Citizens! – Here we are

Citizens! – Here we are

„Here we are!“ – so der vielklingende Titel des Debutalbums der Londoner Band Citizens!. „There they are“ könnte man über sie sagen – sind sie doch eine Band, die man bislang vermisst hat. 

Citizens! – die sind eine Band aus London, die Indie-Musik machen. Mit Rufzeichen am Ende des Bandnamens. Steht im Pressetext noch, dass das so ist, „weil sie es wirklich ernst meinen“, entpuppt sich dies im Gespräch mit Leadsänger Tom am diesjährigen Seewiesenfest nur als PR-Gag. „Wir wollten einfach mal schauen, wies ankommt, und wie oft uns die Leute drüber fragen“, so der Brite. Genauso, wie sie sich auf der Bühne relaxt geben, tun sie das auch Backstage. „Wir wollen unser Ding machen, unabhängig davon, was andere glauben“ – ein oft gehörter Satz, aber der Londoner Truppe nimmt man ihn ab. Peinliche Dinge sind ihnen auf der Bühne eigentlich noch nie passiert, abgesehen davon, dass es auch bei ihnen manchmal vorgekommen ist, dass sie einfach keiner sehen wollte, oder dass die Stromversorgung im Venue nicht so ganz gesichert war. Die Jungs sind definitiv eine der sympathischsten Bands, die in der letzten Zeit Österreich beehrt haben.

Doch nun weiter zum Debutalbum „Here we are“ – ein elf Tracks umfassendes Werk, das sich angenehm von der mittlerweile doch manchmal zu breiten Indie-Masse abhebt. Bleiben wir gleich beim Opener „True Romance“. Sozusagen die Ouvertüre, deren Klaviersolo an einige Fernsehwerbungen erinnert. Allerdings sehr eindringlich, fast schon penetrant präsentiert er sich. Allerdings nicht im negativen, sondern mehr im postiven Sinne. Den zehntausendsten Lovesong hätte man auch schlechter hinkriegen können.

Weiter gehts mit „Reptile“. Erinnert ein bisschen an Kasabian, rein melodisch. Aber doch anders, und fast besser. Sollte man an einem Sommertag im Auto unterwegs sein – dann läuft dieser Song sicher auch auf Heavy Rotation. Der dritte Song ist der wohl auch bekannteste – „Caroline“, der traditionell die Sets der Citizens! beschließt. Tanzbar, vorallem live. Sehr, sehr tanzbar. „Love you more“ geht es dann etwas ruhiger an. Träumerisch, allerdings mit dem Gefühl, dass das alles nicht neu ist. Macht nix, gut ist der Titel trotzdem. „Let’s go all the way“ geht noch einen Schritt weiter in die Richtung, die „Love you more“ eingeschlagen hat. Allerdings besser verpackt, nachdenklich, und doch mit Aufbruchsstimmung versehen. Replay, bitte!

(I’m in love with your) Girlfriend ist eine etwas bizarre Angelenheit. Allein der Titel, und die Fortsetzung „She loves me too“ ist so etwas wie das „In-your-face“ gegen Leute, die man einfach nicht ausstehen kann. Auch ein Highlight der Platte! „Nobody’s Fool“ kann da nicht ganz mithalten. „Monster“ da schon wieder eher. Der Track lässt den Hänger des Vorgängersongs gleich wieder vergessen und knüpft gleich wieder da an, wo das Album davor aufgehört hatte. Mit eingänglichem Refrain, der dazugehört. „She said“, „I wouldn’t want to“ und der Abschluss „Know Yourself“ beschließen ein rundum gelungenes Album, das definitiv Lust auf mehr macht. Und live sind die Citizens! sowieso mehr als empfehlenswert!.

Fotos: Christoph Thorwartl  

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Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockeyfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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