Konzertbericht: Sister Jones & Electric Theatre

Konzertbericht: Sister Jones & Electric Theatre

Vergangenen Donnerstag spielten zwei Independent-Bands aus Linz im Kulturzentrum Hof. Der Abend zeichnete sich durch die Unabhängigkeit der auftretenden MusikerInnen aus. Weniger im Sinne des Stils, sondern der Attitüde. Keine Plattenverträge, keine Tourneen, kein Hype – Alles selbst gemacht.

Gemeinsam mit dem Kulturzentrum Hof wurde jener Konzertabend veranstaltet. Die Bands Sister Jones und Electric Theatre spielen auf Augenhöhe. Hier geht es nicht um Headliner plus Support, sondern um den Austausch untereinander. Das spiegelt sich bereits an den Wochen zuvor verteilten Flyern wieder (siehe Bild). So sieht musikalische Gleichberechtigung aus.

Den Auftakt machen Electric Theatre – ein gut ein Jahr bestehendes Quartett, das durch zahlreiche Auftritte auf heimischen Bühnen und im Netz (zuletzt bei Balcony TV Vienna) auf sich aufmerksam macht. Bis Jahresende soll ihr Debüt in Form einer EP erscheinen. Sister Jones sind schon einen Schritt weiter: Das ebenfalls erst ein Jahr bestehende Trio veröffentlicht im Rahmen der Veranstaltung ihr Debüt “Three Buckled Saints EP”. Dazu später mehr.

Electric Theatre beginnen mit ihrer Acoustic-Performance von “But It’s Not Getting Darker Here” das Konzert auf eine unkonventionelle Art. Das macht Lust auf mehr. Danach geht’s elektrisch verstärkt ans Eingemachte. Angetrieben vom Schlagzeuger, der genauso mächtig spielt wie er aussieht, kommt die Gruppe richtig in Fahrt. Sie spielen groß auf – manchmal aber auch zu groß, wenn die Macht des Schlagzeugs zu stark wird oder die beiden Gitarren einen undifferenzierbaren Klangteppich erzeugen. Allerdings trumpfen Electric Theatre ordentlich mit Gesang und Bühnenpräsenz auf. Der exzentrisch anmutende Sänger mit der markanten Stimme setzt sich mühelos durch und bekommt nicht selten Unterstützung von seiner charmanten Kollegin. Auf der Bühne wird die Performance gelebt und das “sich in der Ewigkeit des Moments Verlieren”, wie es im Pressetext heißt, ist keine Floskel.

Foto: Robert Situm
Electric Theatre. Foto: Robert Situm

Umjubelt verlassen Electric Theatre die Bühne und machen Platz für Sister Jones. An jenem Abend veröffentlicht die Band ihre erste Platte. Und wie es sich für eine Independent-Band gehört, ist die Platte natürlich selbst gemacht worden. Noch dazu steht die Qualität des Produkts jenen aus dem Laden in nichts nach. Sänger und Alleskönner Jakob Köttl ist neben seiner künstlerischen Tätigkeit als Songwriter auch noch Grafikdesigner und Produzent der Band. Artwork, Flyer, etc. werden von ihm entworfen und die Songs im Homestudio aufgenommen. Ein Beispiel für die Musikindustrie von morgen. Die Digitalisierung macht’s möglich.


Sister Jones. Foto: Robert Situm

Live überzeugen Sister Jones mindestens genauso wie auf Platte. Auf der Bühne gibt’s nämlich ein bisschen mehr Biss und das haut richtig rein. Da kann man auch stets mit Witz seine Rockstar-Allüren ausleben. Schnell wird klar, wer bei Sister Jones das Sagen hat. Frontman Köttl gibt den Ton an und das gekonnt: Auch wenn er manchmal gegen seine laute Gitarre ankämpfen muss, bleibt der Gesang klar und bildet die ideale Ergänzung zum rauen Sound der Band. Generell bewegt sich diese Gruppe instrumental auf einem außergewöhnlichen Level. Dementsprechend stark fällt der Jubel der rund 120 Besucher aus.

Links:

Sister Jones: Website // Facebook

Electric Theatre: Website // Facebook

Kulturzentrum Hof: Website

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