Habe die Ehre – 5/8erl in Ehr’n live im Posthof

Mit ihrem Wiener Schmäh und dem neuen Album „Yes we does“ im Gepäck begeisterten die 5/8er in Ehrn am Donnerstag den vollen Posthof.

Nach dem etwas längeren Intro betragen die wiener Herrschaften die Bühne. Ober-Schmähtandeler Bobby Slivovsky leitet den Abend mit „Jetzt gehm mas moi gmiadlich an und auf a Pause verzicht ma a, net das dann vor lauter langsame liada ham gehts“ gleich gefühlvoll ein. Und so gemütlich, wie sich die Einleitung gestaltet hatte, begann auch das erste Lied „Siasse Tschik“. Zwischen den Liedern, die sich aus einer Mischung aus alten Wienerliedern gepaart mit Soulelementen zusammensetzt, kam Humor der Hauptstädler auch nicht zu kurz. Ihr bekanntestes Lied des neuen Albums, „Der totale Sommerhit“, punktete auch im Posthof. Grund für die Bekanntheit war der natürlich englische Refrain – dadurch konnte das Lied auch in den österreichischen Radios gespielt werden. Nur das mit dem Mitsingen bei diesem schwierigen Text („Live by the sun and love by the moon“) gestaltete sich eher etwas „zach“ – ist ja auch nicht jeder so gesegnet sein mit profunden Kenntnissen der englischen Sprache wie der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter.

Um nach dem Lied „Akademikerball“ noch Sympathiewerte zu sammeln wurde das wienerische „Ur“ oft durch das weit weniger nervige oberösterreichische „Voi“ ersetzt. Der zweite hitverdächtige Song, der gespielt wurde – ebenfalls mit englischen Elementen – handelt von den großartigen Fremdsprachkenntnissen und vorallem Menschenkenntnissen oben erwähnten Günther Platter.  Mit „Alaba – How do you do?“ zeigten das Quintett, dass sie auch schnellere Nummern meistern können und Gitarrensolos auch an einem solch ruhigen Abend funktionierten. Weil es dann doch fast wieder zu schnell war, ging es mit dem Lied „Woch auf“ weiter. Die letzte Nummer des regulären Sets war „Die Liebe ist wie die Kronenzeitung“ – eine Ode an die ambivalente Beziehung des Kleinformates, das auch gestandene Musiker zum Weinen bringen kann.

Und weil der volle Saal die sympatischen Musiker noch lange nicht gehen ließ, spielen sie nach der regulären Zugabe noch das Lied „Gengan 2 Woame auf a Haße“. Natürlich wurde zuerst abgeklärt ob es sich in Linz eh um eine „Toleranzzone“ handelt. Man weiß ja nie. Ein Konzert, das neben langsamer Musik und morbidem Wiener Schmäh einiges zu bieten hatte, und wo die satirisch angehauchten Texte im Vordergrund standen!

Foto: Christoph Thorwartl

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