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Festival der neue Heimatfilm 2019: Becoming me

Festival der neue Heimatfilm 2019: Becoming me

„Becoming me“ ist eine filmische Langzeitbeobachtung von Martine De Biasis erster Liebe, eine Frau, die zu einem Mann werden will.

Meistens sind es nur Marian und die Regisseurin Martine De Biasi mit ihrer Kamera. Sie begleitet Marian acht Jahre lang von den anfänglichen Bedenken und Befürchtungen bis zur Geschlechtsangleichung und dem Leben danach. Geboren wurde Marian als Marion in einer Gemeinde in einem Tal in den Südtiroler Alpen. Er will diese auf keinen Fall verlassen und kann sich nicht vorstellen, den Schritt woanders zu wagen. Trotzdem zweifelt Marian lange, ob er die Anpassung seinem Umfeld zumuten kann, besonders um seine Stelle als Volksschullehrer ist er besorgt. Für die Regisseurin ist ihr Film ein Verarbeitungsversuch, da es sich bei Marian um ihre erste Liebe handelt. Sie hält sehr an ihrer gemeinsamen Vergangenheit fest und es fällt ihr zuerst schwer Marian zu verstehen. Aus dem Off spricht Martine über Marians Weg und äußert dabei ihre Zweifel und Ängste während dem Publikum Videos aus ihrer Kindheit gezeigt werden. Zu Beginn des Films teilt sie viele ihre Gedanken und Gefühle, aber gegen Ende wird immer weniger kommentiert. Dies ist auch bildlich zu erkennen, da sie zuerst viele Close-Ups verwendet und sich dann mit der Kamera distanziert.

Der Film gewann beim Festival der neuen Heimat den Publikumspreis. Bereits beim Gespräch direkt nach der ersten Vorstellung in Freistadt wurde deutlich, dass der Film die Zuschauer sehr bewegt, da viele Fragen gestellt wurden und die Regisseurin viel Feedback erhielt.

Martine De Biasi wurde 1981 in Trentino in Südtirol geboren. 2004 schloss sie ihr Studium an der Filmschule ZeLIG ab und arbeitete in Bozen und München als Cutterin. Seit 2007 arbeitet sie für Fernsehen und Radio in Südtirol.

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