Foto: Crossing Europe

Crossing Europe 2022: AEIOU- Das schnelle Alphabet der Liebe

Die Filmemacherin Nicolette Krebitz eröffnete mit ihren Film „AEIOU – Das schnelle Alphabet der Liebe“ das diesjährige Crossing Europe. Und zeigt uns eine Liebesgeschichte, einer Schauspielerin, deren beste Jahre scheinbar vorbei sind, mit einem jungen Taschendieb.

Anna, 60, gespielt von Sophie Rois, ist eine in die Jahre gekommene Schauspielerin. Anna kann nicht mehr an den Erfolgen von früher anschließen. Die großen Rollen bleiben aus, weswegen sie sich mit kleineren Engagements über Wasser hält. Nach einer unglücklich verlaufenen Sprechrolle hat ihr Adrian (17-jähriger Junge, gespielt von Milan Herms) am Abend die Handtasche gestohlen. Unglücklich über die jüngsten Ereignisse weint sie sich bei ihrem Nachbarn Michel (Udo Kier) aus. Aus Geldgründen nimmt sie dann einen Job als Sprechlehrerin für einen in einer Pflegefamilie aufgenommenen Jungen an, Adrian.

Das Schöne an dem Film von Nicolette Krebitz ist, dass die Idee und die damit verbundene Story definitiv nicht abgedroschen ist. Das sehr gut dargestellte Unbehagen in der Öffentlichkeit, die Bedenken beider und der gegenseitige Einfluss aufeinander stellen die Geschichte doch sehr realistisch dar. Ein wahres Spektakel war die Nachstellung einer Fernsehshow aus den 70ern, bei der Anna zu Besuch war und zwei Moderatoren (sexistisch) belästigten.

Mir persönlich hat der Film gut gefallen. Das einzige Manko waren meiner Meinung nach die doch sehr kargen Dialoge am Anfang zwischen Anna und Adrian. Wobei dies reine Geschmackssache ist und ich mich über eine Liebesgeschichte erfreut habe, welche nicht der Norm entspricht und deshalb umso spannender und schöner anzusehen war.

AEIOU- DAS SCHNELLE ALPHABET DER LIEBE
Regie: Nicolette Krebitz
Hauptdarsteller*innen: Sophie Rois, Milan Herms
Laufzeit: 104min
Produktionsland: Deutschland/Frankreich

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