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Madsen: du schreibst noch immer Geschichte

Madsen – seit mehr als 15 Jahren ein Garant für Live-Ekstase, und immer wieder als eine der besten Bands Deutschlands bezeichnet. Vergangenen Samstag kamen 1100 Leute im Linzer Posthof wieder in den Genuss eines Konzertes, das man auch zwei Tage später noch in den Knochen spürt. 

Support an diesem Abend gab es auch – in Form von Reverend Backflash, Punkrocker aus Wien. Frisch auf Pogo’s Empire veröffentlichen die vier Jungs ihre Musik. Stilistisch? Schnorkelloser Punkrock, mit eindeutigen Vorlieben in den Rock-Bereich. Gitarrensoli machen halt doch Spaß. Eine Band, die man gerne auf jedem Punk-Festl mitnehmen würde, und ein durchaus würdiger Einheizer für eine Band, der live wohl keiner mehr etwas vormachen kann, wie man kurze Zeit später erfahren durfte.

Denn Madsen stehen 2019 noch immer für glückliche Gesichter, sowohl im Publikum als auch beim Personal am Bierstand. Bevor es allerdings losging, durfte Roadie (die armen Schweine, die Zeug schleppen, Gitarren stimmen, und für jeden Scheiß auf Tour zuständig sind!) und Geburstagskind Tillman noch ein Ständchen zum Besten geben. Gekonnt wird die Singer/Songwriterkunst aufs Korn genommen – sollte er mal solo auf Tour gehen wollen: wir würden hingehen!

Madsen anschließend beweisen, warum sie noch lange nicht zum alten Eisen zählen. „Sirenen“ wird gleich als zweiter Song verbraten, und den Vibrationen am Boden nach zu urteilen konnte man da schon feststellen, wo die musikalische Reise hingehen sollte. Stagedives zu „Nachtbaden“, ein „Smells Like Teen Spirit“-Cover, „Du Schreibst Geschichte“, „So Cool Bist Du Nicht“, das selten gespielte „Baut Wieder Auf“, sowie The Clash und „Die Perfektion“ zum Abschluss – nein, gefehlt hat da gar nix. Weder Konfettikanonen, Moshpits, Leute-auf-die-Bühne-Holen, sympathische Zwischenansagen, noch sonst irgendwas. Ein Konzert, bei dem man auch bei genauestem Suchen keine Kritikpunkte finden kann. Ein Konzert, das mit den Zugaben „Leuchttürme“, „Keiner“ sowie dem unweigerlichen „Lass Die Musik An“ samt Kindern auf der Stage keine Wünsche offen lässt. Eine Liveband, die nicht enttäuschen kann – und die hoffentlich bald wieder zu sehen ist!

Foto: Christoph Thorwartl, Andreas Wörister

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eishockeyfan. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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