La Pasión de Buena Vista – Die Alten sind die Meister

La Pasión de Buena Vista – diesen vielversprechenden Titel trägt die Show der jungen Generation des renommierten Buena Vista Social Club. Die hohen Erwartungen kann sie leider nicht erfüllen, jedoch wartet sie mit nennenswerten Überraschungen auf.

Gespannt betraten wir am Mittwoch Abend das Linzer Brucknerhaus. La Pasión de Buena Vista würde uns heute eine außergewöhnliche Unterhaltung bieten, bei der wir, ganz nebenbei, die letzten großen Künstler des Buena Vista Social Club bewundern dürften. Mit freudiger Erwartung darauf, dass die nächsten Stunden mit gefühlvoller, aber auch mitreißender kubanischer Musik gefüllt sein würden, machten wir uns auf die Suche nach unseren Plätzen im authentisch dekorierten Konzertsaal.

Als zu Beginn der Show drei Tänzerpaare die Bühne stürmten und zu fesselnden kubanischen Klängen die Hüften kreisen ließen verflog die anfängliche Freude jedoch teilweise. Das erwartete Konzert hatte sich vor unseren Augen in eine temperamentvolle Mischung aus Tanz, Musik und Lichtspiel verwandelt. Die Musiker, im Hintergrund, verwöhnten unsere Ohren mit wohl bekannten Tönen des Buena Vista Social Club, während im Vordergrund Tänze wie El Són Cubano oder Salsa in aufwendigen Kostümen dem Publikum näher gebracht wurden.

Doch auch wir, die sich ein Konzert der alten Meister erwartet hatten, sollten auf unsere Kosten kommen. Schon etwa nach dem ersten Drittel der Show beruhigte sich das Treiben auf der Bühne und ein ehrfürchtiges Publikum begrüßte Pachin Inocente, einen ehemaligen Musikerkollegen des berühmten Ibrahim Ferrer. Mit rauchiger Stimme und charmantem Hüftschwung stimmte er die spanische Liebeshymne „Dos Gardenias“ an und verbreitete eine Lebenslust, wie sie mitreißender nicht sein könnte.

In regelmäßigen Abständen durch die gesamte Show hindurch durften wir dem Gesang des 78-jährigen lauschen und uns über Lieder wie De Camino A La Vereda, Veinte Años oder La Bayamesa freuen. Auch die Songs gesungen von der jungen Generation waren bemerkenswert lebensfroh und bewegend, doch missten sie die Geschichtsträchtigkeit der alten Meister.

Fazit des Konzerts: Die Neuinterpretation der kubanischen Institution Buena Vista Social Club wirkt etwas zu amerikanisiert, jedoch freut man sich umso mehr, wenn einer der Originalkünstler die Bühne betritt. Man sollte ja auch nicht außer Acht lassen, dass diese heutzutage schon Rarität sind.

 

Fotos: Nina Zöpnek

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