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Back To Felicity: hörenswerte Indie-Dystopie

Back To Felicity: hörenswerte Indie-Dystopie

„Dystopia“ heißt die neue Platte, die einer der wohl besten oberösterreichischen Indie-Exporte, Back To Felicity, an diesem Freitag releast. Eine Platte, ideal zum Vergessen eines oft tristen Alltages.

Back To Felicity sind in der heimischen Musiklandschaft schon lange keine Unbekannten mehr. Knapp drei Jahre nach der EP „The Golden Horn“ erscheint nun mit „Dystopia“ das erste Full-Length-Album. Ein Sieg beim Lautstark!-Contests des Linzer Posthofes inklusive, genauso wie ein Live-Resume, das für eine Band dieser Größe wenige Wünsche offen lässt. Mit „Dystopia“ erscheint nun endlich das heiß erwartete Studioalbum.

Eine Band, die bald größere Hallen füllen könnte: Back to Felicity!

Stilistisch ist sich das Quartett aus dem Mühlviertel dabei treu geblieben. Zeitgenössischer Indie-Pop meets Oberösterreich, könnte man verkürzt sagen. Zweistimmiger Gesang, opulente Arrangements inklusive Violine, Synths und Piano – hier ist alles vertreten, was im Indie derzeit Klang und Namen hat. Auch auffallend: es scheint, als ob Back to Felicity echte Tüftler im Studio seien – zumindest wirkt es so, als ob im Rahmen des Albums ziemlich perfektionistisch gearbeitet hätten. Aber zum Inhaltlichen. Eine „Dystopie“ ist, wenn man der Mittelschüler-Allzweckwaffe Wikipedia Glauben schenken darf, ein „Gegenbild zur positiven Utopie, der Eutopie, und ist in der Literaturwissenschaft eine fiktionale, in der Zukunft spielende Erzählung mit negativem Ausgang.“ Klingt holprig, klingt aber musikalisch verpackt gar nicht so negativ. Bereits die ersten Takte von „Back then in Paris“ sind allerdings getragen von einer im Unterbewusstsein immer vorhandenen, wenn auch nicht aufdringlichen Melancholie. Ein Charakteristikum, das sich durch dass gesamte Album zu ziehen scheint. Egal ob in der aktuellsten Single-Auskopplung „Wonderlands“, dem großartigen, weil radiotauglichen und trotzdem nicht überladenen „Landscapes“, oder dem wohl stärksten Track der Platte, dem Titeltrack „Dystopia“: Back To Felicity schaffen es, zeitgenössische Indie-Einflüsse auf internationalem Niveau zu verarbeiten. Und das, ohne gewollt abgekupfert zu wirken.

Starke Stimme: Back to Felicity-Frontfrau Magdalena Mülleder

Der heimliche Titeltrack der Platte dürfte wohl „Silent Rhapsody“ sein – ein Song, wo der Name mehr als nur Programm ist. Es ist die oben angeführte mitschwingende Melancholie, die präsent, aber nicht penetrant den zweistimmigen Gesang von Frontfrau Magdalena Mülleder und Lead-Gitarristen Flo Prammer trägt. Balladen-Einflüsse sind ebenfalls vorhanden wie ein kleiner Ausflug in den Dream-Pop – ein gut dreiminütiger Zusammenschnitt des gesamten Albums, quasi. Ein Album, das erst zum Ende hin mit „Deep Fall“ etwas fröhlicher wird, nur um im oben bereits erwähnten „Dystopia“ den Zuhörer zurück in die reale Welt zu entlassen. Eine Welt, die wohl aktuell der Dystopie gleicht, die Back to Felicity in diesem Album besingen wollen.

Fazit: mehr als ambitioniertes Projekt auf hohem Niveau einer oberösterreichischen Band, die man spätestens jetzt im Auge behalten sollte. Wären die Fünf nicht aus Oberösterreich, sondern aus Island oder England, man würde sie schon lange auf größeren Bühnen bestaunen dürfen. Mit diesem Album tun sie aber auf jeden Fall einen Schritt dorthin.

Gewinnspiel: subtext.at verlost drei Exemplare von „Dystopia“. Einfach bei unserem Gewinnspiel auf Facebook mitmachen, und mit etwas Glück gehört ein Album dir. Das Gewinnspiel läuft bis 26.02.2017, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

Back To Felicity – Dystopia
VÖ: 10.02.2017 via Bleeding Star Records
Tour:
10.02.2017: Stadtwerkstatt Linz, derMob
11.02.2017: Musikclub Lembach
13.02.2017: Innsbruck, Weekender
14.02.2017: Wien, Fluc
15.02.2017: Graz, Postgarage
04.03.2017: Ebensee, Kino Ebensee
25.03.2017: Surprise Show
21-23.04.2017: Noppen Air Festival, Neußerling
Mehr Infos auf Facebook und www.backtofelicity.at!

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Musikliebhaber. Vinyl-Nerd. Konzertfotograf. Biertrinker. Eishockeyfan. Eigentlich Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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