„Wir sind keine Teenie-Band mehr!“

 

Die Killerpilze – einst als Teenie-Band der Schwarm vieler Mädchen und der Grund für hasserfüllte Reaktionen der Gegner, sind sie heute erwachsener geworden. Mit neuem Album, eigener Plattenfirma und anderem Auftritt soll der Schritt zur ernsthaften Rockband gelingen. subtext.at hat herausgefunden warum und nebenbei noch so einiges erfahren.

subtext.at: Wir fragen bei Bands aus dem Ausland immer nach der ersten Assoziation, wenn sie nach Österreich kommt. Was ist das bei euch?
Mäx: Ur leiwand.
Jo: Party.
Fabi: Hübsche Mädels.

subtext.at: In der Konzertankündigung für heute Abend habe ich folgendes gelesen: „Über 180.000 verkaufte Alben, Gold für das Debüt „Invasion der Killerpilze“, Fan Clubs und ausverkaufte Shows in ganz Europa stehen auf der Habenseite der Jungspunde aus Bayern“ – was soll als nächstes auf der Habenseite stehen?
Jo
: Als nächstes soll da stehen, dass der Switsch von der Teenie-Band zur ernstzunehmenden Rockband gelingt. Wir haben ja auch einen Neuanfang gewagt, nachdem wir eine eigene Plattenfirma gegründet haben und nicht mehr bei Universal sind. Somit fangen wir auch einen neuen Weg ab – wir fahren die Clubs ab, wir spielen die „Ochsentour“, wir nehmen alles mit und genießen es, egal ob vor 20 oder vor 2000 Leuten.
Fabi: Wir haben jetzt auch schon so viele geile Festivals und Shows im ersten halben Jahr erlebt, das ist schon der Wahnsinn.
Jo: Wir wollen einfach, dass sich alles weiterentwickelt. Auch das Publikum – das soll auch männlichen Zuwachs bekommen. Die Leute sollen mit uns wachsen. Seit diesem Album geht das ganze auch diesen Weg entlang – der ist zwar länger und steiler als der Hype, den man durch Medien und Fernsehen bekommt…
Mäx: … aber dafür wird’s dann auch länger halten.

subtext.at: Ihr habt gerade angesprochen, dass ihr versucht, den Sprung von der Teenie- zur Rockband zu schaffen. Stört es euch, immer noch als die Teenie-Band wahrgenommen zu werden?
Fabi:
Ja, natürlich, einfach weil wir es nicht mehr sind. Wir distanzieren uns auch von dem Begriff „Teenie-Band“, auch wenn wir noch sehr jung sind.
Jo: Wir waren auf jeden Fall eine Teenie-Band, das kann man auch nicht bestreiten. Wir machen aber keine Teenie-Musik, noch sind unsere Live-Shows irgendwie „Teenie-mäßig“. Wir versuchen also, uns bewusst davon weg zu entwickeln. Natürlich ist das heute bei vielen Leuten noch im Kopf – aber die denken auch noch immer, dass Fabi noch immer 13 ist und ich immer noch 17 bin und Mäx auch noch immer 17 ist.
Mäx: Das braucht halt auch ein bisschen Zeit, bis man dieses Schubladendenken aus den Köpfen der Leute draußen hat. Deswegen machen wir das ja auch Schritt für Schritt.
Fabi: Ich glaube, dass wir dadurch, dass wir unsere eigene Plattenfirma haben, auch nicht mehr so „teenie-mäßig“ sind.
Jo: Wir wollen einfach, dass die Leute diese Schublade wieder aufmachen und uns neu einordnen.

subtext.at: Stichwort Geschäftsmänner – wie erwähnt habt ihr eure eigene Plattenfirma gegründet. Ein bewusster Schritt zum „Erwachsenwerden“ oder habt ihr aus der Not eine Tugend gemacht, nachdem ihr nicht mehr bei Universal wart?
Jo:
Das natürlich auch. Die Visionen haben sich auseinanderentwickelt. Für uns war die einzige konsequente Vorgehensweise dann, eine eigene Plattenfirma zu gründen. Das war sowieso schon ein Traum von uns – dass das dann so früh passiert, war erstmal nicht abzusehen. Trotzdem sind wir mittlerweile ganz glücklich damit.

subtext.at: Thema „Erwachsen“ – ist der Begriff für euch nur die Entwicklung weg von der „15-Jährige-Mädchen-kreischen-vor-der-Bühne“-Band, oder gibt es da schon noch etwas, wo ihr sagt, dass die Musik wirklich „erwachsen“ ist?
Jo:
Wir haben uns da auf jeden Fall weiter entwickelt. Musikalisch haben wir uns für „Lautonom“ mehr Zeit gelassen und das ganze durchdachter gemacht. Mittlerweile kommen schon wieder Ideen für neue Songs und da merkt man dann halt auch schon, dass es schon wieder einen Schritt weiter geht. Aber wir bezeichnen uns sicher noch nicht als „Erwachsene“, weil wir uns ja auch noch nicht als völlig „erwachsen“ fühlen.
Fabi: Junge Erwachsene triffts wohl eher.
Jo: Wir haben auf jeden Fall nichts gegen 15-Jährige Mädels – wir veranstalten sicher kein Casting für unsere Fans.
Fabi: Ich glaube, das ergibt sich dann schon von ganz alleine. Dann kommen auch mehr Jungs dazu, die Mädels werden älter, und es kommen neue Leute dazu.
Mäx: Fan ist Fan.

subtext.at: Was war die verrückteste Aktion, die ein Fan bislang auf euren Konzerten gemacht hat?
Fabi:
Wir hatten dieses Jahr erst einen Flitzer. Einen männlichen, um die 25 war der. Der hatte eine Wette mit seinem Kumpel gehabt und stand auf einmal nackt auf der Bühne.
Mäx: Stimmt, der steht weit oben.

subtext.at: Gibt es einen Song, den ihr aktuell gar nicht mehr hören könnt?
Mäx: Bon Jovi.
Fabi: Stimmt, Bon Jovi kann man in der Pfeife rauchen.
Jo: Eigentlich alles, was bei Antenne Bayern läuft. Da gibt’s mal ein-zwei gute Songs, die „Hits von Heute“ – also die von vor zwei Jahren – und die werden dann so totgenudelt, dass du das nicht mehr hören kannst.

subtext.at: Wenn ihr auf „Lautonom“ eine Schwäche finden müsstet, welche würde das sein?
Jo:
Es sind zu viele ruhige Songs drauf, so zwei Stück.
Fabi: Also zwei ganz ruhige und ein halbruhiger.
Jo: Auf dem nächsten Album gibt’s keine ruhigen Songs mehr lacht

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geschrieben von

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockeyfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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