ante portas: Düster in den Frühling

Die sich selbst als faulste Band Oberösterreichs bezeichnende Formation „ante portas“ aus Linz ist zurück. Acht neue Tracks befinden sich auf „The Soulbell“, welche sich zwischen druckvollem Alternative Rock und ruhigem Indie-Rock bewegt. Mit dem vorherrschendem Thema Tod und der läutenden Seelenglocke geht es düster in den Frühlingsstart. Dem aber anscheinend nicht genug Drama – gibt es obendrauf auch noch eine Herzschmerz-Ballade zum Abschluss.

Das Trio Florian Grossmann, Martin Kopfer und Gerhard Artelsmair verstärkt sich auf der neuen EP mit Claudia Steinhöfler und Raphaela Gnadlinger, welche mit ihren Backing Vocals und einer Violine die Mystik in den Songs hervorheben, in denen Frontmann Florian die tiefsten Abgründe der Menschheit besingt. Neben den Serienmördern Anders Breivik und den Dnjepropetrowsk Maniacs sind auch Menschen, die er aus einer ehemaligen beruflichen Tätigkeit im Gefängnis kennt, Teil der Geschichten auf „The Soulbell“.

Der kurze Intro-Track „skúld“ (isländisch für „Schuld“) leitet mit der Schlussphrase „let the soulbell ring“ direkt zum der EP gleichnamigen ersten Song „the soulbell“ über. Hier herrscht ein kantiger Lo-Fi Sound, der einem die Schwere der besungen Themen auf der gesamten Platte spüren lässt. Umso rockiger holen die Tracks „charon“ und „seven dogs“ einem wieder vom Stimmungstiefpunkt ab. Auch wenn die Backround-Stories keineswegs fröhlichere sind, lädt der Rythmus bereits beim erstem Mal hören zum Mitsingen ein. Nach „showdown at Mt. Fuji“, einer rein akustische Nummer (dafür mit grandiosem Video), folgt mit dem Song „mama“ so etwas wie der der eigentliche Höhepunkt. „Mama I´m going to a fight, Mama I´m going to kill them“, begleitet von eingängigen Gitarrenriffs lässt einem spätestens jetzt erkennen, dass es in dieser EP vorrangig um Serienmörder und sonstigen Abschaum auf dieser Welt geht. Mit der wunderschönen Ballade „strange girls and dealers“ gefolgt von einem akustischem, sehr klangvollem Outro wird der/die Hörer*in quasi wieder beruhigt und lässt die Achterbahnfahrt der Gefühle beenden.

Den düsteren und hart zu verdauenden Themen zum Trotz ist die neue EP, welche übrigens ausschließlich digital erschienen ist, in jeder Gemütslage zu hören. Anknüpfend an die bisherigen Veröffentlichungen  sollten die neuen Nummern vor allem auf Bühnen wie jener in der Stadtwerkstatt oder in der Kapu perfekt funktionieren. Dies passt wiederum zur von „ante portas“ eigenen Beschreibung als „Liveband“.  Man darf sich auf alle Fälle schon auf die Gigs der Band freuen und bis dahin wird „The Soulbell“ noch einige Male über unsere eigenen Anlagen donnern.

ante portas: the soulbell
VÖ: Digital, 11.04.2021
Tracklist
1. skúld
2. the soulbell
3. charon
4. seven dogs
5. showdown at Mt. Fuji
6. mama
7. strange girls and dealers
8. outro
Mehr Infos: Facebook / Bandcamp

 

 

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