Foto: Christoph Leeb

INTERVIEW: Arlo Parks @ Maifeld Derby Festival 2022

Sie gehört zweifellos zu den besten Artists, die wir heuer hören durften: Arlo Parks. Die Britin gab sich im Rahmen des Maifeld Derbys in Mannheim nicht nur auf, sondern auch abseits der Bühne sehr sympathisch, wie wir im Interview feststellen durften.

subtext.at: Was hat dich dazu inspiriert Musik zu machen?
AP: Ich denke es war das Gefühl Musik zu hören, die mich wirklich emotional bewegt hat. Ich wollte wissen, warum das mit mir passiert, warum ich mich so fühle und wie ich dieses Gefühl an andere weitergeben kann. Von einem Musikstück zu Tränen gerührt zu werden, oder dabei das Gefühl zu haben verstanden zu werden ist so eine wertvolle Erfahrung für mich. Deshalb will ich das für andere Menschen machen.

subtext.at: Wie würdest du deine Musik in zwei Worten beschreiben?
AP: Ich würde sagen warm und sensibel.

subtext.at: Das passt! Und wenn du dir komplett frei aussuchen könntest, wer dich auf Tour supportet, wen würdest du mitnehmen?

AP: Wow! Um mich zu supporten? Und es kann einfach irgendwer sein? Dann würde ich wahrscheinlich Frank Ocean mitnehmen. Mein all time favorite. Einfach nur um mit mir abzuhängen. Er muss gar nicht auftreten, er kann einfach nur mit mir abhängen.

subtext.at: Was ist deine schönste Erinnerung auf Tour?
AP: Ich glaube mit Clairo Radio City zu spielen ist schon ziemlich weit oben auf der Liste, einfach weil es so eine große Show für sie war und eben eine riesige Bühne. Außerdem war das einfach ein ziemlich sentimentaler Moment. Nach der Show haben wir alle noch in den Electric Lady Studios gequatscht, ein bisschen was getrunken und gejammed. Ich bin einfach glücklich in New York.


subtext.at: Kennt ihr zwei euch gut, du und Clairo?
AP: Ja schon. Clairo und ich haben uns in London getroffen, bei ihrer Show. Ich war ein Riesenfan und wir haben uns Backstage getroffen, dann war sie bei meinem Song Green Eyes dabei und dann hat sie mich gefragt ob ich Lust hätte mit ihr auf Tour zu gehen.

subtext.at: Hat die Pandemie die Art wie du Musik machst irgendwie beeinflusst? Hat sich für dich da irgendwas verändert?
AP: Nicht wirklich. Meine Art Musik zu machen war ohnehin immer schon in meiner eigenen Bubble in meinem Kopf, also ich schätze ich habe einfach wie bisher weitergemacht. Ich glaube allerdings, dass die Pandemie die Möglichkeiten für Kollaborationen stark eingeschränkt hat. Ich konnte ja nicht wirklich reisen oder neue Leute treffen, also musste ich meinen Kreis ein bisschen enger halten. Aber jetzt geht das alles ja wieder, also kann ich wieder ein bisschen mehr herumreisen und Leute kennenlernen. Wenn es aber nur darum geht wie ich schreibe, dann hat sich gar nichts für mich verändert.

subtext.at: Ist der Prozess irgendwie anders, wenn du mit anderen kollaborierst?
AP: Ich denke nicht, dass sich der Prozess großartig verändert, aber es ist auf alle Fälle eine Herausforderung mich an die Art wie andere arbeiten anzupassen und Neues zu lernen. Wenn ich alleine arbeite kann ich ziemlich rigide sein in der Art wie ich an Sachen herangehe. Wenn man mit anderen Menschen zusammenarbeitet, kann das den Horizont schon ziemlich erweitern, auch was die Herangehensweise an manche Dinge betrifft. Das ist glaube ich etwas freier.

subtext.at: Deine Musik ist sehr ehrlich. Ist es manchmal unheimlich sich der ganzen Welt so zu öffnen?
AP: Ich glaube das ist wie Fallschirmspringen. An der Tür hast du noch super viel Angst, und dann tust du es einfach und realisierst, dass es eigentlich voll okay ist. So unter dem Motto, mein Fallschirm funktioniert, nichts Schlimmes wird passieren. Ich werde das wieder machen, und wieder und wieder, für den Rest meines Lebens.

subtext.at: Nimmst du Konzerte anders wahr, seit du selbst auftrittst? Also wenn du einfach nur Besucherin auf einem Konzert bist und nicht selbst auf der Bühne stehst.
AP: Ich weiß es nicht, weil jede Show selbst komplett anders ist. Jeder performt in seiner Art und Weise einzigartig. Ich finde Konzerte aber sehr sehr inspirierend – weil ich weiß, wie hart es auf der Bühne sein kann. Wenn ich Leute mit so viel Selbstvertrauen auf der Bühne rumrennen sehe denke ich mir dann schon oft „Wow!“. Es ist noch beeindruckender als „nur“ Fan zu sein und nicht komplett zu verstehen, wie viel Aufwand in einer Performance stecken kann.

subtext.at: Was war das beste Kompliment, dass du jemals bekommen hast?
AP: Ich kann mich zwar nicht an die genaue Ausdrucksweise erinnern, aber als einzigartig beschrieben zu werden. Also etwas was man nicht genau zuordnen kann?

subtext.at: Etwas, das heraussticht?
AP: Ja, denn das zeigt mir, dass ich nach meinem Instinkt gehe und das was ich mache einfach ich bin. Ich glaube das ist mein Lieblingskompliment.


subtext.at: Was nimmst du immer auf Tour mit?
AP: Ein Buch, einen Kristall. Das wars glaub ich. Meine Ringe! Der eine hat sogar ein kleines A.P. eingraviert.

subtext.at: Wie würde ein perfekter Tag für dich aussehen? Wenn du einen Tag komplett frei gestalten könntest, ohne irgendwelche Einschränkungen.
AP: Also ich würde auf alle Fälle die Zeit irgendwo am Wasser verbringen oder am Strand.

subtext.at: Ich hab gesehen, dass du heute ein Bild von dir bei einem See in der Gegend gepostet hast?
AP: Ja genau! See, Strand, egal, Hauptsache Wasser. Ich bin so ein „water baby“!  Also, ich würde Zeit am Strand verbringen, würde koreanisches Essen kochen und ganz viel Eis essen. Ich wäre bei meinen Lieblingsmenschen, würde ein bisschen natürlichen Wein trinken, den Sonnenuntergang ansehen und einfach mal nichts tun. Nur einen Chill-Tag haben und ganz viel Musik hören!

subtext.at: Hört sich gut an! Welche Musik würdest du hören?
AP: Am Strand? Al Green, ein bisschen Soul. Ich liebe es auch einfach nur instrumentale Musik zu hören. Im Idealfall wäre auch noch ein Plattenspieler aufgestellt, mit den besten Lautsprechern der Welt, einfach mitten am Strand.

subtext.at: Ich hab gelesen, dass du ein großer Vinyl Fan bist. Planst du hier welche mitzunehmen?
AP: Ja, hoffentlich! Ich versuche überall wo ich kann Platten mitzunehmen, besonders wenn ich viel reise. Dann kann ich später meine Sammlung ansehen und mich daran erinnern, wo die einzelnen Platten her sind.

subtext.at: Und du erinnerst dich noch woher jede einzelne ist?
AP: Ja sicher! Ich erinnere mich!

subtext.at: Das ist beeindruckend! Okay, was magst du am meisten daran Singer / Songwriter zu sein?

AP: Die Tatsache, dass ich nie perfekt darin sein werde. Das heißt mein Leben wird eine endlose Reise!

subtext.at: Bist du sehr selbstkritisch, wenn du schreibst?
AP: Kritisch genug denke ich. Es hält sich die Waage. Ich glaube ich kann ganz gut erkennen wenn ich etwas gemacht habe, worauf ich stolz sein kann, es gibt aber nie den Punkt ab dem ich sage „Okay, jetzt hab ich alles erreicht, es kann gar nicht mehr besser werden“.

subtext.at: Wie weißt du wann ein Song fertig ist und veröffentlicht werden kann?
AP: Es geht eher darum sagen zu können „okay, ich hab mein Bestes gegeben“ als zu behaupten „das ist das Beste was es gibt“.

subtext.at: Danke für deine Zeit, Arlo! Genieß das Festival und die Show!
AP: Ja danke, werde ich! Ich bin schon so aufgeregt! Ich liebe es in der Nacht zu spielen, und wir spielen um zehn oderso. Also das ist eigentlich meine Lieblingszeit um Shows zu spielen, weil man da so schön die Lichter sieht und das so eine gute Atmosphäre schafft!

subtext.at: Ich werd definitiv dort sein!
AP: Dann sehn wir uns später! Bis dann!

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