Julian le Play: mit „Tandem“ zurück in Linz!

Er ist einer der erfolgreichsten Pop-Künstler Österreichs: Julian Heidrich alias Julian le Play, der nach einiger coronabedingter Verspätung mit seinem aktuellen Album „Tandem“ endlich auf Tour ist. Vergangenen Mittwoch war der Singer/Songwriter auf der Frischluft-Bühne des Linzer Posthofs zu Gast. Ein Konzert, wo die knapp 500 Besucher mit Sicherheit zufrieden nach Hause gehen konnten. 

Mittwoch, schönes Wetter, Pop-Konzert, so könnte man das Konzert im Linzer Posthof in nur wenigen Worten Genüge tun. Dabei würde man aber dann doch Einiges vergessen. Etwa den Support des Abends, der auch bei Headliner Julian le Play auf der Bühne später zu Gast war: Florence Arman. Irische Wurzeln, in Tirol aufgewachsen, in Wien beheimatet, und mit der EP „Out Of The Blue“ nicht nur bei uns in der Redaktion musikalisch eingeschlagen. „Aus dem Blauen“ heraus verzaubert und Florence mit ihrer Stimme und Tracks wie „Home“ und „Naked“, die sicherlich noch länger auf Heavy Rotation laufen werden. Selten hat man bei einer Debut-EP das Gefühl, dass da noch viel, viel mehr gehen wird, so stark verspütt wie man es bei Florence Arman tut. Schade, dass sie bereits vor der offiziellen Beginnzeit um 20 Uhr auf der Stage stand – so hatten nicht alle Besucher die Möglichkeit, das gesamte Set zu hören. Man hat definitiv was verpasst!

Danach: Julian le Play auf der Stage, Jubel im Publikum: sehr stark. Eh klar, ist der gute Herr le Play in den letzten Jahren wohl zum Aushängeschild der Alpenrepublik geworden, was Popmusik anbelangt. Dass man das auch skeptischen Leuten wie dem Autor dieses Textes sympathisch vermitteln kann, bewies der Wiener am Mittwoch eindrucksvoll. Mit Schmäh hält man das Publikum bei Laune – auch wenn Zwischenansagen dann doch manchmal etwas gar lange dauern – und Geschichten über Tiroler Bauernläden („willst koschtn?“) und Berghütten samt Songwriting regen dann auch durchaus zum Schmunzeln an. Stark sind natürlich Klassiker wie „Rollercoaster“, „Wir haben noch das ganze Leben“ und die Ohrwurm-Schnulze „Mein Anker“ vom 2014er-Album „Melodrom“, aber nicht minder stark beeindrucken Collabs mit Florence Arman, die stimmlich um nix nachsteht. „1000km“ waren einige Fans angereist, um Julian le Play zu hören, der mit „Hellwach“ aus der aktuellen Platte den wohl lautesten Applaus des Abends erntet. Nach Zugabe, glücklichem Lächeln auf der Bühne wird der Konzertgast in einen Abend entlassen, der ihn zufrieden nach Hause fahren lässt. Für Fans von Popmusik: großartig. Für Skeptiker: immer noch sehr gut!

Fotos: Christoph Leeb

Dominic Riedlecker

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geschrieben von

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockeyfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.

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