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Friska Viljor: Schweden lässt grüßen

Wenn die Schweden für etwas außer Zimtschnecken, Fleischbällchen und IKEA bekannt sind, dann ist es ihre Musik. Mando Diao wäre da so ein Beispiel – oder aber auch die Bands Friska Viljor und Side Effects, welche am Samstag im Posthof zu sehen waren.

„Melodic.Pop-Whatever“: so beschreibt die Band Side Effects ihre Musik. Sie machten am Samstag für Friska Viljor den Support. Die vier Jungs von Side Effect stammen ebenfalls aus Schweden. Mit ihrer Debüt EP 2011 „Feel Flows“ haben sich die Jungs das erste Mal in der schwedischen Musiklandschaft bemerkbar gemacht. Fast acht Jahre später stehen sie nicht nur im Posthof auf der Bühne, sondern präsentieren auch ihr zweites Album “ Some other day“. Kurz gesagt, die Jungs haben sich in Schweden bereits einen Namen gemacht, aber hierzulande gelten sie noch als Geheimtipp. Musikalisch beschreibt das Wort „whatever“ sie eigentlich ziemlich gut. Die Jungs haben sich von sämtlichen Jahrzehnten das Beste herausgepickt und neu arrangiert – gemischt mit dem schwedischen Charme präsentierten sie es uns am Samstag. Erinnern tun sie ein bisschen an Mando Diao, und nein, nicht nur, weil die auch aus Schweden sind. Beim Konzert beeindruckte uns vor allem die Stimmenvielfalt: es gibt kaum Bands wo beinahe jeder der Mitglieder abwechselnd die Leadvocals übernehmen kann. Musikalisch können wir die Jungs nur schwer empfehlen und sind uns sicher, dass wir sie nicht zum letzten Mal live gesehen haben.

Grund für den gut gefüllten Saal waren dann doch die andere schwedische Band – Friska Viljor. Knapp vier Jahre hörte man nichts von der Band, und wie aus dem Nichts wurde im Herbst 2018 die neue Platte angekündigt samt einer Europatour. Bekannt sind die Schweden vor allem für ihre gute Laune bei Konzerten, die sie sehr gerne mit dem Publikum teilen. Somit ist ein Friska Viljor-Konzert ein Event, dass sämtliche Endorphine in einem freisetzt – Samstag war da keine Ausnahme. Gleich zu beginn wurden Klassiker wie „On and On“ oder „Gold“ zu besten gegeben. Und es dauerte auch nicht lange, da hat sich das Publikum warm getanzt und gesungen – und war mit vollem Elan bei der Band. Dann kam der Cut mit den Songs vom neue Album „Broken“, welches am 11.1.19 erschienen ist. Sänger Joakim Sveningsson hatten in den letzen Jahren eine schwere Zeit, welche er in den Liedern von „Broken“ verarbeitete. Offen erzählte er uns von dieser Zeit, wo ihn seine Frau verließ und er die Kinder nur sehr selten sehen konnte. „We are now on the butt of the concert“- so kündigte er die fünf sehr traurigen Lieder an. „Regrets“ und „Miss you when you sleep“  haben es uns besonders angetan, sie gaben uns einen direkten Einblick in die Gefühlswelt des Sängers. Aber es wären nicht Friska Viljor, wenn sie uns traurig aus ihren Konzert gehen lassen würden – Songs wie „If I die now“ oder „Wholwill“ brachten die gute Laue zurück. Bei der ersten Zugabe kamen zwei besondere Gäste auf die Bühne und unterstützen die Band; die Frau des zweiten Sängers Daniel Johansson und sein Sohn begleiteten den Song „Painted myself in gold“.  Spätestens da hatte man die Band komplett ins Herz geschlossen. Seine Liebe zur Band konnte man beim letzten Lied „Shotgun Sister“beweisen – laut und mit Begeisterung war die Devise.

Ein Konzertabend, der bereits jetzt das Potential hat einer der besten 2019 zu sein – aber wir sind gespannt was das Jahr sonst noch bringt.

Foto: Andreas Wörister

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Konzerte - Filme - Bücher - Musik - Kunst // Studentin - Veranstalterin - Redakteurin - Fotografin

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