Crossing Europe
Foto: Andreas Wörister

Crossing Europe: Alte Stärken in neuem Gewand

Insgesamt 148 Filme werden heuer im Rahmen des Crossing Europe Filmfestivals Linz zu sehen sein. Von 27. April bis 2. Mai verwandelt sich Linz wieder in ein Zentrum des europäischen Kinos. Neuerungen treffen auf alte Stärken, und die Filmauswahl kann sich auch im Jahr 2022 sehen lassen.

Alles neu im Jahr 2022. So zumindest in der Intendanz des Crossing Europe Filmfestivals in Linz, nachdem die langjährige „Grande Dame“ (auch wenn sie wohl selbst nie so bezeichnet werden wollte) des Festivals, Christine Dollhofer, Ende letzten Jahres die Geschäftsführung des Filmfonds Wien übernommen hatte. Die Nachbesetzung wurde lokal vergeben: zwei langjährige Mitarbeiterinnen und Kennerinnen des Festivals, Sabine Gebetsroither und Katharina Riedler (HIER im ausführlichen Interview bei uns auf „subtext on air“), teilen sich seit heuer die Leitung von Oberösterreichs wichtigstem Filmfestival.

Für die 2022er-Auflage, die mit insgesamt 148 Filmen aufwarten wird, ist wieder ein buntes Programm angekündigt, das die beiden Neo-Festivalleiterinnen am vergangenen Mittwoch im Linzer Moviemento präsentierten. Die Wettbewerbskategorien des Festivals sind großteils unverändert geblieben. Neben den internationalen Wettbewerben „Competition Fiction“ und „Competition Documentary“ kommen auch die „Local Artists“ nicht zu kurz, und die YAAAS!-Jugendschiene ist endgültig zum Fixpunkt des Festivalprogrammes im Rahmen des Crossing Europe Filmfestivals geworden.

Tribute 2022: Fabrice du Welz und Dietmar Brehm

Der Tribute-Gast des heurigen Crossing Europe Filmfestivals stammt aus Belgien. Fabrice du Welz, der auch selbst am Festival anwesend sein wird, präsentiert ein Potpourri seiner Werke. Der 1972 geborene Regisseur präsentiert insgesamt fünf Langspielfilme, darunter auch sein aktuellstes Werk „Inexorable“, der auch als einer der Eröffnungsfilme des Festivals fungieren wird. Daneben gibt es mit „A E I O U“ von Nicolette Krebitz, „Hatching“ von Hanna Bergholm und „Journey To The Sun“ von Susana de Sousa Dias gleich zu Beginn des Festivals drei Österreich-Premieren.

Daneben wird dem Linzer Experimentalkünstler Dietmar Brehm ein eigenes Feature gewidmet. Zum 75. Geburtstag des gebürtigen Oberösterreichers wird ein spezielles Tribute mit einem weiten Bogen samt eigenen Screenings aus dem Schaffen des Künstlers am Festival präsentiert.

ein bekannt breites themenspektrum

Die weiteren Programmschienen des Crossing Europe Filmfestivals thematisieren auch heuer eine nicht nur geografische Breite. Die Sektion „Arbeitswelten“ beschäftigt sich mit dem allgegenwärtigen Thema „Care“, das nicht zuletzt aufgrund der Ereignisse der letzten beiden Jahre noch stärker in den Mittelpunkt gerückt ist. Daneben sind die Themen Migration, Integration, Grenzen genauso vertreten wie künstlerisch exzentrischere Werke, die nicht nur in der Local-Artists-Schiene Platz auf der Leinwand finden.

Neben den bekannten Linzer Programmkinos City und Moviemento sind auch heuer wieder Screenings im Central an der Landstraße sowie im Ursulinensaal geplant, die YAAAS!-Jugendschiene wartet neben den eigentlichen Screenings auch wieder mit einer Workshop-Reihe auf, und langjährige FestivalkennerInnen dürfen sich neben der wie gewohnt von Markus Keuschnigg pointiert kuratierten „Nachtsicht“ wieder auf Live-Kultur im Rahmen der Nightline (unter anderem mit Lylit und einer Shash Records Labelnight) freuen. 148 Filme, sechs Tage und ebensoviele Nächte, angeregte Gespräche und ein Kino, wo man sich mit Sicherheit nicht „passiv berieseln“ lassen wird: am Crossing Europe Filmfestival ist für jeden etwas dabei!

Mehr Infos, das komplette Programm sowie Ticket-Vorverkauf auf www.crossingeurope.at!

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockeyfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.