Rest in Peace

Rest in Peace

Immer, wenn eine Todesnachricht in diversen Internetforen auftaucht, überschlagen sich die Kommentare mit mehr oder weniger ernstgemeinten Kommentaren. Eine Nachricht ließ aber sogar mich, als notorischen R.I.P – Verweigerer, über meinen eigenen Schatten springen – der Tod des Posthof-Gründers Werner Ponesch.

25 Jahre Posthof wurden im Rahmen der letzten Saison gefeiert , und 25 Jahre lang stand Werner Ponesch als Musikverantwortlicher des Posthofes für eine der Institutionen der Linzer Zeitkultur. Das zweite Vierteljahrhundert blieb ihm verwehrt – Ponesch ist, völlig unerwartet, in den Morgenstunden des 3. Septembers verstorben.

Aus ganz persönlicher Betroffenheit nehme ich hier nochmals Stellung – war es doch ursprünglich der Posthof, der mich wie so viele vor einigen Jahren erstmals mit der Kultur in Verbindung brachte, dachte ich vorher doch immer, dass Kultur mit Museum und damit verbundenen langweiligen Ausstellungen verbunden sei. Aber das nur so nebenbei erwähnt. Und ohne diese Erfahrungen würde ich sicher heute nicht dort stehen, wo ich bin – als Redakteur in einem Online-Magazin, wo einer der Schwerpunkte auf Zeitkultur liegt.

Viel schwerer wiegt der Verlust aus rückblickender Sicht. Schwer deswegen, weil es in Linz außer dem Posthof keine Zeitkultur-Institution gibt, die nach 25 Jahren behaupten kann, immer noch da zu sein. Und ohne den Posthof würde es – bei aller Kritik, die man teilweise auch gerechtfertig daran üben kann – in Linz heute noch trister in diesem Bereich der Kultur aussehen, als es ohne hin schon tut. Die Verdienste rund um das Label Ixthuluh seien hier nur nebenbei erwähnt

Aber auch das soll nicht die Aussage dieses Kommentares sein. Der Kommentar soll nichts weiter sein als der Nachruf auf einen Menschen, der Kultur wirklich gelebt hat, und dessen ein großes Loch in die Linzer Kultur gesprengt hat. Internetforen gehen über vor halbernst gemeinten R.I.P – Kundgebungen und Debatten darüber, ob das nun sinnvoll sei oder nicht. In diesem Fall macht es aber auf jeden Fall Sinn. Deshalb hier noch mal in ganz offizieller Art und Weise: R.I.P und machs gut da oben, Werner!

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geschrieben von

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockeyfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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