Josh. im Posthof Linz
Foto: Christoph Leeb

Josh.: Back On Stage

Ausverkaufter Konzertsaal, zufriedene Besucher – der Wiener Songwriter Josh. schafft es auch 2022, die Massen zu begeistern, wie am Mittwochabend im Posthof Linz deutlich wurde.

1200 Leute, ausgelassen feiernd, als ob Covid, Abstandsregeln und andere Sorgen nie gewesen wären. So in etwa darf man es sich vorstellen, als der Wiener Songwriter Josh. am Mittwochabend im großen Saal des Linzer Posthofes gastierte. Im Jahr 2022, gerade dann, wenn sich Kulturveranstalter schwer tun, ihre Hallen zu füllen, alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Genausowenig selbstverständlich wie die Tatsache, dass Josh. in diesem Jahr überhaupt noch auf der Bühne zu sehen ist. Aber dazu später.

Nach zwanzigminütigem Support-Aufwärmprogramm durch „Frechdachs“ Rian betrat Josh. samt gut gelaunter Band die Bühne, um das drittletzte Konzert des Jahres zu spielen. Spätestens in dem Moment, als die Konfettikanonen bei „Desillusioniert“ zum ersten, aber nicht zum letzten Mal auf das Linzer Publikum losgelassen werden, gibt es dort kein Halten mehr. Textsicher, Handy in der Hand, Tanzen – das 2022-Konzert-Pflichtprogramm für die Audience war perfekt einstudiert. Erster emotionaler Höhepunkt: rote Herzchen, die bei „Ring in der Hand“ aus der eben erwähnten, Konfettikanone abgefeuert wurden. Emotional ehrlich war Josh. selbst auch auf der Bühne. Psychisch war es ihm nicht wirklich gut gegangen, und nicht nur Therapeuten hatten ehrlicherweise gezweifelt, ob der gut ausgelastete und anscheinend manchmal auch überlastete Sänger 2022 überhaupt noch mal on stage zu sehen sein wird.

Exxpresso, Tschianti und Konfetti

Josh. hat diese eines besseren belehrt und eins vorweg: Fans wurden nicht enttäuscht. Mit „Tanzen bei der Arbeit“ gab es auch einen Vorboten auf das dritte Album 2023 zu hören, bei „Exxpresso & Tschianti“ wird der Geräuschpegel nochmal lauter.

Angesichts der Tatsache, dass es das drittletzte Konzert des Jahres war, verzeiht man dann auch schon mal ein Weihnachtslied in der Setlist. Weitere Highlights: „Von Dir Ein Tattoo“ (haben wir die Konfettikanone schon erwähnt?), „Wo du Wohnst“ und „Geht Noch Was“ (ah, da ist die Konfettikanone!). Danach: Setwechsel an den FOH, wo Josh. dann alleine „Back to the roots“ zwei Songs solo („Melodie“, „Wenn Ich Heut Bei Dir Bleib“) an der Akustikgitarre performt. Dramaturgie: gelungen. Nachdem unweigerlich „Cordula Grün“ (samt Konfettikanone!!!) zelebriert wurde, wird das Publikum in einen Abend entlassen, der ein Pop-Konzert geboten hatte, wie man es sich als Fan nur wünschen konnte.

Fotos: Christoph Leeb

Musik-Nerd mit Faible für Post-Ehalles. Vinyl-Sammler. Konzertfotograf mit Leidenschaft, gerne auch analog. Biertrinker. Eishockeyfan. "Systemerhaltende" Krankenschwester - wohl auch deshalb manchmal (zu) zynisch.