Milliarden: keine musikalischen Betrüger!

Milliarden: keine musikalischen Betrüger!

„Betrüger“ – so heißt das erste Album der Berliner Combo „Milliarden“, mit dem sie aktuell in Deutschland live auf Tour für Furore sorgen. Vergangenen Donnerstag legten sie auch einen kleinen Abstecher nach Österreich ein. Im B72 in Wien konnte man sich von den Livequalitäten überzeugen.

Zugegeben: seit Thees Uhlmann, Heisskalt, Casper, K.I.Z und wie sie grob zusammengefasst alle heißen hat die „neue deutsche Welle“ die Musiklandschaft in den letzten Jahren neu geprägt. Milliarden scheinen mit ihrer Debtutplatte „Betrüger“ in genau dieselbe Kerbe zu schlagen. Aber der Reihe nach.

Zuallererst knapp nach 21 Uhr sehr sympathisch: der Support, alias Tourfotograf, alias Woody. Unter „William Veder Photograpy“ kann man sich nicht nur den bildlichen Touralltag von Milliarden anschauen, sondern konnte ihm in Wien auch 20 Minuten lang als Support mit Band – die kam allerdings vom Band – erleben. Auch wenn die „letzten Hits schon 10 Jahre her sind“, schaffte er es, das Publikum auf die „selbe Frequenz“, mit nervigem „Biep.Biep.Biep“ inklusive, zu bringen.

Die überflüssigste aller Fragen auf einem Konzert – ob man denn „für Milliarden bereit“ sei, konnte man dann getrost mit „Ja“ beantworten. Nona, warum wären die Leute denn sonst gekommen? Klar waren die ca. 100 Leute wegen Milliarden da. Als „Im Bett Verhungern“ ertönt, wird schnell klar, dass Milliarden wohl nicht mehr so oft in kleinen, ranzigen Locations spielen werden. Was folgt sind eineinhalb Stunden lang abwechslungsreiches Programm, ein Bad in der überraschend zahlreich vorhandenen Menge, mit „Betrüger“ eine stark festivalhymnenverdächtige Nummer, und eine energiegeladene Show, die man gerne auch in größere Hallen verlegt sehen möchte! Und ja, Freiheit ist eine Hure!

Fotos: (c) Christoph Thorwartl

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geschrieben von

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockeyfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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