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VIENNALE 2018: Ein Abend mit TILDA SWINTON in Wien

Österreichs internationales Film-Festival, die Viennale, hat auch in diesem Jahr 15 Tage lang die Wiener Innenstadt zum Cineasten-Hotspot verwandelt. Neo-Direktorin Eva Sangiori hat ihren Einstand mit zahlreichen Premieren, feinen Dokus und Kino-Höhepunkten zusammengestellt. Einer davon war „Suspiria“ von Luca Guadagnino. Schon wieder ein Remake? Ja, aber was für eines!

© Viennale

Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton, die in dieser Horror-Neuauflage die Rolle der charismatischen Tanzlehrerin Madame Blanc mimt, ließ es sich nicht nehmen, selbst in Wien am 05. November 2018 (an ihrem Geburtstag!) vor Ort zu sein, um einige einleitende Worte ans Publikum zu richten und Anekdoten über die Entstehung zu erzählen. 25 Jahre lang schwebte etwa die Idee einer Neuerzählung über den Köpfen der Macher, so Swinton. Lob gab es für die anspruchsvollen Tanzchoreographien und für den schaurig-schönen Soundtrack von Radiohead-Mastermind Thom Yorke.

© Viennale (Robert Newland)

„Suspiria“, aus dem Jahr 1977 von Regisseur Dario Argento, ist zweifelsohne das, was unter dem Begriff „Kultfilm“ zu verbuchen ist. Die Version von Luca Guadagnino hat ebenfalls das Zeug dazu, sich diesen Begriff anzueignen. Swinton selbst, die sich chamäleonartig ihre Rollen förmlich einverleibt, glänzt im Film mit ihrem „speziellen Etwas“ und ihre Präsenz hält den Zuschauer, wie könnte es auch anders sein, felsenfest in der Hand. Dakota Johnson, bekannt seit der „Fifty Shades Of Grey“-Franchise, kann hier als Susie Banyon erst so richtig zeigen, was es heißt, als Schauspielerin wirklich gefordert zu sein. Der restliche Cast um Größen wie Ingrid Caven oder jungen Talenten wie Mia Goth ist durchaus famos geraten, wie auch das nass-kalte Setting in Berlin zur Zeit des Deutschen Herbstes, sowie die kühle Bildsprache, die in eindringlichen Szenen von satten Farben durchdringt wird.

Guadagnino verdichtet seine Argento-Rekonstruktion zu einer sadistisch angehauchten Metapher über die Verbindung von Frauen in schwierigen Zeiten – und das ist nur der offensichtlichste Zugang. „Suspiria“ entwickelt einen Sog, der explizit gezeigt und ausgebreitet wird, mitunter schwer erträglich ist – aber eben auch eindringlich und nachwirkend berauscht. Ab 15.11.2018 im Kino.

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