Schmieds Puls: Manische Liebe

„Manic Acid Love“ heißt das neue Album von Schmieds Puls, mit dem die eigentliche Band von Mira Lu Kovacs, die man in letzter Zeit eher mit der Supergroup 5KHD assoziierte, derzeit in Österreich auf Tour unterwegs ist. Vergangenen Mittwoch in der Linzer Stadtwerkstatt – ein Konzert, das man definitiv länger in Erinnerung behalten wird.

Zugegeben: es dürfte nicht allzu oft vorkommen, dass die Besucher in der Linzer Stadtwerkstatt eine halbe Stunde vor Konzertbeginn bis zur Eingangstür zurück Schlange stehen. Schmieds Puls schaffen das. Mühelos. Auch verwunderlich, dass während des gesamten Konzertes in der Stadtwerkstatt keine einzige Zigarette geraucht wurde. Schmieds Puls schaffen auch das.

Warum sie das schaffen? Schwer zu sagen, ehrlich gesagt. Die Mischung aus Jazz, Folk und Indie-Pop zieht den Besucher derart schnell in seinen Bann, wie man es kein zweites Mal sieht. Man kann die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen fallen hören, wenn Mira Lu Kovacs, die natürlich den Ton immer trifft, ihre Lieder vorträgt. Einsamkeit scheint ihre Tugend zu sein, zumindest glaubt man ihr das auf der Stelle, wenn sie vom Songwritingprozess in Montreal berichtet, wo sie „einfach mal nur durch die Gegend geht“. Tosender Applaus zwischen den verschiedenen Abschnitten des Konzertes, und spätestens bei „Run“ am Schluss hat man den Eindruck, dass man in einer großen zusammenhaltenden Familie gelandet ist. Ein Konzert an einem Mittwoch, das man mit einem Wort beschreiben kann: episch!

Foto: Christoph Thorwartl

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geschrieben von

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockeyfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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