Bild aus Große Freiheit
Foto: FreibeuterFilm GmbH

LGBTQIA+ im Film: Baiting oder Fortschritt?

Der Pride Month ist im vollen Gange und da stellt man sich schon mal die Frage, wie es denn gerade so in der Filmlandschaft darum steht. Zwischen Queerbaiting und Normalisierung gibt es zumindest einiges an Redebedarf.

Lightyear hat ja nun Schlagzeilen geschlagen als erster Pixar-Film, der eine Same-Sex-Kusszene enthält. Dass ihm das gleich einen Bann in etlichen ostasiatischen Ländern beschert ist da keine Überraschung. Das macht es allerdings auch nicht weniger enttäuschend. Aber zumindest Pixar ist da nach der peinlichen Zurückhaltung von „Luca“ endlich auf der richtigen Spur.

Aber über Lightyear soll es hier nicht gehen. Für die neueste Folge meines Podcasts mit meinem guten Freund Sebastian (Life Of Zwei auf – jetzt auf Spotify) haben wir uns drei Filme herausgepickt. Da wäre der populäre „Love, Simon“ aus 2018, der durchaus seine Spuren in der Filmlandschaft hinterlassen hat. Ergänzt haben wir das Lineup dann noch um die Netflix Romcom „Nur die halbe Geschichte“ und den österreichisch-deutschen Arthouse „Große Freiheit“.

Ein solides Line-Up, auch wenn die Ausbeute für das Jahr 2022 leider noch immer gering ausfällt.

Es braucht mehr seriosität

„Love, Simon“ hat es zwar als einer der ersten gewagt, das Thema ganz offen zu behandeln. Jegliche Tiefe wird dabei aber eher vefehlt, wobei es doch soviel internen Konflikt zum Aufarbeiten geben würde. Aber am Ende ist es doch nur eine peinliche Teenie-Romanze, die gefühlt mehr für Schlagzeilen als sonst einen Grund produziert worden ist. Klassisches Baiting.

Nur die halbe Geschichte
Foto: Netflix

„Nur die halbe Geschichte“ schlägt da schon mehr richtige Wege ein. Es ist für mich der Beweis, dass Romcoms selbst auf Netflix noch kein absolutes Trash-Genre sind. An eine künstlerische Auseinandersetzung wie in „Große Freiheit“ kommt das ganze dann aber noch immer nicht heran, aber nicht jedes Publikum kommt gleich mit Arthouse zurecht.

Pride im dialekt

Wer nun Lust hat, sich eine Auseinandersetzung und nähere Inhalte zu den Filmen anzuhören, kann dies gerne auf allen populären Plattformen, wo es Podcasts gibt, tun. Das ganze ist dabei ungeniert im oberösterreichischen Dialekt aufgenommen und bereits die 4. Folge des (fast) monatlichen Podcasts. Neben Filmgesprächen gibt’s auch noch eine Musik-Playlist und jede Folge ein neues Rätsel für die, die gerne klugscheißen.


„Life Of Zwei“ Episode 04 jetzt anhören:

Macht mal dies, mal das. Manchmal kommt dann dabei sogar Design, Filmografie oder was Geschriebenes raus.