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Vor vier Jahren landete Avec als kleine Singer & Songwriterin mit „Granny“ einen österreichweiten, sogar europaweiten Überraschungshit, der auf Spotify durch die Decke ging. Auch für Werbespots erfreute er sich großer Beliebtheit. Vier Jahre und zwei Alben später füllt sie mit Band den mittleren Saal des Posthof Linz bis zum letzten Quadratzentimeter. Ein Konzert, das die Entwicklung der Vöcklabruckerin veranschaulicht und zeigt, wie reif und erwachsen dieser Sound geworden ist. Die große äußerst positive Überraschung: Ami als Support.

Dass Avec einmal den mittleren Saal ausverkauft – und wenn nicht gleichzeitig Josef Hader im großen Saal gewesen wäre möglicherweise auch diesen -, hätte sich die junge Dame wohl auch nie erwartet. Auch wir haben sie noch als kleineren Act am Rock im Dorf oder Ahoi! Pop in Erinnerung. Umso schöner ist es, dass eine Landsfrau endgültig den Durchbruch geschafft hat. Gestartet ist dieser wuselige Abend aber mit Ami. Die deutsche Singer & Songwriterin aus dem schönen München war zumindest uns eine Unbekannte. Schade, denn hier haben wir eindeutig eine großartige Stimme und sympathische Künstlerin bisher übersehen. Mittlerweile drei Alben hat sie bisher veröffentlicht. Ein Mix aus Deutscher und Englischer Sprache, wobei sie sich bis auf den Schlusssong im Posthof auf ihr neues deutschsprachiges Album konzentrierte. Musikalisch war das ein schöner Mix aus Blues, Pop und Soul, der beim letzten Song auch etwas instrumentale Annahmen an Country-Interpretationen wie jener von Kurt Vile nahm. Eine tolle Mischung, die sowohl ruhig als auch schungwvoll war, das ganze gepaart mit dieser rauen, starken Stimme, einfach wunderbar. Top und hoffentlich bald wieder hierzulande zu sehen.

Gewartet haben die Fans aber natürlich auf Avec, die auch dann die letzten Gäste von der Bar in den Saal zog. Mit „Over Now“ ging es dann auch gleich durchaus schwungvoll los, die ersten Tanzmuskeln wurden aufgewärmt. Souverän, aber doch sichtlich nervös steht Avec begleitet von Bläsern, Schlagzeug, Gitarre und Co auf der Bühne. Der Gesang ist wuchtig, lässt den Raum gefühlt wachsen und füllt diesen in Kombination mit den Instrumenten wunderbar aus. Auch das Publikum wird im Laufe des Konzertes lockerer und lässt sich später auch zum Mitsingen bewegen. Die Setlist ist eine schöne Mischung aus Klassikern wie „Dead“, „Granny“ und „Waiting For“, fokussiert sich aber natürlich auf das aktuelle Album. Logisch, immerhin ist das auch eine Album-Tour. Eine Hommage an ein Land ihrer Inspiration und jenes ihres Produzenten fand mit „Work Song“ von Hozier auch den Weg auf die Setlist. Knapp 1,5 Stunden lieferte Avec ein manchmal schwungvolles, manchmal ruhiges, aber stets wunderbares und starkes Konzert ab. Frei von Fehlern und so auf den Punkt, dass nicht einmal ein umgefallener Beckenständer diese Komposition, dieses eingespielte Team wirklich stören kann. Avec ist erwachsen geworden. Der Sound durchdachter und feingeschliffen, kraftvoller und voluminöser. Der Auftritt souveräner. Das Selbstvertrauen zurecht größer und das ohne ihre doch eher schüchterne Art zwanghaft zu verstecken, hochsympatisch. Schön zu sehen, welche großartige Entwicklung die junge Oberösterreicherin in diesen Jahren durchgemacht hat. Das neue Album ist mehr als livetauglich. Durch ihre höhere Verspieltheit und stärkere Abwechslung noch mehr als der Vorgänger, vor allem „Yours“ ganz großartig. Bei einem Song muss mir aber geholfen werden: „Runaway“ war großartig, konnte ich aber überhaupt nicht zuteilen. Wenn wer mir hier weiterhelfen kann, bitte schreibt mir ne E-Mail.

Um auch einmal zum Punkt zu kommen. Ein großartiger Konzertabend, der vor allem stimmlich ausgesprochen überzeugend war, mit zwei ausgezeichneten MusikerInnen, die es verstanden, das Publikum zu begeistern. Absolut fehlerfrei und ohne auch nur eine Kleinigkeit, die ich kritisieren könnte.

Fotos: Andreas Wörister, Lisa Leeb

 

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Musikliebhaber, Festivalreisender, Konzertsüchtig, Vinylnerd, Photograph, Konzertveranstalter, Linz-Liebhaber

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