diesem Punkt überhaupt nicht.

Alles in allem ist „Genuine“ ein starkes Erstwerk, dem man die lange Vorarbeit und die Menge an Herzblut die darin steckt in jedem Moment anhört. Wir werden mit Spannung verfolgen in welche Richtung der Weg dieser Band weiterführt.

Tracklist

01. Genuine (Intro)
02. Booze
03. April
04. Demon
05. Sitting In The Fire
06. The King
07. Electric Illusion
08. Three Swans (Interlude)
09. Roots
10. Find Me
11. Destiny
12. Cheated
13. Ship

VÖ: 28.09.2018, self released
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Schreibt Albumrezensionen, Konzertberichte und führt gerne Interviews - transkribieren tut er diese aber weniger gern. Immer wieder auch für Blödsinnigkeiten abseits seines Kerngebiets "Musik" zu haben. Hosted einmal monatlich die Sendung "Subtext on Air" auf Radio FRO, ist bei mehreren Kulturinitiativen und in einer Band aktiv.

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