„Es geht mir in Erster Linie darum, etwas zu bewegen“

 

Eric Fischer macht sich seit über 20 Jahren als Dj, Promoter und Producer einen Namen. Am 09. Oktober findet wieder die Veranstaltungsserie „Danube Rave“ im Linzer Posthof statt. subtext.at konnte ihm bei einem kurzen Interview ein paar Fragen über sich und die Veranstaltung stellen.subtext.at: Dein Stil hat sich in deiner langjährigen Karriere sehr stark entwickelt, wo siehst du dich in 2 Jahren?
Eric Fischer: Für mich spielt Karriere nicht mehr die Hauptrolle sondern es geht mir in Erster Linie darum etwas nachhaltig zu bewegen. Der Stil von mir hat sich insofern verändert weil sich auch das Musikverständnis geändert hat. Die Musik hat mehr Wertigkeit bekommen als zum Beispiel vor 15 Jahren. Wichtig ist eigentlich nicht die Richtung sondern, dass ein musikalisch-künstlerischer Anspruch da sein muß.

subtext.at: Was ist dir lieber? Djing oder producen?

Eric Fischer: Es hat beides seine Anreize. Natürlich ist es etwas anderes vor einem Publikum live Stimmung zu erzeugen als mit den Produzenten im Studio zu sitzen, aber ich mache beides gerne.

subtext.at: Du bist auch sehr aktiv in der Vernetzung von regionalen elektronischen Events im Zuge des „Konglomerat“? Was ist das Ziel der Sache?
Eric Fischer: Für mich ist das Ziel des Konglomerats mehr Gemeinschaft und Dialog zwischen den Veranstaltern zu finden und auch ein kommunikativer Ersatz für die früheren Plattenshops. Ich habe selber früher einen Plattenladen gehabt und dieser war immer Zentrum des Austausches und der gegenseitigen Befruchtung von Ideen und Projekten. Ich hoffe dass dieses Angebot an die Veranstalter auch mehr und mehr angenommen wird.

subtext.at: Du hast Familie und Kinder. Musikalische Karriere und Familienleben, hast du da schon deine Balance gefunden?
Eric Fischer: Meine Kinder bewegen sich zwischen 2 und 22 Jahren und sind wahrscheinlich auch mitverantwortlich, dass ich noch mit soviel Einsatz bei der Sache bin. In der Familie erlebt man elementare Dinge, die man in der musikalischen Karriere so nicht erleben würde da einem dort oft der Hintern geküßt wird und oberflächliche szenarien die Perspektive verfälschen. Die Familie ist auch ein Ort andem man sich zurückziehen kann wenn einem diese nervige und oft oberflächige Szenerie gehörig auf den Sack geht. (lacht)

subtext.at: Dein wahrscheinlich größtes Projekt ist die Veranstaltungsreihe „ Danube Rave“, kannst du kurz etwas über die Geschichte erzählen?

Eric Fischer: Die Idee entstand aus einer Euphorie den ganzen Abend/Nacht lang Techno- Musik zu spielen. Die Veranstaltung ist entstanden zu einer Zeit wo jegliche andere Musikrichtung in ein Korsett gezwungen wurde. Dann erschienen Acts die einfach ganz primitiv eine Bassdrum verwendeten und den Leuten machte es Spaß. Es war ein Aufschrei einer Generation die sich nicht mehr vorschreiben lassen wollte was für Musik sie zu hören hatte. Seit der Entstehung 1993 gab es viele Höhen und Tiefen und zur jetzigen Zeit ist die Veranstaltung Menschen gewidmet die sich von musikalischen Einheitsbrei und Großdiscoprojekten nichts mehr vorschreiben lassen wollen.

subtext.at: Mit dieser Veranstaltung hast du schon früher Acts wie Carl Cox, Monika Kruse und viele mehr nach Linz gebracht, was steht dieses Jahr am Programm?

Eric Fischer: Das Programm ist heuer speziell ausgerichtet auf Dj’s, die noch gar nicht oder selten in Österreich gespielt haben. Meine persönlichen Favoriten sind: Matthias Tanzmann sowie Dapayk & Padberg bewegen sich auch in einem sehr spannenden Umfeld. Maetrik bringt sicher mehr den straighten, schnörkellosen Techno. Popof ist eindeutig der Man of the Year, ein sehr sympatischer Mann aus Frankreich, der ursprünglich aus der Freetekno- Szene kommt und natürlich Karotte, ein Freund von mir, der ein DJ mit Leib und Seele ist und jeden Abend 150 % gibt. Sehr gespannt bin ich auch schon auf den Floor von discolab mit Integrals, Disco Demons und Len sowie dem Motivic Floor mit der Detroiter Hauslegende Aaron Carl. Insgesamt werden es 35 DJ’s auf 4 Floors sein und jede Menge sehr interessante Acts.

subtext.at: Ich habe gehört es wird auch schon vorher einige PRE-Party’s in vielen anderen Bundesländern geben, wo und wann werden diese sein?
Eric Fischer: Zwei davon war schon diese Woche, eine im Flex in Wien und im Warehouse in St. Pölten. Kommende Woche sind wir noch im Shine Club in Wels, der die letzten Monate schon mit einigen internationalen Bookings aufhorchen hat lassen. Zu guter Letzt sind wir noch im SAKOG in Trimmelkam in der Nähe von Salzburg, der Club des Jahre 2009. Dort sind wir auf 2 Floors mit den Chakuzi Boys, Digipop und auch einigen regionalen DJ’s. Es kann sein das sich noch etwas an dem letzten Wochenende vorm Danube Rave in der Postgarage ergibt.

subtext.at: Als letzte Frage: Wenn würdest du noch unbedingt gerne in den Posthof holen?

Eric Fischer: Da gibt es jetzt natürlich einige. Ich kann es in zwei Kategorien einteilen, da wäre einmal die Oldschool-Abteilung wie Underworld, oder UDR Acts wie Jeff Mills, Octave One und Hawtin. Aber andererseits auch die modernen Richtungen wie Boysnoize, Justice, Trentemoller oder Dj Koze.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute!

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