RUSSIAN CIRCLES: Feinfühlig und gewaltig

Wenn Polkappen schmelzen, Vulkane glühende Lava ausspucken, Tsunamis wüten oder die Erde bebt, dann sind Russian Circles zur Stelle, um die passende musikalische Untermalung für solche Szenarios zu liefern. Das Trio aus Chicago überzeugt erneut mit instrumentalem Post-Rock der ganz besonderen Sorte. Feinfühlig und gewaltig.

Some bands are bigger than others. Wenn man als Gruppe innerhalb kürzester Zeit zu einer Art Institution wird, dann muss man sich bestätigt fühlen und etwas richtig machen. Russian Circles sind wie rastlose Wanderer, die es immer wieder an faszinierende Orte verschlägt. Alle sechs Songs auf „Empros“, dem vierten Werk, eint, dass sie unvorhersehbare Richtungen einschlagen. Der Sound ist um eine Ellenbogenlänge erdiger geworden und manchmal scheint der Takt übers Tempo zu stolpern, doch nur um sich im nächsten Augenblick erneut zu fangen.

Die Strukturen der Songs sind das Ergebnis einer guten Kommunikation zwischen den Musikern. Anders würde dieses übermächtige Zusammenspiel auch gar nicht funktionieren. Der Einstieg hingegen gestaltet sich schwierig. „309“ ist ein fieser Bastard aus trocken klingenden und sich rissig anfühlenden Gitarrenriffs. Als würde die Apokalypse direkt vor der Haustür stattfinden. Ein seltsamer Song, um ein Album beginnen zu lassen.

„Mládek“ lässt die vollgesogene Mixtur aus Prog, Postrock und Metal deutlich vielversprechender zum Zug kommen. „Schiphol“ zupft nur sachte Gitarrensaiten und es klingt, als würden Galaxien geboren werden. „Atackla“ beginnt als Elegie, bevor das wahre Ich entblößt wird. Der Bass vibriert wohlig, tief unten, dort, wo die Emotionen aufgewühlt werden.

„Empros“ führt das Epos fort, allerdings nicht ganz so schnell auf den Punkt kommend wie die fantastischen Vorgänger. Das macht aber gar nichts, schließlich zählt allein das Ergebnis. Und das ist wieder einmal hervorragend.

Facts:
Russian Circles – Empros
Gesamtspielzeit: ca. 41 Minuten
Sargent House (Cargo Records)


Links & Webtips:

russiancirclesband.com
facebook.com/russiancirclesmusic
twitter.com/russiancircband

Foto: Sargent House

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