Stream Festival 2021: Ein würdiger Abschluss

Das Stream Festival ist zu Ende – drei Tage lang dauernder Konzertwahnsinn im Positivsten aller Sinne gingen zu Ende. Das Stream Festival hatte sich an diesem dritten Tag nicht lumpen lassen: Anger, Naked Cameo, Eli Preiss, Lou Asril sowie als krönender Abschluss Thees Uhlmann standen auf der Bühne des Linzer Posthofes. 

Auch die Talks im ARS Electronica Center an diesem Samstag waren durchaus interessant. Neben einem Talk zu „We Are So Data Driven“, in dem es um die Nutzung von Daten im Rahmen der Musikvermarktung ging, ließ auch Produzent Maximilian Walch sein können aufblitzen und gab einen Einblick in sein Schaffen.

Den musikalischen Auftakt machte an diesem letzten Festivaltag die Wiener R&P Sänger Eli Preiss. Spontan für Keke eingesprungen lieferte sie trotz auch für sie ungewohntem Setting eine tolle Performance ab. Die ein zwei kleinen Fails des DJs verbuchen wir mal unter Nervosität. Gesanglich gabs aber absolut nichts auszusetzen, starke Stimme und noch dazu sehr schön mit dem virtuellen Publikum interagiert. Mal düsterer, mal fröhlicher, doch stets druckvoll und stimmgewaltig der Auftritt. Kann man nichts aussetzen und für Genre-Fans auf jeden Fall zu empfehlen.

Weiter ging es mit Anger – das Duo stammt ursprünglich aus Südtirol, lebt aber mittlerweile in Wien. Gegründet hat sich die Band 2017 und seit 2019 mischt das Duo die österreichische Konzertlandschaft auf. Zum ersten Mal hatten wir am beim Rock im Dorf das Vergnügen, gefühlt haben sie sich von dort an auf sämtlichen Bühnen dieses Landes einen Platz reserviert. Wie auch bei der Amadeus Musik Award Zeremonie, wo sie mit dem FM4 Award ausgezeichnet wurden. In einem Interview mit uns beschreiben sie ihre Musik als hedonistischer Pop für Lovers. Wie das so klingen kann, zeigt das Duo bestehend aus Julian Angerer und Nora Pider gemeinsam mit ihrem Schlagzeuger Jakob Heber mit Songs wie „Miami“ und „Ab und Zu“ eindrucksvoll.

Als nächstes folgte die österreichsiche Indie-Pop-Band Naked Cameo. Gerade erst erschien die neue Single Broken Water, ein Vorbote eines neuen Albums? Hoffen wir doch stark, denn die Band hat bereits mit ihrem Debütalbum „Of Tow Minds“ im Jahr 2018 einen ganz eigenen Sound entwickelt. Pop, angehaucht mit Dream-Elementen und in auch wieder elektronischen Einflüssen. Schwungvoll, tanzbar, aber auch einfach zum Zurücklehnen und Genießen. Sowohl für Momente alleine zum Abtauchen als auch voll aufgedreht im Auto beim nächsten Roadtrip oder Sommerausflug. Hier haben die Fans im Saal wirklich stark gefehlt. Man muss einfach Tanzen, wenn diese Vibes erklingen. Die Setlist an diesem Samstag eine schöne Mischung aus ruhigeren und schwungvollen Nummern, stets am Punkt. Pop und Indie Fans können wir die Band immer wieder ans Herz legen, lohnt sich!

 

Zu den aufstrebensen Artists hierzulande zählt zweifellos Lou Asril. Eine Stimme zum Niederknien, und eine Show, die eines beweist: der gute Herr Asril hat sich in letzter Zeit noch enorm weiterentwickelt. „Divine Goldmine“, „Freak“ – Songs wie diese werden, falls sie es noch nicht tun, bald in den All-Time-Favourites in Sachen heimischer Popmusik landen. Ein Set, das man sich immer wieder gerne anhören wird!

Den krönenden Abschluss des Festivals durfte Thees Uhlmann bestreiten. Im speziellen Setting einer Floor-Show, die wir eigentlich aus anderen Genres kennen, ein würdiger Abschluss, wie sich herausstellen sollte. Der gute Herr Uhlmann dürfte sich wirklich gefreut haben, endlich wieder auf einer Bühne stehen zu dürfen – Anekdoten zur Linzer KAPU inklusive. Musikalisch wurde ein buntes Potpourri seines Schaffens geboten, mit „Ich sang die ganze Zeit von dir“ sogar noch einen Ausflug in alte Tomte-Zeiten. Funfact am Rande: Vodka-Bull wurde wohl wirklich das letzte Mal in der KAPU getrunken, als Thees Uhlmann vor 20 Jahren dort war und Leute wirklich noch in die Kirche nebenan gehen. Ebenfalls bleibend in Erinnerung geblieben: „Avicii“, „Römer am Ende Roms“, und die Vorfreude, dass er am 20. Juli wieder in Linz im Posthof zu Gast sein wird. Dann vielleicht outdoor (!) im Stehen (!!).

Wir sagen DANKE, liebes Stream-Festival, liebe Crew, lieber Posthof, und an alle, die sich die Konzerte angesehen und überhaupt erst möglich gemacht haben. Nachzusehen sind diese übrigens noch auf www.stream-festival.at!

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geschrieben von

Musikliebhaber, Festivalreisender, Konzertsüchtig, Vinylnerd, Photograph, Konzertveranstalter, Linz-Liebhaber

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